Mr. Bean macht Ferien

  • Informationen zum Film
  • Mr. Bean macht Ferien

  • Originaltitel:
    Mr. Bean's Holiday
    Genre:
    Komödie, Familie
    Produktionsländer:
    Frankreich, UK, Deutschland
    Produktionsjahr:
    2007
    Kinostart Österreich:
    29.03.2007
    Kinostart Deutschland:
    29.03.2007
    Kinostart USA:
    24.08.2007

Userkritik zu Mr. Bean macht Ferien

Playzocker
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Bewertung: 1/10 Punkte

Ich muss zugeben – ich bin ein riesiger Mr. Bean Fan und konnte nach Eintreffen der DVD des neuesten Abenteuers des schrullig-anarchischen Chaoten nicht weiter warten und legte sie sofort in den Player.

An diesem Drehbuch fand ich vor allem eines gleichauf überraschend wie faszinierend: Wie konnte man es schaffen in 86 Minuten NICHT EINEN EINZIGEN Gag unterzubringen, der nicht bereits in der TV-Serie verwendet wurde und wie konnte man es vor allem schaffen, diese auf eine enervierend lustlose und einfach nur erschreckend eintönige Art dem Zuschauer um die Ohren zu watschen ohne dass dieser auch nur ansatzweise eine Chance hat, Spaß daran zu finden?

Neu ist bei diesem Film hauptsächlich die Rahmenhandlung, in der Mr. Bean versucht nach Cannes zu kommen – unterwegs wird er beispielsweise mit einem Automaten, einem Restaurant, einem Zug, einem schlecht aufgelegten Kind, einer kleinen Örtlichkeit in der er versehentlich eingesperrt wird und vielem weiteren konfrontiert, dass der geneigte Bean-Fan einfach schon kennt. Ein paar unbekannte Momente bietet der Film hingegen auch, so ist beispielsweise Beans Tanzperformance sehr nett anzusehen und auch Willem Dafoes Cannes-Beitrag, der als gnadenlose Abrechnung mit dem Arthouse-Kino zu werten ist und bei jedem Kinofan ein Schmunzeln auf die Backen zaubern sollte.

Das wars allerdings auch schon. Nach den ersten 30 Minuten des Films hat man es als Zuschauer schon schwer auf dem Stuhl sitzen zu bleiben da die Art von einer Pleite in die nächste überzuleiten (wie: Zug verpassen, Papiere verlieren, etc.) einfach nur enervierend ist und zwar in einer TV-Serien-Episode funktioniert, auf die Länge eines Spielfilms geballt aufgeblasen allerdings einfach nicht funktioniert.

Als wäre das noch nicht genug. Mr. Bean transportiert eine Kamera mit sich herum und filmt mit dieser seine Umgebung – dies muss allerdings nicht unbedingt heißen, dass man auch dem Zuschauer verwackelte und mit Einblendungen versehene Bilder zeigen muss. Doch – leider heißt es genau das. Viel zu oft wird für viel zu lange Zeit auf eben jene Perspektive umgeschalten und jede Minute muss der Zuschauer mindestens einmal an die Existenz der Kamera erinnert werden. Dies liegt wohl hauptsächlich daran, dass die Kamera am Ende wichtig wird und man scheinbar nicht wollte, dass der Zuschauer sie vergisst.
Für dieses Intelligenzniveau ist aber scheinbar der ganze Film geschrieben worden da nichts aber auch gar nichts dem Gedanken des Zuschauers überlassen wird und Bean somit die in der Serie öfters zu Tage getretene Subtilität komplett einbüßt.

Überraschend war bei diesem Film keine einzige Sekunde. Jeder, der Bean kennt weiß nicht nur zu Beginn einer Szene was am Ende passieren wird sondern kann natürlich auch das kitschige Ende erahnen. Und an die Unart am Ende eines Films sämtliche Darsteller gemeinsam singen zu lassen wagen sich neben schlechten Musikfilmen eigentlich nur Bollywood-Produktionen – und natürlich „Mr. Bean macht Ferien“.

Zudem sei noch erwähnt, dass die Zahl der Gaststars wie Willem Dafoe oder Jean Rochefort auf den ersten Blick überwältigend erscheint, diese Darsteller allerdings kaum Screentime bekommen haben und man sich letzten Endes fragt, wie sich die auf eine solche Produktion überhaupt einlassen können ... genau wie man sich diese Frage am Ende als Zuschauer stellt.

Ich hatte damit gerechnet, nach diesem Film wie bei „Bean – der ultimative Katastrophenfilm“ Bauchschmerzen zu haben vor Lachen. Nun ja, Schmerzen waren es tatsächlich, aber die sind mehr auf das grottenschlechte Drehbuch sowie die absolut unpassende und unlustige Umsetzung zurückzuführen. Es wäre vielleicht eine gute Idee gewesen nicht nur bekannte Gags in neuer Umgebung in eine altbackene und absolut unlustige Rahmenhandlung einzupacken sondern sich etwas komplett Neues einfallen zu lassen.

Oder unter Umständen wäre es auch besser gewesen einen Regisseur anzuheuern in dessen Filmografie sich nicht nur TV-Produktionen wie ein großer Teil des „League of Gentlemen“-Franchise befinden.

Egal, woran es letztendlich liegt, „Mr. Bean macht Ferien“ ist die grottenschlechte Persiflage auf Mr. Bean selbst und seine bisherigen humoristischen Erfahrungen, die weder lustig noch spannend noch interessant sondern einfach nur erschreckend eintönig und langweilig ist.

An diesem ganzen Film gibt es lediglich einen positiven Aspekt: Das Lied im Abspann. Nicht nur, weil der Song sehr gut ist sondern auch weil er anzeigt, dass der Zuschauer die rund 90 Minuten andauernde Qual endlich überstanden hat.

An diesen missglückten Versuch eines Revivals der Comedy-Legende werden sich die Fans von Mr. Bean noch sehr lange erinnern – und das heißt absolut nichts Gutes!

geschrieben am 24.07.2011 um 20:30

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