Metropolis

  • Informationen zum Film
  • Metropolis

  • Originaltitel:
    Metropolis
    Genre:
    Sci-Fi
    Produktionsland:
    Deutschland
    Produktionsjahr:
    1927
    Kinostart USA:
    13.03.1927
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Der Industriemagnat Fredersen herrscht über die geteilte Stadt Metropolis. In den Hochhäusern residieren die Herren, die Arbeiter leben tief unter der Erde. In den „ewigen Gärten“, in denen sich die Söhne der Reichen vergnügen, taucht die Heldin der Unterstadt, Maria, auf. Freder, Sohn des Herrschers, verliebt sich in Maria. Sein Vater beauftragt den Erfinder Rotwang, einem Roboter das Aussehen Marias zu geben. Die künstliche Maria soll die Arbeiter aufwiegeln, damit umso rigoroser gegen sie vorgegangen werden kann.

Userkritik zu Metropolis

Hitchcock_89
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Bewertung: 9/10 Punkte

Lange Zeit hielt ich Abstand vor Filmen von Fritz Lang und Charlie Chaplin - und das aus mehreren Gründen. Einerseits aufgrund ihres Alters, denn es fällt mir nicht immer leicht mich auf ältere Filme und deren zeitlich bedingten Umstände einzustellen. Andererseits war wohl der Respekt vor diesen Filmen zu groß. Die Befürchtung sie aufgrund mangelnden Verständnisses nicht als die Meisterwerke anzuerkennen als die sie gehandelt werden hielt mich ebenfalls davon ab. Mittlerweile aber habe ich mich Dank Hitchcock & Co. immer weiter an den Anfang des Films vorgearbeitet, sodass ich mich nun leichter auf diese Filme einlassen kann. METROPOLIS ist mir aufgrund seines filmgeschichtlichen Stellenwerts natürlich ein Begriff, den ich allerdings nicht so recht zuordnen kann. Ich wusste nichts Genaues über seine Hintergründe, wusste nicht im Detail worum es geht und auch ob es sich dabei um einen Ton- oder Stummfilm handelt war mir lange nicht bekannt. Lediglich mit dem Wissen hier eines der größten Werke der Filmgeschichte sehen zu dürfen ging ich heute in den Film...

Gleich nach der Einleitung bekommt man zwar simpel, aber gerade auch deswegen so genial eine Klassentrennung vermittelt. Dieses gesellschaftliche Konstrukt existiert seit jeher und wird dementsprechend auch immer wieder in Filmen zum Tragen kommen, dass man aber wohl gemerkt schon im Jahr 1927 die immer breiter werdende Schere zwischen arm und reich, zwischen Arbeitern und Wohlhabenden (Geschäftsmänner, Erben). Dies wird ganz klar zur Hauptbotschaft des Films - die kleinen Bürger arbeiten, damit die großen Bürger groß bleiben können. Was aber, wenn die Arbeiter umdenken und nicht mehr länger bloß Handlanger für Größeres sein wollen? Um nun zwischen Hand (Arbeiter) und Hirn (Ebene darüber) mitteln zu können benötigt es Herz (Freder) - dies wird auf mehreren Ebenen deutlich gemacht, was ich an Filmen so sehr liebe.

Wer "Moderne Zeiten" von Charlie Chaplin oder "2001 - A Space Odyssee" von Stanley Kubrick kennt, dem sind schon einmal mindestens zwei Regisseure bekannt die ihrer Zeit meilenweit voraus waren. Fritz Lang würde ich mindestens auf dieselbe Stufe stellen, denn es ist erschreckend wie sehr man den Film auf die heutige Zeit umlegen kann. Auch ist es aber unglaublich zu sehen, von welchen technischen Habseeligkeiten man damals schon ausging, die Jahrzehnte später überhaupt erst als Ideen in den Kinderschuhen tatsächlich angewandter Technik befand. Dennoch ist es für mich erstaunlicher als sonst irgendwas, wie sehr gesellschaftliche Phänomene thematisiert werden die auch heute nicht aktueller sein könnten - knapp 85 Jahre danach!

Dass es sich bei meinem ersten Stummfilm gleich um den 150 Minuten umfassenden METROPOLIS handelt war aber sicherlich gleichermaßen Vor- wie Nachteil. Einerseits lag mir hier ein Meisterwerk in seiner originalsten verfügbaren Fassung vor, andererseits aber können zweieinhalb Stunden auch sehr lange sein, wenn man noch keinen Film ohne ein einziges gesprochenes Wort gesehen hat. Schaut man nebenbei mal eben kurz weg kann man hier weit mehr verpassen als bei einem Film wie er heute entsteht! Auch wurde mir durch den Film hier klar welche hohen Stellenwert Musik im Film hat. Auch heutzutage ist sie nicht wegzudenken und das ist auch wenig verwunderlich, denn wie konnte man ansonsten vor acht Jahrzehnten einen Film unterhaltsam gestalten. Selbst die ausdruckstärksten Bilder benötigen einer passenden musikalischen Untermalung und diese könnte in METROPOLIS perfekter nicht sein. Gefühle, Beziehungen, Situationen - sie alle werden hier durch die tonale Note genauso stark ausgedrückt wie durch die wunderschöne Bildsprache des Films.

METROPOLIS ist wohl einer der größten und wegweisendsten Filme der Geschichte, an dem sich selbst die bekanntesten Filme wenden. Schon mit "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" konnte mich Fritz Lang begeistern, mit METROPOLIS beweist er einmal mehr welch einzigartiger Visionär er war. Ein detailverliebter Film dessen Botschaft genau so essentiell ist wie seine Technik wegweisend für die Filmkunst die danach kam. Wer mit Stummfilmen aber noch keine Erfahrung hat sollte dies nicht unterschätzen, ich tat es.

Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein!

8,5/10 Maschinenmenschen

geschrieben am 20.08.2011 um 04:03

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