Der Sturm

  • Informationen zum Film
  • Der Sturm

  • Originaltitel:
    The Perfect Storm
    Genre:
    Action, Thriller, Abenteuer, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2000
    Kinostart Deutschland:
    20.07.2000
    Kinostart USA:
    30.06.2000
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Die Gefahr von Sturm und Wellen auf hoher See ist ihr Alltag, für einen erfolgreichen Fischzug geben sie alles - die Schwertfischer von Gloucester riskieren täglich ihr Leben und sind stolz darauf! Aber als Captain Tyne (George Clooney) und seine Crew dieses Mal auslaufen, um den letzten Fang der Saison einzuholen, ahnen sie nicht, welcher Macht sie sich stellen müssen ...

Userkritik zu Der Sturm

hudeley
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Bewertung: 8/10 Punkte

Der Sturm

Die Einwohner des Städtchens Gloucester in Massachussetts leben fast ausschließlich vom Fischfang und auch das meist mehr schlecht als recht. Einer von ihnen ist Captain Billy Tyne , der nach einer Reihe von schlechten Fangfahrten das Glück erzwingen will. Obwohl schon Oktober ist und das Wetter immer schlechter wird, will er noch einmal in die entferntesten Schwertfischgründe aufbrechen. Seine fünfköpfige Crew, allen voran der verliebte Billy Shatfort macht mit. Tatsächlich machen sie schließlich reiche Beute, doch dann kommt es zu einem Wetterphänomen, das noch kein Meteorologe auf dem Schirm hatte. Mehrere Druckeinflüsse kreieren einen Killersturm, wie ihn die Menschheit noch nicht gesehen hat. Und die "Andrea Gail" läuft genau darauf zu... ofdb.de

Manchmal ist es wirklich amüsant, wie sehr gewisse Berufsgruppen in Filmen heroisiert werden. Nach Feuerwehrmännern, der Polizei, Rettungsschwimmern und der Army widmen wir uns heute den ... Schwertfisch Fischern. Ja, richtig gehört: den Schwerfisch Fischern.
Dieser 130 minütige Film opfert doch tatsächlich eine Stunde der Charaterzeichnung. Was nett gemeint ist, erreicht nur irgendwann den Zeitpunkt wo ich mir denke: "ok, diese Männer machen mit Sicherheit einen guten Job. Aber muss man wirklich eine 60 minütige Arschkriecherei abliefern?" Getreu dem Motto "sind wir Schwertfisch Fischer oder sind wir Schwertfisch Fischer!" trotzen sie dem bösen Boss am Deck und steuern ihr Schwerfisch Fischerboot in die entlegensten Gebiete. Wow, amerikanischer Hurra-Patriotismus in Bezug auf eine Fischercrew. Das gibt's selten.
Sobald dann die "Handlung" in Gang kommt, macht der Film etwas, was ich irgendwie als inszenatorischen Missgriff bezeichnen würde. Denn sämtliche Probleme und Gefahren, die den Hauptteil dominieren, entstehen alleine aufgrund der Dummheit der Charatere. Man muss sich das wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen: Im schlimmsten Sturm - und ich rede hier wirklich von Wellen die größer sind als der Fischkutter - zieht die Fischercrew mitten in das Epizentrum um Schwertfische zu fangen. Trotz der Warnung, dass an der Stelle ganze drei (!) Stürme aufeinander treffen, fahren sie ungehindert weiter. Kurz darauf fliegt ihnen nichtnur die Antenne davon, sondern es löst sich auch noch der Ausleger für den Anker und schlägt ihnen damit die Frontscheibe der Bordbrücke ein. Hineinströmendes Wasser, kein Funkkontakt und ein herumschwingender Anker sind jedoch auch kein Hindernis für echte Schwertfisch Fischer. Der Kapitän übergibt unterdessen einem anderen das Steuer, versucht mit einem Schweißbrenner bewaffnet auf den herumschwingenden Ausleger zu klettern um den Anker abzuschweißen. Der ca. 10 Meter lange Ausleger wird durch die Wellen hoch und runter geworfen und selbst ein Aufprall aus 10 Meter Höhe (was mit Sicherheit mehrere gebrochene Rippen zur Folge hatte), sowie das anschließende Untertauchen in einer Riesenwelle, reißt den Kapitän, der mit einer Hand immernoch den Schweißbrenner halten muss, nicht von dem Metallteil los. In der Zwischenzeit wurde von einem anderen Boot ein Notrufsignal für unser Fischerboot ausgesandt, was die Rettungsschwimmer auf den Plan ruft. Diese waren gerade auf einem Einsatz und liefern, trotz des zu hohen Risikos, ihre gerade geretteten Personen auf einem Rettungsschiff ab (welches übrigens auch mitten im Sturm festsitzt) und wollen mit dem Hubschrauber zur Schwertfisch Fischercrew weiterfliegen. Da das Benzin langsam knapp wird, fordern sie ein Tankflugzeug an. Aufgrund des Sturmes bekommen sie es leider nicht hin in der Luft zu tanken, weswegen sie die Tankaktion abblasen und mit maximal einem Liter Kerosin weiterfliegen. Die Tankanzeige ist schon auf tiefrot, aber echte Rettungsschwimmer opfern scheinbar gerne ihr Leben für andere. Kaum am Ziel angekommen wird natürlich der Heilkopter von einer Welle ins Meer gerissen. Unsere Fischercrew bekommt unterdessen von dem ganzen Schlamassel überhaupt nichts mit und fährt immernoch konsequent ins Schwertfisch-Eldorado weiter.
Bevor ich mir hier noch den Wolf schreibe, breche ich an der Stelle mal ab. Die Story hat scheinbar eine besoffene Schnapsdrossel geschrieben, denn anders kann ich mir diese Logik nicht erklären.
Aber wie ihr seht, bekam der Film von mir trotzdem 8 Punkte. Warum?
Ganz einfach: lässt man die Story und die langweilige erste Stunde außer Acht, so wäre der Streifen sogar ein 10 Punkte Kandidat. Die Effekte, also die ganzen Aufnahmen im Meer, sind bloß atemberaubend. Da kommen wirklich 30 Meter hohe, senkrechte Wellen auf das Boot zu und drehen den Kahn sogar um die eigene Achse. Wow, einfach nur wow.
Die Schauspieler, allem voran George Clooney als Capitän oder Mark Wahlberg als ... der andere auf dem Boot, liefern natürlich eine tolle Performance ab und gerade gegen Ende sind sie einem wirklich ans Herz gewachsen.
Kleiner Spoiler: das unhappy End ist nichtnur konsequent, sondern auch größtenteils kitschfrei inszeniert. Man schwenkt am Ende noch kurz zu den Angehörigen über und diese Szenen sind definitiv dramatisch ausgefallen.

"Der Sturm" ist eigentlich ein perfekter Film, wäre diese Heorisierung der Charatere nicht. Außerdem wird der Hauptplot alleine durch die Dummheit derselben aufgebaut, was einem Mitfiebern und Mitfühlen anfangs doch recht schwer macht. Sobald dann aber der Film sich auf das besinnt was er ist - ein Katastrophenfilm/ -drama - bleibt dem Zuschauer die Spuke weg. Die Effekte sind einfach nur der Wahnsinn und besonders die Szenen auf See sind etwas, was man nur selten sieht. Der letzte Eindruck des Filmes war ein wirklich positiver, deshalb gibt es:

8/10

geschrieben am 30.12.2012 um 17:02

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ø Wertung: 6,4/10 | Wertungen: 11 | Kritiken: 1