The Woman

  • Informationen zum Film
  • The Woman

  • Originaltitel:
    The Woman
    Genre:
    Krimi, Thriller, Horror, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2011
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Chris Cleek, ein perfekter Vater mit Bilderbuchfamilie, trifft bei einem Jagdausflug auf eine verwahrloste Frau und kann das sich wild sträubende Wesen einfangen. Im Keller legt er sie in schwere Ketten und stellt sie nach dem Dinner seiner Familie vor. Gemeinsam, so Chris Plan, sollen die Cleeks die Frau fortan zu einem nützlichen Mitglied der Gesellschaft erziehen. Mit dieser Entscheidung reißt er Frau und Kinder in einen bitteren Strudel des Wahnsinns, an dessen Ende ein Blutbad steht …

Userkritik zu The Woman

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Bewertung: 8/10 Punkte

The Woman basiert auf einem Roman des US-Autors Jack Ketchum der fast zeitgleich mit dem Film erschien.Hierbei handelt es sich um die Fortsetzung der Romane Beutegier und Beutezeit.Kenner der Materie wissen sicher über den Inhalt bescheid,für alle Anderen reiss ich den mal kurz an: Eine Kannibalensippe macht Jagd auf jeden der sich in ihrem Revier herumtreibt um diesen dann zu verspeisen,so leben sie seit etlichen Jahren und sorgen durch Inzucht für ihren Fortbestand.Von den beiden Büchern wurde Beutegier im Jahr 2009 von Andrew Van Den Houten verfilmt daran schliesst nun The Woman an.Der Unterschied hier im Gegensatz zu anderen gelungenen ( The Girl Next Door ) und weniger gelungenen ( The Lost ) Ketchum- Adaptionen ist, daß der Meister hier am Drehbuch mitgeschrieben hat und das merkt man dem Streifen zu jeder Sekunde an.

Wie so oft in den Romanen des grossartigen Horrorautors geht es auch in The Woman um die Bestie Mensch.Ein Familienvater der von kranker Doppelmoral durchtränkt ist, der seine Frau schlägt und der meint eine Wilde zivilisieren zu müssen.Der ausserdem nichts dagegen hat das sein Sohn die wilde Frau befummelt,denn schliesslich sei er ja ein Junge in der Pubertät.Im Gegenzug aber die Schwangerschaft seiner Tochter verleugnet,denn diese hat in seinen Augen weder Freund noch Sex ist schon harter Tobak.Genau dies sind die Charaktere die in Jack Ketchum's Büchern das Grauen hinaufbeschwören und dies macht auch die Stärke des Filmes aus.Hier lässt man sich Zeit die einzelen Charaktere vorzustellen, sie näher zu beleuchten um sie schlussendlich genau zu kennen.Dabei switcht der Film immerwieder zwischen Familiendrama und krankem Horrorthriller hin und her,wir sehen was der Vater der gefesselten Frau antut und im nächsten Moment die Probleme der Tochter in der Schule.Das macht einen Grossteil der Sogwirkung von The Woman aus, das eine nach aussen hin normale Familie einfach schweigend das Treiben seines Oberhauptes hinimmt oder im Falle des Sohnes noch Spass an den Quälereien hat.Das lässt den Zuschauer unweigerlich daran denken den Keller des eigenen Nachbarn mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Regiesseur Lucky McKee ( May - Die Schneiderin des Todes ) inszenierte The Woman in ruhigen aber eindringlichen Bildern, bei manchen Kameraeinstellungen kommt der Zuschauer sich fast wie ein Voyeur vor.An Action wurde allerdings gespart, aber hier einen Splatterreisser zu drehen dürfte auch schwerlich die Intention der Macher gewesen sein,die Gewaltschraube wird erst in den letzten 15 Minuten so richtig losgedreht, aber dazu komme ich noch.Was mich etwas gestört hat war der Look des Streifens hier hätte ein grobkörnigers Bild einiges für eine noch kränkere Atmosphäre tun können.Gerade bei Filmen mit solcher Thematik ist ein " dreckiger " Look essentiell um vollkommen von der Geschichte überzeugt zu werden, aber so sind nun mal die modernen Zeiten in denen man jeden Pickel hochauflösend präsentiert bekommt.Bevor ich jetzt zu sehr abschweife widme ich mich lieber meinem Lieblingsthema, den Effekten.

Um ehrlich zu sein hatte ich bei vorliegendem Film schon etwas mehr Gore erwartet, aber nach der Sichtung wurde mir klar das dies im grössten Teil des Films gar nicht nötig gewesen ist,dort zieht der Streifen eher auf psychischer Ebene den Zuschauer in seinen Bann.Man stellt sich eher die Frage wer denn nun zivilisierter ist der Vater oder " Die Frau " als auf den nächsten Effekt zu warten.Ein gutes Beispiel ist die Szene wo der Sohn sich zu der Frau in den Keller schleicht um sie zu quälen, hier wird viel der Vorstellungskraft des Zusehers überlassen, was oft härter ist als die Darstellung physischer Gewalt.In der letzten Viertelstunde allerdings ist Schlachtplattenzeit und der geneigte GOREmet kommt voll auf seine Kosten.Es wird ein Herz rausgerissen und ( achtung witzig ) herzhaft reingebissen, ebenso wie in ein Gesicht, jemand wir zerfleischt und der Nächste erlebt die Trennung von Unter und Oberkörper.Das alles ist toll umgesetzt worden und was ebenso wichtig ist schön Old-Schoolig.Desweiteren erleben wir noch eine krude Überraschung von der ich nicht zuviel verraten möchte.Stichwort Hundehütte.

Den schauspielerischen Aspekt möchte ich hier natürlich nicht aussen vor lassen.Vor allem Pollyanna MacIntosh in der Rolle " der Frau " zeigt eine beachtliche Leistung,die Glaubwürdigkeit mit der sie ihren Part spielt verdient Respekt.Da sie kaum spricht und wenn dann hauptsächlich Unverständliches muss sie ihrem Charakter alleine durch Gestik und Mimik Tiefe verleihen und dies gelingt ihr vorzüglich.Sie wirkt verwildert, barbarisch und äussert bedrohlich.Auch John Bridgers als Vater dürfte in den Köpfen des Zuschauers hängen bleiben und sei es nur aus dem Grund das man eine tiefe Abneigung gegen seinen Charakter verspürt.Solche Gefühle beim Zuschauer auslösen zu können zeugt von einer beachtlichen schauspielerischen Leistung.Auch der Rest des Casts spielt sehr solide, hier möchte ich aber Angela Bettis als Mutter hervorheben,wie sie es versteht die Hoffnungslosigkeit ihrer Rolle rüberzubringen und Apathie glaubhaft zu vermitteln ist grossartig.

Die mir vorliegende DVD stammt von Capelight Pictures und ist in einer schnöden Amaray mit Wendecover untergebracht.Auf Bu-Ray gibt es auch ein Steelbook das man sich zulegen sollte wenn man mehr Wert auf die Verpackung legt.Das Bild ist wie schon erwähnt kristallklar und reicht mir vollkommen aus, sodass ich nicht auf die Blu-Ray zurückgreifen muss.Als Extras sind entfallene Szenen, ein Making-of, Behind the Scenes Material sowie ein Kurzfilm enthalten.Also mehr oder weniger das Standardprogramm.

The Woman ist ein überdurchschnittlicher Film geworden,daß liegt zum einem am starken Drehbuch das von den Schauspielern kongenial umgesetzt wurde und zum anderen an der Atmosphäre die den Zuschauer von der ersten Minute an in den Bann zieht, langsam immer bedrohlicher wird um schliesslich in einem kurzen aber dafür recht blutigem Finale zu gipfeln das es eine wahre Freude ist.Ein Minuspunkt ist der Look des Filmes der mir für einen Film mit dieser Thematik zu sauber ausschaut.So komme ich auf folgende Wertung:

7,5/10 ZERBISSENEN GESICHTERN

geschrieben am 03.12.2012 um 13:22

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ø Wertung: 7,8/10 | Wertungen: 20 | Kritiken: 4

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