Grindhouse

  • Informationen zum Film
  • Grindhouse

  • Originaltitel:
    Grindhouse
    Genre:
    Action, Thriller, Horror
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2007
    Kinostart Deutschland:
    03.07.2008
    Kinostart USA:
    06.04.2007

Userkritik zu Grindhouse

Hitchcock_89
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Bewertung: 9/10 Punkte

Die beiden Kultregiesseure Quentin Tarantino und Robert Rodriguez sind ja bekanntlich sehr gute Freunde und haben dementsprechend auch schon das ein oder andere Projekt gemeinsam auf die Beine gestellt. Ob die beiden nun die Funktion des Produzenten, des Regiesseurs oder eines Darstellers eingenommen haben - in verschiedensten Konstellationen haben die beiden schon zusammen gearbeitet, unter anderem bei From Dusk till Dawn, Sin City oder Desperado. Mit GRINDHOUSE haben sie sich aber garantiert das bisher außergewöhnlichste Projekt an Land gezogen. Es soll sich dabei um eine Hommage an das Grindhouse-Kino der 60er und 70er Jahre handeln, das vor allem für seine B-Movies bekannt war. Möglichst authentisch haben die beiden versucht stilistisch wie auch inhaltlich dem Genrefilm vergangener Jahre so nahe wie's nur geht zu kommen.

Das Konzept wurde dem gerecht natürlich angepasst, sodass es sich hier nicht nur um ein Double Feature - also zwei gezeigte Filme hintereinander von einem jeweils anderen Regiesseur - handelt, auch für einen Original getreuen Übergang hat man mit einigen Trailern gesorgt, auf die ich später nochmal zurückkomme.

Planet Terror

Das gesamt über 3 Stunden lange Filmerlebnis beginnt mit einem der Fake-Trailer, die man eigens für dieses Projekt gedreht hat. Was den einleitenden aber von den anderen unterscheidet: es entstand aufgrund der Nachfrage 2010 tatsächlich ein Spielfilm aus dieser Idee, die Rede ist natürlich von Machete. Der knapp zweiminütige fiktive Trailer um den Killer Machete (Danny Trejo) kam bei den Fans derart gut an, dass er es nun auch auf die Leinwand geschafft hat - völlig zurecht! Der Trailer macht schon richtig Spaß und sollte auch Basis für einen tollen Genrefilm sein. Auch als Einleitung wie man sie aus dem (Grindhouse-)Kino kennt funktioniert er prächtig, anschließend beginnt Robert Rodriguez' Beitrag des Double Features, PLANET TERROR...

Schon mit der Einstiegssequenz belehrt Rodriguez sämtliche Zweifler, denn mit dem Intro schließt er meiner Meinung nach direkt an From Dusk till Dawn an was die Klasse betrifft. Der verrauchte, schmutzige Stil ist einfach unglaublich gut gelungen, selbst ohne die bildtechnischen Beeinflussungen um den billigen Grindhouse-Stil zu erschaffen würde der Film wohl toll aussehen, genau diese runden die optisch aber schlussendlich ab und machen den Film zumindest verdammt ansehnlich. Besonders die kurze Intermission wegen eines "Missing Reel" ist einfach nur köstlich und bringt mich immer wieder zum Lachen - man hat einfach an alles gedacht!

Während den Credits bekommt man einen Tanz von Hauptdarstellerin Rose McGowan serviert und genau dies erinnert an From Dusk till Dawn - Inszenierung, Musik... da denkt man zwangsläufig an Satanico Pandemonium (Salma Hayek). Und wo ich PLANET TERROR gerade mit dem für mich ganz klar besten Rodriguez-Film vergleiche: der ganze Film kann diese Genialität aufrecht erhalten, hier zeigt Rodriguez, dass er es nach wie vor drauf hat!

Gut, den Film jetzt mit üblichen Trashfilmen zu vergleichen ist natürlich fragwürdig, doch wenn man es genau nimmt ist PLANET TERROR nichts anderes als Trash. Doch im Vergleich zur Norm hat man hier ein Vielfaches an Budget zur Verfügung das ausgegeben werden will. Zweifelsohne fällt dabei einiges auf die Darsteller zurück denn Bruce Willis, Josh Brolin, Michael Biehn und viele weitere müssen auch erst einmal bezahlt werden. Und trotz der großen Namen die sich für diesen Film hergegeben haben sehe ich den Film zu 100% als Trash an. Dafür spricht nicht nur der Grindhouse-Look der sich natürlich über den ganzen Film zieht, auch übertriebenen Effekten lassen ausschließlich auf diese kleine aber feine Gattung Film schließen. Infizierte verwandeln sich in Blob ähnliche Gestalten, die Settings wirken genau so dreckig wie der ganze Film und von den Blutfontänen braucht man gar nicht erst zu sprechen. Sämtliche Körperteile - egal ob Hoden oder Beine - werden abgetrennt oder zerschossen. Ja, zerschossen! Nicht angeschossen, nicht durchschossen - bei jedem Einschuss spritzt das Blut in Massen wie man es wohl noch nie zuvor gesehen hat. Herrlich übertrieben wird der Lebenssaft in allen Variationen über den Bildschirm verteilt. Und wenn ein fehlendes Bein durch ein Maschinengeweher ersetzt wird oder der Ehering mal vorübergehend auf den Mittelfinger gesteckt wird bis man seinen Ringfinger wieder gefunden hat - dann spricht man von einem waschechten Rodriguez-Film. Auch in den Dialogen wird das immer mehr als offensichtlich, denn auch wenn die kultverdächtigen Zitate aus From Dusk till Dawn wohl für immer unerreicht bleiben kommt man auch in PLANET TERROR um ein dauerhaftes Schmunzeln nicht herum.

Unbedingt erwähnenswert ist auch die Filmmusik die einfach nur der Hammer ist. Nicht nur die melodischen Werke, auch die Geräuschkulisse für Spannungsaufbau und Stimmungsvermittlung könnten tatsächlich aus einem original Grindhouse-Streifen sein. Sehr präsent mit hohem Widererkennungswert!

Was lässt sich also für diesen Film zusammenfassend sagen? Auch wenn er tolle Effekte mit reichlich Blut bietet und eine durch die Bank tolle Besetzung zur Verfügung hat ist und bleibt das Grindhouse-Feeling das allerwichtigste an diesem Film - und dieser befallt einen förmlich. Musik, Stilmittel, Dialoge, Effekte - hier passt einfach alles zusammen und unterhält nicht nur auf einzigartige Weise, er ist nahezu perfekt.

9-9,5/10 "Cry Crys"

Direkt nach PLANET TERROR geht es weiter mit 3 weiteren Fake Trailern. Nachdem Machete schon zu Beginn zu sehen ist folgen nun Werewolf Women of the SS in dem neben Sheri Moon Zombie auch Udo Kier und Nicolas Cage ihren Auftritt haben, Don't und Thanksgiving. Diese Trailer tragen ein ebenso schmutziges Gewand wie die Filme (PLANET TERROR/DEATH PROOF) selbst und passen herrlich in dieses Gesamtpaket. Blutig, schräg, außergewöhnlich und einfach Grindhouse-typisch hat man sich hier wirklich Mühe für eine authentische Umsetzung des Ganzen gegeben. Der größte Beweis dafür dürfte ja sein, dass aus einem der scheinbar an den Haaren herbei gezogener Clip ein Kinofilm folgte.

Death Proof

Quentin Tarantino hat es mit seinem Beitrag zu Grindhouse schon wesentlich schwerer. Auch wenn ich den Großtil seiner Filme gut finde, hin und weg war ich nach keinem, auch wenn Inglourious Basterds knapp davor war. Sein Pulp Fiction gehört für mich zu den überbewertetsten Filmen überhaupt, doch im Gegensatz zu Reservoir Dogs konnte ich dem immerhin etwas abgewinnen. Seiner Art Filme zu drehen bin ich einfach nicht so verbunden wie etwa Rodriguez und der Machart seiner Filme. Da ich aber grundsätzlich allen Filme eine Chance gebe und ich DEATH PROOF im Zuge dieses GRINDHOUSE sowieso sehen musste stand für mich niemals zur Debatte den Film nicht zu sehen. Ob er aber mit PLANET TERROR mithalten kann wagte ich zu bezweifeln...

...und meine Zweifel haben sich bestätigt. Auch in DEATH PROOF setzt Tarantino wieder großen Wert auf Dialogführung - wäre ja auch nicht er, wenn er auf sein Markenzeichen verzichten würde - und kann damit bei mir wieder nicht so richtig landen. Gut, teils sind diese wirklich kultig was allen voran an den tollen Settings liegt, doch als Mittelpunkt ganzer Szenen reichen sie meist nicht aus. Bestimmte Kleinigkeiten von denen Tarantino's Filme ja über weite Strecken leben hat er auch hier wieder versteckt und ja, diese funktionieren auch sehr gut - einen Film füllen sie trotzdem nicht aus. Doch der Film hat auch seine Höhepunkte! Beispielsweise der Frontalcrash zwischen dem "Stuntman" und seinen reizenden Opfern ist wirklich eindrucksvoll und einzigartig - eine Szene über die man nach dem Film noch spricht. Toll getimt, wirklich genial inszeniert (das kann Tarantino ja) und gleichermaßen spektakulär und realistisch. Mit den wiederholten Szene aus verschiedenen Einstellungen hat sich der Kultregisseur wieder einmal ausgezeichnet. Auch die abschließende, ewig andauernde Verfolgungsjagd lebt von diesen Eigenschaften; unglaublich in Szene gesetzt, sehr aufwändig und dennoch immer realistisch. Sie verpasst dem Film nochmal abschließenden Schwung und endet in einer schlichtweg perfekten Szene.

Musik, Setting, Darsteller, Inszenierung - Tarantino ist ein talentierter Mann, das muss man ihm schon lassen. Auch wenn ich ihn nach wie vor für überschätzt halte versteht der Mann etwas von seinem Handwerk. Nicht mal am Inhalt scheitert DEATH PROOF, denn der würde mir für einen kurzweiligen Film absolut reichen, aber die Verlagerung auf die Dialoge schien mir hier nicht ganz so passend und das ist wirklich bedauernswert, denn ich hatte vor allem dem Ende zu richtig Spaß mit diesem Film. Nicht QT's bester, aber auch bei weitem nicht sein schlechtester Film - vor allem im GRINDHOUSE-Gesamtpaket unbedingt ansehen!

7,5/10 Probefahrten

Resumee: as GRINDHOUSE Double Feature, bestehend aus Robert Rodriguez' PLANET TERROR und Quentin Tarantino's DEATH PROOF, ist für mich ein einzigartiges Kultspektakel das man unbedingt gesehen haben sollte. Mit Splatter und Action hat man das B-Kino aus den 60ern und 70ern wiede zum Leben erweckt - und wie! Wie detailliert man hier an die Arbeit gegangen ist verdient ein großes Lob. Missing Reels, Bildbearbeitung, Genre-Übernahme von damals auf heute und nicht zu vergessen die Fake-Trailer - gesamt gesehen ist GRINDHOUSE eine wahrlich meisterliche Hommage. Ein ganz besonderes Filmerlebnis!

9/10 Missing Reels

geschrieben am 18.08.2011 um 13:46

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