John Q. - Verzweifelte Wut

  • Informationen zum Film
  • John Q. - Verzweifelte Wut

  • Originaltitel:
    John Q
    Genre:
    Krimi, Thriller, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2002
    Kinostart Österreich:
    14.06.2002
    Kinostart Deutschland:
    13.06.2002
    Kinostart USA:
    15.02.2002
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Fabrikarbeiter John Q. Archibald ist zum Äusersten entschlossen! Sein Sohn Michael ist schwer erkrankt und benötigt dringend eine Herztransplantation. Er selbst kann sich die Operation finanziell nicht leisten und die Versicherung will nicht für die Kosten aufkommen. Eine scheinbar aussichtslose Situation. Als es seinem Sohn immer schlechter geht, sieht John Q. nur einen Ausweg: um Michaels Leben zu retten, beschließt er kurzerhand, sich in der Notaufnahme des Krankenhauses zu verschanzen und alle Anwesenden als Geiseln zu nehmen. So will er erzwingen, dass Michael an erster Stelle der Organempfängerliste gesetzt wird. Ihm bleibt wenig Zeit für seinen Plan. ...Oscar-Preisträger Denzel Washington("Training Day") in einem explosiven Action-Drama, das unter die Haut geht!

Userkritik zu John Q. - Verzweifelte Wut

Melvin Smiley
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Bewertung: 7/10 Punkte

Ein verzweifelter Vater nimmt aus einer Kurzschluss-Reaktion heraus Geiseln in einem Krankenhaus, um die Herztransplantation seines todkranken Sohnes zu erpressen. Was wie eine quirlige Mischung aus "Desperate Measures" und "Verhandlungssache" klingt, ist in Wahrheit ein mahnendes, wenn auch recht kitschiges und vorhersehbares Drama von US-Regisseur und Schauspieler Nick Cassavetes, der spätestens mit "Beim Leben meiner Schwester" weltweiten Ruhm erlangt haben dürfte.

Doch auch hier schafft er es, eine Geschichte zu erzählen, die zwar auf den ersten Blick recht simpel anmutet, aber dennoch auf hohem Niveau unterhält. Cassavetes schafft es nicht nur, den Spannungsbogen behutsam aufzubauen und die Charaktere interessant wie facettenreich zu gestaltet ; er schafft es vielmehr, ab dem Höhepunkt, dem tatsächlichen Beginn der Geiselnahme, die Spannung bis zum Finale auf einem konstant hohen Level zu halten.

Dies allerdings allein ihm als fähigen Regisseur zuzuschreiben, wäre zugegebenermaßen Nonsens, da die Schauspieler, allen voran Denzel Washington als titelgebender John Q. , hier eine famose Leistung liefern. Washington als verzweifelter Vater und Kimberly Elise als Mutter, die das Drama um ihren Mann von außen verfolgen muss, leisten hervorragende Arbeit und schaffen es, den Zuschauer durch ihr Schauspiel zu berühren.
Dem gegenüber stehen eine eiskalt agierende Anne Heche als Klinik-Leiterin, sowie ein gewohnt lässig-schmieriger James Woods, der den Chef-Chirurgen mit Hingabe verkörpert ; zwei Figuren-Paare, deren Interessen opponenter kaum sein könnten, was im Verlaufe der Handlung zwangläufig zur Eskalation führen muss.
Die diversen Nebencharaktere, die ebenfalls größtenteils prominent besetzt und relativ gut in die Handlung eingeführt , wenn auch nicht ausführlich charakterisiert werden, runden das Darstellerkino hier noch einmal zusätzlich ab.

Der Film kann sich zudem damit rühmen, dass er nicht bloß konstatiert, sondern gleichsam kritisiert, indem er reichlich Schelte gegenüber dem US-amerikanischen Gesundheitssystem und seinen Lücken zulässt und die gesamte Story auf einer unzureichenden Versorgung vieler US-Bürger durch jenes System fußen lässt ; quasi die unterschwellige Rache eines verzweifelten Mannes aus derArbeiterklasse an dem System, welches ihn in die Enge treibt.

Ob der Film daher als Mahnmal oder ernsthaft erhobener Zeigerfinger gesehen werden kann, ist dennoch fraglich, da das Gezeigte zu realitätsfern und sauber daherkommt.
Vielmehr läuft der komplette Film auf ein fast schon versöhnliches Ende für alle Beteiligten hinaus, was den tragischen Aspekt schmälert und die Kritik ein wenig in den Hintergrund rücken lässt. Daran ändern auch die kurz vor dem Abspann eingeblendeten Interview-Ausschnitte, in denen sich diverse Hollywood-Stars kritisch gegenüber dem US-Gesundheitssystem äußern.

Die unterschwellige Medienkritik fällt darüber hinaus schon fast nicht mehr in's Gewicht ; dieser Aspekt wurde zwar durch die reißerische wie skrupellose Berichterstattung vor dem als Schauplatz dienenden Klinikum angerissen, aber leider kaum konsequent weiterverfolgt, was durchaus schade ist, da Washington durch eben diese Berichterstattung zum Helden innerhalb der Bevölkerung stilisiert wird.

Dennoch, "John Q." ist mehr, als bloßes Melodrama-Geplänkel, da hier aufgrund der rasanten Inszenierung schon fast Thriller-artige Züge zu entdecken sind, die allerdings die tragische Komponente nie zu übertünchen drohen, sondern sie vielmehr unterstützen und den Film als Gesamtkonstrukt abrunden.

Nick Cassavetes ist hier ein wirklich gutes, spannendes und vor allem hervorragend besetztes Drama gelungen, welches allerdings seinem eigentlich anvisierten Charakter als anprangerndes Werk nur bedingt gerecht wird ; zu vorhersehbar und glatt ist doch das Grundkonzept der Story. Dennoch ein ernstzunehmendes Werk, welches diskutiert werden will und auch sollte, zumal das Gesundheitssystem in den USA noch heute für Zündstoff in den Medien sorgt ; unbedingt sehenswert ! (7,25/10)

geschrieben am 23.05.2013 um 20:48

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ø Wertung: 8,5/10 | Wertungen: 4 | Kritiken: 1