I Saw the Devil

  • Informationen zum Film
  • I Saw the Devil

  • Originaltitel:
    Akmareul boatda
    Genre:
    Krimi, Thriller, Horror, Drama
    Produktionsland:
    Südkorea
    Produktionsjahr:
    2010
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Kyung-chul (Choi Min-sik) ist ein gefährlicher Serienmörder, dem die Polizei schon lange auf den Fersen ist. Skrupellos und äußerst brutal vorgehend, vergreift er sich an jungen Frauen. An einem verschneiten Abend ermordet er Ju-yeon (Oh San-ha), die Tochter des Polizeichefs Jang (Jeon Gook-hwan), auf bestialische Weise. Ihr Verlobter – Geheimagent Soo-hyun (Lee Byung-hun) – schwört gnadenlose Rache. Er will Kyung-chul all die Schmerzen zufügen, die dieser seinen Opfern antut. Auch wenn er dazu selbst zum Monster werden muss. Er lässt sich für zwei Wochen beurlauben. Nicht, um das schreckliche Trauma zu verarbeiten, sondern um den psychopathischen Killer auf eigene Faust zu jagen. Ein erbarmungsloser Schlagabtausch beginnt, bei dem Soo-hyun seinen intelligenten Kontrahenten zu unterschätzen scheint …

Userkritik zu I Saw the Devil

Melvin Smiley
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Bewertung: 9/10 Punkte

Spätestens seit David Finchers legendärem Meisterwerk "Sieben" von 1995 ist die Serienkiller-Thematik populärer und erfolgreicher denn je und auch schon zuvor wusste spätestens ein Jonathan Demme mit "Das Schweigen der Lämmer" und dem Kult-Kannibalen Hannibal Lecter eine ebenso düstere wie geniale Schreckensvision von Psychothriller auf die Menschheit loszulassen, die selbst nach Jahrzehnten noch zitiert, oder auch kopiert wird.

Ein Film, der augenscheinlich auf genau jener Welle mitzuschwimmen scheint, ist auch der südkoreanische Thriller "I Saw the Devil" aus dem Jahre 2010, der neben seinen Vorschuss-Lorbeeren vor allem durch seine bewegte Zensurgeschichte auf internationaler Ebene von sich reden gemacht hat.

Nachdem uns in Deutschland glücklicherweise die Originalversion bzw. internationale Schnittfassung ausgehändigt worden ist, welcher selbst die hierzulande höchste Freigabe verwehrt worden ist und welche dann mit einer unabhängigen juristischen Prüfung auf strafrechtliche Unbedenklichkeit veroffentlicht wurde, steigerte sich der Hype um den Film bzw. um seine Sogwirkung ins schier Unermessliche.

Und nach Sichtung des Materials muss man einfach sagen, dass dieser Film keine bloße Kopie bekannter Muster darstellt, sondern dass er sich einerseits vor seinen oben genannten Vorbildern verbeugt, ihre Motive nutzt und sie teils bis zum Herzschlag-Finale auf die Spitze treibt. Der Film beginnt nüchtern mit einem bestialischen Mord und dieser soll eine wahre Kettenreaktion von Gewalt, Sadismen und Rachegelüsten in Gang setzen, die der mündige Zuschauer so noch nicht zu Gesicht bekommen hat.

Mit fast 150 Minuten Laufzeit wirkt der Film, der nach außen hin eine recht trivial wirkende Rachegeschichte thematisiert, deutlich in die Länge gezogen, aber dem ist definitiv nicht so, da Kim Jee-woon sich ausgiebig Zeit lässt, seine beiden Hauptdarsteller zu charakterisieren und die Handlung einzuführen, was bei aller Kälte und Nüchternheit der Darstellung ungemein fesselnd wirkt.

Lee Byeong-heon, welcher schon im Action-Drama "Bittersweet Life" brillierte, spielt den von Rache und Trauer zerfressenen Polizisten und Vigilanten hervorragend und auch sein Opponent Choi Min-sik, der spätestens mit seiner Hauptrolle im Neo-Klassiker "Oldboy" Weltruhm erlangen konnte, geht förmlich in seiner düsteren Psychopathen-Rolle auf.

Beide liefern sich ein erbittertes und erbarmungsloses Duell, bei dem am Ende keine Gewinner hervorgehen können und noch bevor der Film richtig losgeht, ahnt der Zuschauer, dass man hier konsequent auf die finale Kathastrophe zusteuert.

Gewalt ist in diesem Film ein zentrales Thema und selten wurde sie so schonungslos und bestialisch in Szene gesetzt, wie es hier der Fall ist.
Die gezeigten Härten werden nie plakativ ausgespielt, allerdings werden sie dank des düsteren Plots, der allgegenwärtigen Trostlosigkeit und des dominierenden Nihilismus zu einer wahren Zerreißprobe, denn der Zuschauer fühlt den Schmerz der Opfer quasi mit.

Gewalt wird als etwas rohes, unmenschliches und martialisches inszeniert, was wesentlich effektiver und abstoßender wirkt, als es eine sinnlose Schlacht- und Folterplatte im Stil von "SAW" oder "Hostel" jemals könnte.

Die Geschichte selber hat nach einem eher ruhigen Anlauf plötzlich einen ungewohnten Drive und spätestens wenn sich beide Giganten zum ersten Mal gegenüberstehen und sich die Maschinerie aus Rache, Jagd und Gewalt in Bewegung setzt, beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen und neben der schon düsteren Grundhandlung tun sich immer weitere tiefe Abgründe auf, die den Zuschauer des öfteren ungläubig schlucken lassen ; eine Wirkung, die zuletzt Wayne Kramers düsteres und durch Märchen-Motive inspiriertes Thriller-Drama "Running Scared" entfalten konnte.

Das Ende wirkt dann zwar ein wenig abgekupfert und vorhersehbar, aber dies tut dem durchweg hervorragendem Gesamteindruck dieses Genre-Meisterwerkes keinen wirklichen Abbruch.

Am Ende bleibt ein trostloses Trümmerfeld an menschlichen Abgründen und man fragt sich, wie genau der Titel nun zu interpretieren ist, zumal die Grenzen zwischen gut und böse nicht mehr erkennbar scheinen.

Steckt nicht ein Teufel in jedem von uns ? (9,5/10)

geschrieben am 27.04.2013 um 15:18

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ø Wertung: 9,4/10 | Wertungen: 31 | Kritiken: 7

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