Story of Seasons: Pioneers of Olive Town [Nintendo Switch – Review]

Namens-Wirrwarr…

Im Grunde könnte man an dieser Stelle auch auf das Vorwort zu unserem Test von „Harvest Moon: Eine Welt“ verweisen, das ebenso unter dem Marken- und Titel-Durcheinander wie „Story of Seasons“ zu leiden hat. Und genau das machen wir auch….unser Review der Farming-Simulation findet ihr nämlich hier.

Nur wenige Wochen nach dem neuen „Harvest Moon“-Ableger findet also auch der neue „Story of Seasons“-Teil seinen Weg auf die Konsolen, genauer gesagt auf die Nintendo Switch. Außerdem ist es das erste eigenständige und wirklich neue „Story of Seasons“-Spiel seit den 3DS-Ablegern, die Neuauflage des GBA-Titels „Friends of Mineral Town“ und das Doraemon-Spinoff zählen wir hier mal nicht mit.

Doch wie schlägt sich „Story of Seasons: Pioneers of Olive Town“ nun? Kann man sich gegen die direkte Konkurrenz „Harvest Moon“ behaupten oder hat man vielleicht sogar das Nachsehen? Das alles klären wir in unserem Test.

Der Geschichte verpflichtet

Vor vielen Jahrzehnten besaß euer Großvater in Olivingen einen eigenen Hof und gehörte zu den Pionieren, die das Land erschlossen haben. Doch diese Zeiten sind lange vorbei und es blieben nur die Geschichten und Erzählungen übrig. Motiviert von diesen verlasst ihr in der Rolle eines selbsterstellten Charakters auf eurem Moped die große Stadt und wollt auf dem Land, genauer gesagt in eben jenem Olivingen, eure eigenen Erfahrungen machen.

Als Nachfahre eures Opas werdet ihr in dem kleinen Städtchen auch sogleich herzlich empfangen und in den ersten Tagen vom örtlichen Bürgermeister begleitet. Dieser führt euch durch die ersten Schritte und macht euch mit den Grundlagen von „Story of Seasons“ vertraut. Auf dem ehemaligen Land eures Großvaters richtet ihr euch zunächst mal in einem Zelt ein, was für die ersten Tage reichen muss. Und dann gilt es erst einmal etwas Ordnung auf dem verwilderten Hof zu schaffen…

 

 

Hacken, Säen, Mähen

Die Grundlagen von „Story of Seasons: Pioneers of Olive Town“ sind relativ schnell klar. Durch das Abholzen von Bäumen, dem Mähen von Gras und dem Zerkleinern von Steinen bekommt ihr Rohstoffe, die ihr zum Bau neuer Gegenstände, Gerätschaften oder Gebäude nutzen könnt. Nebenbei könnt ihr die Sachen aber auch verkaufen und damit neue Tiere oder Saatgut für den Hof erwerben. Deren Erzeugnisse nutzt ihr wiederum für das Craften zahlreicher Items, kocht damit Speisen(zum Auffüllen eurer Ausdauer) oder verkauft sie weiter und erweitert mit den erhaltenen Credits euren Hof.

Das klingt alles recht simpel, geht aber ziemlich tief und eröffnet euch nach und nach zahlreiche Möglichkeiten, wie ihr euren Hof gestalten möchtet. Wollt ihr den Fokus eher auf Tierhaltung legen und Hühnern und Kühen ein Zuhause bieten? Kein Problem. Natürlich könnt ihr aber auch euer komplettes Land mit Feldern für die Ernte zupflastern und euch damit ein ordentliches Zubrot verdienen.

Zwischendurch geht es noch in die örtlichen Minen zum Abbau von diversen Mineralien oder ihr erweitert Olivingen durch das Erledigen bestimmter Aufgaben um weitere Läden, Einrichtungen und Abschnitte.

Soziales Leben und das kleine Dorf

Neben eurem Hof ist nämlich auch das Städtchen von großer Bedeutung für euer dortiges Leben. Denn in Olivingen findet ihr zahlreiche Läden, in denen ihr neue Materialien, Saatgut oder Tiere kaufen könnt. Weiterhin gibt es ein Bistro, in dem ihr andere Bewohnerinnen und Bewohner trefft und einen Wald, in dem man Schnappschüsse von Wildtieren machen kann. Harke, Axt und Co. verbessert ihr im Werkzeugladen, im örtlichen Schönheitssalon lasst ihr euch neue Frisuren machen oder sogar Kleider anfertigen.

Weitere interessante Anlaufstellen im beschaulichen Olivingen sind das Museum und das Rathaus. Während ihr in Letzterem ein schwarzes Brett samt Aufträgen von anderen Bewohnern finden könnt, weckt das Museum „Animal Crossing“-Gefühle. Dort könnt ihr nämlich gefundene Schätze analysieren lassen und spenden oder ihr schenkt dem Haus geangelte Fische und Meeresbewohner für ihre Ausstellung.

Spannend an dem neuen „Story of Seasons“-Teil ist auch die Interaktion mit den Bewohnerinnen und Bewohnern von Olivingen. Denn sprecht ihr häufiger mit diesen oder erfüllt sogar deren Aufträge, steigt die Zuneigung zueinander. Das geht sogar soweit, dass man heiraten und Kinder kriegen kann. 

Hilfreich hierbei ist auch der Kalender, der euch nicht nur über die Geburtstage der Bewohnerinnen und Bewohner informiert, sondern auch einen Überblick über verschiedene Events gibt.  

Neben einigen Minispielen sorgt auch eine Online-Komponente für etwas Unterhaltung, so kann man in andere Dörfer reisen oder von anderen Spielerinnen und Spielern besucht werden. Mit der Funktion “Postkarten verschicken“ werden außerdem Schnappschüsse von anderen Userinnen und Usern angezeigt, während das Spiel lädt. Die Bilder reichen von „wirklich hübsch“ bis hin zu „ich fotografier mal in den Ausschnitt dieser Figur“…gewöhnungsbedürftig!

 

 

Grafisches Idyll

Optisch gefällt „Story of Seasons: Pioneers of Olive Town“ mit seinem sehr runden Grafikstil und vielen schönen Details. Im direkten Vergleich mit „Harvest Moon: Eine Welt“, das grafisch teilweise wie eine frühe Alpha-Version mit Platzhalter-Grafiken aussah, ist dies wirklich eine Wohltat für die Augen.

Die Figuren sind einfallsreich und detailliert gestaltet, dank leicht drehbarer Kamera und transparent werdender Objekte hat man außerdem immer ausreichend Übersicht über das Geschehen. Auch die Spielwelt kann mit ihren vielen kleinen Details begeistern, so fliegen im Frühling zum Beispiel Kirschblüten durch das Bild, weiterhin sind die Läden und Häuser schön ausgestaltet. Hier fehlt es nur an ein paar mehr Interaktionsmöglichkeiten, vieles ist dann doch nur Kulisse.

Sowohl im Handheld- wie auch TV-Modus waren keine großen technischen Unterschiede zu bemerken, es lief alles relativ flüssig und problemlos. Nur bei großen Menschenansammlungen ging die Framerate deutlich nach unten und das Bild ruckelte etwas. Bildschirmtexte sind komplett in Deutsch verfügbar, eine Synchro gibt es nicht.

  • Story
  • Grafik
  • Gameplay
  • Spielspaß
3.8

FAZIT: So macht man eine tolle Farming-Simulation!

„Story of Seasons: Pioneers of Olive Town“ macht eigentlich alles besser als die Konkurrenz aus dem Hause „Harvest Moon“. Die Grafik ist echt schön und begeistert mit ihren Details und dem sehr runden und harmonischen Stil, das Gameplay ist variabel und bietet wesentlich mehr Tiefe. Dank dem durchdachten User Interface hat man auch immer eine gute Übersicht darüber, was gerade anliegt und auf was man sich als Nächstes konzentrieren sollte.

Im Gegensatz zu „Animal Crossing“ läuft hier die Zeit nicht einfach weiter, wenn ihr das Spiel nicht eingeschaltet habt, so könnt ihr Events und Geburtstage eigentlich nicht so einfach verpassen. Dank dieser verschiedenen Feste und Aktivitäten kommt im Zusammenspiel mit dem tagtäglichen Farmleben eigentlich kaum sowas wie Langeweile auf, es gibt immer was zu tun. Was eure Geduld etwas strapazieren könnte, sind so einige Vorgänge auf dem Hof. Das Wachsen von Gemüse & Co. braucht schon sehr lange, auch das Verwerten von Holz zu Baumaterial könnte etwas flotter gehen. Aber wie gesagt, eigentlich gibt es immer genug zu tun, so dass man – eine ordentliche Planung vorausgesetzt – zwischendurch immer wieder mal ein neues Holz oder einen Eisenbrocken nachlegen kann.

Sende
Benutzer-Bewertung
0 (0 Stimmen)

Werbung

Über Christian Suessmeier 1497 Artikel
Nachdem ich schon in jungen Jahren Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Reptilien rettete und mich mit einem kleinen Raumschiff durch das Weltall ballerte, ließ mich die Faszination Videospiele nicht mehr los. Besonders japanische Spiele haben es mir angetan, außerdem war ich auch immer ein großer Fan von spezielleren Konsolen wie dem Sega Saturn. Ein Herz für Außenseiter quasi! In Sachen Spielen verehre ich die "Yakuza"-Reihe, mag filmische Abenteuer wie "The Last of Us" und absolviere gerne mal eine Partie "PES" zwischendurch. Ansonsten schlägt mein Herz aber auch für den japanischen Film, Regisseure wie Shion Sono, Shinya Tsukamoto oder Takeshi Kitano sind einfach Gold wert. Weiterhin investiere ich meine Zeit aber auch gerne in Comics und dem kreativen Arbeiten(Schreiben, Zeichnen...).

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*