Maniac

  • Informationen zum Film
  • Maniac

  • Originaltitel:
    Maniac
    Genre:
    Krimi, Thriller, Horror
    Produktionsländer:
    Frankreich, USA
    Produktionsjahr:
    2012
    Kinostart Österreich:
    27.12.2012
    Kinostart Deutschland:
    27.12.2012
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Frank ist Besitzer eines Mannequin Ladens. Er lebt ein eher zurückhaltendes und verschlossenes Leben. Doch dies ändert sich, als die junge und hübsche Anna in sein Leben tritt. Für ihre neue Ausstellung wendet sie sich an Frank. Aus dem Treffen entwickelt sich eine Freundschaft. Doch der Schein trügt. Denn unter der Oberfläche verstärkt sich seine geheime Besessenheit. Je länger die Freundschaft anhält, desto heftiger tritt seine Manie zum Vorschein.

Userkritik zu Maniac

Melvin Smiley
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Bewertung: 8/10 Punkte

Seit einigen Jahren sind Remakes bekannter Klassiker in Hollywood nicht mehr wegzudenken und es ist auch wesentlich einfacher, mit aufgewärmtem und bewährtem Futter noch einmal zur Kasse zu bitten, als sich Gedanken zu machen und etwas Innovatives auf das Publikum loszulassen. Es war daher auch nur eine Frage der Zeit, bis auch William Lustigs gar nicht lustiger, sondern vielmehr berühmt-berüchtigter Horror-Klassiker "Maniac" aus dem Jahre 1980 eine Frischzellenkultur erhalten musste.

Die Tatsache allerdings, dass man dieses Projekt nicht in die Hände von Michael Bay und seiner Platimum Dunes - Schmiede legte, die sich zuletzt für das vollkommen verunglückte "Freitag der 13."- Reboot und die eher gewöhnungsbedürftige "A Nightmare on Elm Street"- Neuinterpretation verantwortlich zeigten und dadurch bei vielen Fans in Ungnade fielen, ließ zumindest ein Fünkchen der Hoffnung aufkommen.

Als dann aber auch noch bestätigt wurde, dass Alexandre Aja, der mit "The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen" eines der wohl besten Remakes aller Zeiten geschaffen hat, als Produzent im Hintergrund agieren würde, sollten sich die Sorgenfalten in Bezug auf "Maniac 2.0" schnell lichten.

Und tatsächlich, Regisseur Franck Khalfoun schafft es mit seiner Neuinterpretation des Klassikers, einen Film zu kreieren, der seine Vorlage nicht bloß kopiert, sondern ihr in ihrem Wesen völlig neue Nuancen verleiht und sie damit in vielen Belangen gar übertrumpft.

Wichtigste Neuerung ist sicherlich die fast durchgängige Verwendung der Ego-Perspektive, welche das Publikum die Welt durch die Augen des gestörten Hauptcharakteres sehen und den Zuschauer so quasi zum Mittäter werden lässt.
Diese Perspektive löst sich ganz klar vom gängigen Habitus des bloßen Beobachtens von außen, wirkt anfänglich zweifelsohne befremdlich, aber sorgt innerhalb kürzester Zeit dafür, dass der Zuschauer einen tiefen Einblick in das verkomme Leben des jungen Mannes bekommt, der hier als krankhaft mordender Psychopath erbarmungslos die Reihen junger, attraktiver Damen lichtet und diese zwanghaft verstümmelt.
Dieser Blickwinkel wirkt verstörend, zumal die Kamera immer voll auf das Geschehen hält und mit geschickten Schnitten sowie gelegentlichen Bildverfremdungen schnell klar wird, dass der Mann ein ernsthaftes, sein Leben bestimmendes Trauma hat.

Wer nun denkt, dass Hobbit-Darsteller Elijah Wood nicht das Format für einen bedrohlichen Serienkiller hat, der irrt.
Vielmehr macht seine eher schmale und gewöhnliche Statur den Psychopathen, den er verkörpert, nur noch realistischer und sein tolles, beklemmendes Schauspiel rundet den Gesamteindruck mehr als passend ab.
Anders als Joe Spinell im Original hat Woods hier deutlich weniger Screentime, in der er den Franz (Zito) verkörpern darf, was die Rolle zu einer noch größeren Herausforderung für den jungen Mimen gemacht haben muss, als die Tatsache allein, dass er in die Fußstapfen eines des bekanntesten und geachtetsten Genre-Psychopathen aller Zeiten steigen musste.
Und auch, wenn Elijah Woods optisch kaum etwas mit Joe Spinell in Verbindung bringt, so ist sein Schauspiel mindestens ebenso überzeugend.

Und auch wie schon das blutrünstige Original, welches hierzulande noch immer beschlagnahmt ist, macht auch die Neuverfilmung keinen Hehl daraus, dass es hier wenig zimperlich zur Sache geht. Wenn gemordet wird, dann werden keine Kompromisse gemacht und alles wird genüsslich ausgespielt. Die Effekte sind hervorragend gelungen und größtenteils handgemacht ; stellenweise tut das Betrachten der Szenen fast schon weh, zumal die Ego-Perspektive in Verbindung mit dem zwanghaft-kranken Verhalten des Protagonisten relativ verstörend wirkt. Zwar wurde auf eine Kopie der ebenso legendären wie berüchtigten "Auto-Szene" des Originals verzichtet, aber auch das Dargebotene reicht aus, um den, der ein rohes Filmerlebnis erwartet in Verzückung zu versetzen, auch, wenn hier und da erkennbare CGI-Einschläge (im wahrsten Sinne des Wortes) zu verzeichnen sind.

Was ebenfalls relativ negativ in die Waagschale fällt, das sind einige Logikbrüche, die sich vor allem gegen Ende deutlich häufen, auch, wenn sie nie ein solches Ausmaß annehmen, dass der Film droht, seine ernste Note zu verlieren. Ein paar Ideen wirken allerdings ziemlich unglaubwüridg, was schade ist und sicher auch vermeidbar gewesen wäre.

Am Ende bleibt nur noch die Frage, ob dieses Remake seiner Vorlage gerecht wird und man muss ganz klar sagen, dass dem so ist ! Ob der Film allerdings dem wesentlich schmuddeligeren Original den Rang ablaufen kann, muss jeder Fan selbst entscheiden, da beide Filme ihre definitiven Stärken und Schwächen haben.

Khalfoun schafft es aber dennoch, eine düstere, harte und verstörende Psycho-Studie zu liefern, die durch einen tollen Hauptdarsteller und den Mut zur inszenatorischen Innovation besticht. Hier dürfte selbst der härteste Remake-Gegner seinen Meister gefunden haben und auch Fans von William Lustigs Vorlage werden mit Sicherheit nicht enttäuscht werden.
Ein bedrohlicher Einblick in die Psyche eine kranken Hirns ; klare Empfehlung an alle Freunde deftig-düsterer Genre Kost ! (8,25/10)

geschrieben am 26.05.2013 um 00:13

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ø Wertung: 7,6/10 | Wertungen: 27 | Kritiken: 4