Sword and Fairy: Together Forever [PlayStation5 – Review]

Exotik aus dem fernen Osten

Während man hierzulande viele Spiele zu Sagen und Mythen aus der westlichen Welt und hier und da Japan findet, werden andere Kultur-Kreise leider nur selten in einem Videospiel verwertet und wenn dann auch meist nur in einem kleinen Indie-Titel.

Dabei gibt es viele interessante Geschichten rund um den Globus, unter anderem auch in der chinesischen Historie. Dies dachte sich auch das taiwanesische Entwicklerstudio Softstar und schuf bereits 1995 „The Legend of Sword and Fairy“ und legte damit den Grundstein für eine bis heute erfolgreiche Reihe.

So erschienen bis 2015 nicht nur fünf weitere Spiele, es gab auch zwei Staffeln einer erfolgreichen TV-Serie namens „Chinese Paladin“. Im letzten Jahr wurde dann der siebte Teil der Videospiel-Reihe veröffentlicht, der nun im August unter dem Namen „Sword and Fairy: Together Forever“ auch für die PlayStation4 und PlayStation5 erschien.

Wir haben uns letztere Version mal genauer angeschaut und verraten euch in unserem Test, wie sich das Action-Rollenspiel schlägt.

Gekommen um die Welt zu retten

Im Grunde beginnt „Sword and Fairy: Together Forever“ recht beschaulich in einem kleinen Bergdorf. Dort lebt eure Hauptfigur, Yue Qingshu, zusammen mit ihrem Großvater im Tempel über dem Dorf und kümmert sich die Probleme der dortigen Einwohner. Doch außerhalb des Dorfes wird schnell klar, dass es auch zahlreiche Gefahren in Form von Dämonen und Monstern gibt, die aber dank einer Energiekuppel abgehalten werden können.

Eines schönen Tages findet ihr ein seltsam anmutendes Obst, das sich über Nacht doch tatsächlich in einen jungen Mann verwandelt, der sich als Gottheit herausstellt. Von da an überschlagen sich die Ereignisse…so rettet ihr ein Kind, das von einem riesigen Falken entführt werden soll, was sich dann aber als ein göttlicher Erbe entpuppt hinter dem die gesamte Dämonenwelt her ist. Schnell seid ihr mitten in einem Kampf zwischen Göttern angekommen, der die gesamte Menschheit bedroht.

 

 

Schnetzeln, zaubern, helfen

In seinen Grundzügen ist „Sword and Fairy: Together Forever“ ein klassisches Action-Rollenspiel in der Thirdperson-Ansicht. Dabei steuert ihr zunächst nur Yue, könnt aber nach einigen Spielstunden auf weitere Charaktere zurückgreifen, die sich dann als Party auf das Abenteuer aufmachen. 

Das Kampfsystem setzt dabei auf Kombo-Attacken, die ihr nach und nach freischalten könnt, außerdem habt ihr einen tierischen Begleiter in Form des etwas unförmigen „Vogels“ Qiaoling, der euch mit magischen Attacken unter die Arme greifen kann. Natürlich erweitert sich das Repertoire an Attacken und Angriffen mit der Zahl eurer Mitstreiter, so dass man sich da seinen liebsten Kampfstil aussuchen kann.

Die Charaktere steigen nicht nur im Level auf, sie können außerdem dank neuer Ausrüstungsgegenstände und Kleidung stetig verbessert werden. Auch neue Fertigkeiten lernen sie nach und nach dazu und somit könnt ihr euch da eine recht schlagkräftige Treppe nach eurem Geschmack zusammenstellen.  

Abseits der klassischen „Gehe zu Punkt A und besiege Monster B“-Quests, helft ihr in den vielen Nebenmissionen anderen Bewohner*innen und besorgt für diese spezielle Items oder Materialien. Diese verwendet ihr zum Verbessern eurer Ausrüstung oder der Waffen. Macht euch aber darauf gefasst, auch viel Zeit in Zwischenszenen zu verbringen. Diese sind zahlreich und oft auch ganz schön redselig.

Etwas altbacken, aber ok

„Sword and Fairy: Together Forever“ sieht auf Standbildern und Screenshots doch deutlich besser aus als es dann tatsächlich auf der PlayStation5 ist. Zwar sind die Level und die Spielwelt fantasiereich gestaltet, man neigt aber zu vielen, immer wieder genutzten Texturen und auch die Zahl verwendeter Polygone bei Objekten ist ziemlich niedrig. So sieht vor allem die Umgebung häufig altbacken aus, immerhin sind die Figuren sehr detailreich gestaltet. Hier trüben dann aber die steifen Animationen und die schlechte Kollisionsabfrage samt Clipping den Gesamteindruck. Außerdem sind die vorberechneten Zwischensequenzen häufig in einer miesen Auflösung, was sehr nach PlayStation2-Zeiten aussieht.

Auch vor Bugs war man nicht gefeit, gerne hing die Figur mal in der Spielwelt fest…dies hielt sich aber in Grenzen. Zum Glück läuft das Spiel einigermaßen flüssig, vor allem in den Kämpfen machte der Titel schon recht Laune mit seinen Kombos und den vielen Angriffsarten.

Während die Musik wirklich toll ist und schöne Melodien bietet, kann man dies über die chinesische Sprachausgabe nicht sagen. Denn diese klingt sehr blechern und flach und bringt einen somit komplett aus der Atmosphäre des Spiels. Außerdem muss man immer wieder auf Untertitel achten, was in den Dialogen nicht schlimm ist, aber stört wenn man gerade mit den Figuren in einem Kampf ist oder durch die Welt läuft. Generell ist die akustische Abmischung eher schwach, oft fehlen auch komplett die Hintergrundgeräusche, was zusätzlich die Stimmung killt.

 

  • Story
  • Grafik
  • Gameplay
  • Spielspaß
3.3

FAZIT: Unterhaltsames Action-Rollenspiel mit Schönheitsfehlern

„Sword and Fairy: Together Forever“ überzeugt vor allem mit seiner ausufernden Geschichte rund um Gottheiten, fantastische Wesen und die Bedrohung der Menschheit durch dunkle Dämonen. Das klingt zwar alles recht bekannt, wird aber durch das chinesische Setting sehr interessant und frisch erzählt. Auch das Gameplay geht in Ordnung, vor allem das Kombo-basierte Kampfsystem bekommt durch die vielen Charaktere und möglichen Aktionen eine schöne Tiefe. Zusätzlich dazu sind die Monster und Gegner fantasiereich gestaltet…oder habt ihr schon mal gegen eine mutierte Ingwerwurzel gekämpft?

Doch leider ist die Inszenierung des Spiels auf einem recht schwachen Niveau. Zum einen ist das Pacing oft katastrophal…man läuft wenige Meter mit der Figur, dann folgt eine Zwischensequenz. Und dieses Muster wiederholt sich dann gerne mal und irgendwann nervt es einfach nur. Gerade weil einige der Dialoge auch nicht besonders viel auszusagen haben und sehr ausgeschmückt werden. Zum anderen wäre da eben die technische Seite des Spiels. Steife Figuren, seltsame Begrenzungen in der Spielwelt und vor allem die schlimme Akustik. Mit ein bißchen mehr Feintuning hätte das Spiel das Zeug zum Geheimtipp, so kann man es nur empfehlen, wenn man sich von solchen Sachen nicht stören lässt.  

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Über Christian Suessmeier 2786 Artikel
Nachdem ich schon in jungen Jahren Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Reptilien rettete und mich mit einem kleinen Raumschiff durch das Weltall ballerte, ließ mich die Faszination Videospiele nicht mehr los. Besonders japanische Spiele haben es mir angetan, außerdem war ich auch immer ein großer Fan von spezielleren Konsolen wie dem Sega Saturn. Ein Herz für Außenseiter quasi! In Sachen Spielen verehre ich die "Yakuza"-Reihe, mag filmische Abenteuer wie "The Last of Us" und absolviere gerne mal eine Partie "PES" zwischendurch. Ansonsten schlägt mein Herz aber auch für den japanischen Film, Regisseure wie Shion Sono, Shinya Tsukamoto oder Takeshi Kitano sind einfach Gold wert. Weiterhin investiere ich meine Zeit aber auch gerne in Comics und dem kreativen Arbeiten(Schreiben, Zeichnen...).

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