Kidnapped

  • Informationen zum Film
  • Kidnapped

  • Originaltitel:
    Secuestrados
    Genre:
    Thriller, Horror
    Produktionsländer:
    Frankreich, Spanien
    Produktionsjahr:
    2010
    Kinostart USA:
    17.06.2011
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Jaime und Marta, seit vielen jahren glücklich verheiratet, ziehen mit ihrer pubertierenden, 16-jährigen Tochter Isa in ein neues, luxuriöses Haus um. Es sollte ein perfekter Abend werden: Nachdem die Möbelpacker fort sind, wird der Umzug mit Champagner gefeiert. Doch ihre heile Welt explodiert zusammen mit dem Schlafzimmerfenster in tausend Scherben. Eine brutale Bande dringt in die Villa ein und nimmt sie als Geiseln. Für die verängstigte Familie beginnt eine Nach unfassbaren Terrors…

Userkritik zu Kidnapped

Hitchcock_89
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Bewertung: 6/10 Punkte

Der Juni scheint, zumindest was Heimkino-Releases betrifft, ein wahrer Genuss für Horrorfans zu sein. Neben dem überaus gelungenen Remake (und auch dem Original) von "I spit on your Grave" erscheint auch der spanische Horrorthriller KIDNAPPED, glücklicherweise gleich auf Anhieb ungeschnitten. Schon seitdem der Film auf dem Fantasy Filmfest gelaufen ist gibt es erste vielversprechende Kritiken zum Film die sich in letzter Zeit immer weiter häuften. Ein gnadenloser Film, wie ein Schlag in die Magengrube soll der Film den Zuseher bedrücken. Unter diesen Voraussetzungen war natürlich klar, dass ich den Film auch möglichst schnell sehen muss und mit doch recht hohen Erwartungen konnte ich mir diesen heute endlich ansehen...

Der Inhalt: Jaime und Marta, seit vielen jahren glücklich verheiratet, ziehen mit ihrer pubertierenden, 16-jährigen Tochter Isa in ein neues, luxuriöses Haus um. Es sollte ein perfekter Abend werden: Nachdem die Möbelpacker fort sind, wird der Umzug mit Champagner gefeiert. Doch ihre heile Welt explodiert zusammen mit dem Schlafzimmerfenster in tausend Scherben. Eine brutale Bande dringt in die Villa ein und nimmt sie als Geiseln. Für die verängstigte Familie beginnt eine Nach unfassbaren Terrors…

Der Film beginnt mit einer Szene die im Nachhinein betrachtet wohl nur geringfügig mit dem eigentlichen Film zu tun hat, der Störfaktor hält sich mit der Bedeutungslosigkeit jedoch in Grenzen bzw. ist so gut wie gar nicht vorhanden. Spannend an KIDNAPPED finde ich, dass er (zumindest in gefühlter) Echtzeit läuft - das verschafft dem Film ein großes Maß an Authentizität und macht es auch leichter sich in die Lage der Charaktere zu denken. Diese sind ohne Frage gut besetzt, doch so richtig vereinnehmen konnten mich die Darsteller nicht. Der ein oder andere abgezogene Sympathiepunkt konnte durch schauspielerische Leistung auch nicht ausgemerzt werden, aber auch hier hält sich der "Schaden" in Grenzen. Herausragend sind die Darsteller nicht, aber dennoch gut - lästern auf hohem Niveau würde ich das jetzt mal nennen. Was mich hingegen weit mehr gestört hat war das langsame Tempo des Films das er einfach zu lange auf einem zu niedrigen Level hält. Der Film dauert inkl. Abspann gerade einmal 84 Minuten, da kann man von einem Thriller einen fast lückenlosen Spannungsbogen erwarten der ohne große Rückschläge auskommt. Bei KIDNAPPED hab ich mich allerdings bei Minute 50 - also eine knappe halbe Stunde vor Schluss - gefragt, wann es denn nun "richtig" los geht. Der Film ließ mich in Anbetracht der behandelten Thematik einfach zu lange kalt und ist auch jetzt, nach dem Abspann, bei weitem nicht so intensiv wie andere Genrefilme geschweige denn so packend wie ich es mir erhofft hatte (hier spielt möglicherweise das Problem zu hoher Erwartungen eine Rolle, wenn auch eine geringe). Am Ende hat der Film zwar einen Zahn zugelegt, aber das ist sozusagen auch die Pflicht fast eines jeden Films. So richtig mitreißen konnten mich die Ereignisse aber selbst im Finale nur in ganz geringem Ausmaß und das ist die größte Schwäche des Films. Wenn es um Mord im Zusammenhang mit Kidnapping, Vergewaltigung und Tod einer Familie geht sollte es in meinen Augen die Hauptaufgabe eines Films sein zu schocken und den Zuseher zu bedrücken. Das gelang KIDNAPPED bei mir schlicht und ergreifend nicht. Wenn auch abartig und brutal zur Sache gegangen wird, der Film bleibt weit hinter seinen Möglichkeiten. An sich harmlosere Filme haben mir da schon weit mehr zugesetzt.

Ein schlechter Film ist KIDNAPPED deswegen aber noch lange nicht. Stellenweise gelingt es sehr gut zu verblüffen, so gab es den ein oder anderen Moment an dem ich schon zusammenzucken musste oder der wirklich näher an mich ran kam, davon gab's eben nur zu wenig. Handwerklich ist der Film aber einfach toll anzusehen, das dürfte vor allem an der Kameraarbeit liegen. Schon im Einstieg fällt die Kameraführung auf interessante Art und Weise auf und auch danach folgten noch einige Einstellungen und Stilmittel wie etwa bestimmte (sehr gut gewählte) Blickwinkel oder die gleichzeitige Darstellung mehrerer Winkel. Die Effekte sind gut und auch durchaus hart, verfehlen ihre mögliche Wirkung allerdings und womöglich sehe ich auch genau deswegen keinen Grund für eine eventuelle Indizierung in Deutschland.

KIDNAPPED ist dank Verzicht auf unlogische "Anzünder" eigentlich zu jeder Zeit greifbar realistisch und wahnsinnig authentisch, was an dem Echtzeitgefühl liegen dürfte. Vor allem in Bezug auf die Kameraarbeit gibt es hier viel Interessantes und Neues zu sehen - dass ich das aber als Highlight des Films bezeichnen würde, hätte ich mir vor wenigen Stunden noch nicht gedacht. Dem Film gelingt es trotz relativ kurzer Laufzeit nicht über kurze Momente hinaus zu packen und ließ mich einfach zu lange kalt, trotz dramatischster Ereignisse. Diese schwerwiegende Schwäche kann aber auch durch handwerkliche Stärken (Kamera, Effekte und auch Schauspieler) nicht aufgehoben werden. KIDNAPPED bleibt sowohl hinter meinen zugegeben relativ hoch gesteckten Erwartungen und auch hinter seinen Möglichkeiten, ist es aber aufgrund genannter Punkte dennoch wert gesehen zu werden.

7/10 Bankomaten

geschrieben am 13.11.2014 um 22:03

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ø Wertung: 6,8/10 | Wertungen: 22 | Kritiken: 6

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