Wicker Man - Ritual des Bösen

  • Informationen zum Film
  • Wicker Man - Ritual des Bösen

  • Originaltitel:
    The Wicker Man
    Genre:
    Thriller, Mystery, Horror
    Produktionsländer:
    USA, Deutschland, Kanada
    Produktionsjahr:
    2006
    Kinostart Österreich:
    03.11.2006
    Kinostart Deutschland:
    02.11.2006
    Kinostart USA:
    01.09.2006
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Nach einem schrecklichen Unfall leidet der Polizist Edward Malus (Nicolas Cage) an wiederkehrenden Flashbacks jenes kleinen Mädchens, das vor seinen Augen im Unfallfahrzeug verbrannt ist. Während er sich gerade eine Auszeit von seinem Job gönnt, erhält er einen Brief von seiner einstigen Verlobten (Kate Beahan), die ihn damals kurz vor der Hochzeit plötzlich verlassen hat. Sie lebt jetzt in einer vermeintlichen Farmerkommune auf der abgeschiedenen Insel Summersisle. In ihrem Brief bittet sie Edward um Hilfe, da ihre Tochter verschwunden ist. Obwohl sie die Insel nicht verlassen hätte können, ist sie seit einiger Zeit unauffindbar und ihre Mutter entsprechend in Sorge. Der Polizist macht sich also auf den Weg nach Summersisle um in dieser Sache Ermittlungen anzustellen. Auf der Insel angekommen bemerkt er sogleich die Feindseeligkeit, mit der ihm die Einwohner begegnen. Er wird ganz offenkundig als Eindringling gesehen und seine Ermittlungen gestalten sich entsprechend schwierig. Die widersprüchlichen Aussagen lassen Zweifel daran, ob das Mädchen überhaupt jemals auf der Insel war, alle Spuren führen ins Leere. Noch dazu kommen Edward die Einwohner der abgeschiedenen Kommune immer seltsamer vor. Zufällig belauschtes Gerede von mysteriösen Ritualen, von Tod und Wiedergeburt, irritieren ihn noch mehr als das undurchsichtige Verhalten der Einwohner...

Userkritik zu Wicker Man - Ritual des Bösen

hudeley
Weitere Kritiken des Users

Bewertung: 8/10 Punkte

Wicker Man [Remake]

Es gibt Filme, die in regelmäßigen Abständen als Negativbeispiel für misslungene Remakes herhalten müssen. Wicker Man, mit Nicholas Cage gehört in diese Kategorie. Der Film ist das Remake des gleichnamigen Originals aus den 70ern, auf das ich eigentlich auch nur durch den Song "Wicker Man" von Iron Maiden aufmerksam wurde. Großartiges Lied, nur so am Rande. Den originalen Wicker Man kenne ich noch nicht, aber das werde ich bald nachholen.

Weil ihre Tochter verschwunden ist, folgt der Polizist Edward Malus dem Hilfsgesuch seiner Exfreundin Willow, nachdem ihn ein schrecklicher Unfall auf der Autobahn in ein monatelanges Trauma stürzte. Die Spur führt ihn auf die abgelegene Insel Summersisle irgendwo vor der Nordwestküste der USA. Die dort lebenden Einwohner sind kaum besser als seltsam zu nennen, richten sie ihr Leben doch nach alten, archaischen Traditionen aus. Über Malus Ermittlungen bezüglich des Mädchens Rowan macht man sich eher lustig. Und Malus, vom Ehrgeiz gepackt, seine früheren Fehler zu sühnen, gräbt immer tiefer in den Geheimnissen der Gemeinde um eine geheimnisvolle Schwester. Doch damit nähert er sich auch dem Verhängnis, denn das Zentrum der Inselreligion ist der alljährliche "Wicker Man"... ofdb.de

Eines vorweg: ich kann mir genau denken, was manche an diesem Film hassen. Das ist zum einen Cage, der völlig reserviert rüberkommt aber im gleichen Atemzug teilweise ein extremes Overacting an den Tag legt. Zum anderen wird es das vollkommen kitschige Setting sein, denn die Insel, auf der der Film spielt, besteht zu 90% aus bunten Blumen und gepflegten Gärten.
Aber und das ist das fetteste Aber was ich jemals in einer Review geschrieben habe, der Film hat auf mich eine derartige Faszination ausgeübt, dass ich nach dem Abspann aus dem Grinsen nichtmehr herauskam. Eine kurze Vorwarnung: ich weiß nicht warum mir soetwas gefallen hat und ich gehe auch nicht davon aus, es in den nächsten paar Sätzen plausibel erklären zu können.
Nicholas Cage gehört durchaus zu meinem Lieblingsschauspielern. In den letzten Jahren hat er zwar nicht gerade großartige Leistungen abgeliefert und ehrlich gesagt war sein Auftritt in Wicker Man auch nicht gerade das, was man von Cage erwartet, aber Cage ist Cage ist Cage ... ist Cage (sagt das mal 10x hintereinander!). Egal wie merkwürdig er hier auch spielt, eine gewisse Ausstrahlung kann man ihm einfach nicht absprechen und lieber sehe ich einem etwas unbeholfenem Nicholas Cage beim Schauspielern zu, als technisch perfekten, gesichtslosen, austauschbaren und unbekannten Schauspielern. Ich weiß, dass man das anders sehen kann, aber Cage's Performance war hier im Großen und Ganzen "ok".
Der nächste Punkt, der für mich übrigens dei größte Überraschung war, war das Setting. Die Insel erinnert mich irgendwie an eine Mischung aus The Village, Survival Of The Dead, Hotel Zur Hölle und Alice Im Wunderland. Ich habe keine Ahnung wie das alles zusammenpassen soll, aber so kam mir es persönlich vor. Die Dorfbewohner verhalten sich kollektiv komisch, man weiß, dass etwas Böses auf der Insel lauert und im krassen Gegensatz dazu sehen wir ein Inseldörfchen, welches komplett im Grünen liegt, mit Blumen zugekleistert ist und mehr an Rosamunde Pilcher oder die Insel Mainau erinnert, als an einen Horror-/Mysteryfilm.
Diese Diversität, bzw. die vollkommene Gegensätzlichkeit der düsteren Grundstory eines verschwundenen Mädchens welches scheinbar etwas mit der Ankunft des "Wicker Man" in Verbindung steht und der lebensfrohen, bunten Insel bilden in meinen Augen eine derart dichte und widersinnige Atmosphäre, dass der Streifen wegen mir 5 Stunden hätte gehen können. Wenn ich den Film endgültig in den höchsten Himmel loben wollte, so würde ich noch "kafkaesk" in den Raum werfen, aber dazu mangelt es leider an manchen Stellen an der B-Note.
Der Plottwist am Ende hat mich durchaus überrascht, genauso wie der Wicker Man, so simpel die 'Figur' auch war, extrem imposant war.

Der Film "Wicker Man" mit Nicholas Cage ist zwar kein perfekter Film, aber stellt für mich trotzdem die filmische Überraschung der letzten Monate da. Die Aussage "die einzelnen Elemente haben so überhaupt nicht zusammengepasst, dass sie irgendwie wieder gepasst haben" war selten treffender und obwohl mein Verstand sagt "hasse diesen Film!" sitze ich mit dem breitsten Grinsen seit meiner ersten und einzigsten Mathenote, welche keine 5 darstellte, im Sessel und freue mich einen Film gesehen zu haben, der sich etwas getraut hat. Ich kenne zwar das Original nicht und kann auch nicht vergleichen, inwieweit das Remake gewissen Ideen 'geklaut' bzw. adaptiert hat, aber Wicker Man war einfach erfrischend anders. Hätte Cage an einigen Stellen eine nicht ganz so hilflose Figur abgegeben und wenn der Film etwas eindeutiger zum Höhepunkt hingearbeitet hätte, so würde ich hier die seltenen 10/10 Punkte vergeben. So reicht es "nur" zu überdurchschnittlichen 8/10, aber mein Gesamteindruck des Filmes war mehr als nur positiv.

8/10

geschrieben am 30.10.2012 um 16:07

Kommentare (2)

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@ Dreamer Deceiver
Das Original habe ich mir schon bestellt und ich kann es wirklich kaum erwarten!
Hier kann ich eigentlich nur das selbe wie eben zu deinem Kommentar bei "Carrie" schreiben: wenn ich im Vorraus höre, dass alle den Film in Grund un Boden stampfen, dann sind meine Erwartungen natürlich mächtig tief im Keller. Umso überraschter war ich dann ;)

Ich gehe fest davon aus, dass mir das Original noch besser gefallen wird!

geschrieben am 04.11.2012 um 02:34 Uhr #2

Das Original kann ich dir nur wärmstens empfehlen. Dann verstehst du sicher auch die Kritik an dem Remake (ich halte es auch für fürchterlich). Wenn man kurz zusammenfassen müsste was darin besser ist: Alles! Mit fällt nichts ein, wo das Remake mit dem Original mithalten kann. Story (vor allem das Ende!), die damit verbundenen Bedeutungen (die beim Remake verloren gehen), Setting, Atmosphäre, die Darsteller (allen voran Edward Woodward als streng katholischer Polizist).
Meiner Meinung nach ist das Original ein verdienter Klassiker und das Remake... vielleicht ok wenn man das Original nicht kennt, aber im Direktvergleich so als würde man Fanta mit Orangen vergleichen.

geschrieben am 03.11.2012 um 17:05 Uhr #1

 

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ø Wertung: 4,3/10 | Wertungen: 7 | Kritiken: 1