Sonic Colours Ultimate [PlayStation4 – Review]

Ein Auf und Ab!

Sonic war zu Zeiten des Mega Drive das Zugpferd von Sega und machte seinem Kontrahenten von Nintendo das Leben schwer. Denn eines war klar: der blaue Igel mit den Turnschuhen und eingebautem Turbo war um einiges cooler als der Klempner mit Latzhose. Oder denkt ihr nicht?

Doch während Super Mario mit dem ersten N64-Ableger mal kurzerhand das Genre der 3D-Jump’n Runs definierte, bekam es Sega nicht auf die Reihe einen ordentlichen „Sonic“-Titel für ihren Saturn auf die Konsole zu zaubern. Zwar gab es einige Versuche, doch erst mit dem Dreamcast und „Sonic Adventure“ kam der Igel zu alten Stärken zurück und zeigte eindrucksvoll, was für eine Kraftmaschine Segas 128 Bit-Konsole war.

Seitdem sind zahlreiche weitere 3D-Ableger von „Sonic“ erschienen und unterlagen dabei heftigsten Qualitätsunterschieden. Neben Tiefpunkten wie dem 2006er „Sonic the Hedgehog“ gab es glücklicherweise aber auch Highlights wie „Sonic Mania“, die die Serie und die Figur Sonic am Leben hielten. 

Anlässlich des 30.Geburtstages veröffentlicht Sega mit „Sonic Colours“ nun ein Wii-Spiel aus dem Jahr 2010 erneut für aktuelle Konsolen. Ob die Ultimate-Fassung des Spiels auch heute noch überzeugen kann, lest ihr in unserem Test der PlayStation4-Version. 

Dr. Eggman wird nett?

Man glaubt es kaum, aber anscheinend hat der Oberschurke Dr. Eggman in „Sonic Colours“ endlich seine nette Seite gefunden und will für all seine Missetaten nun etwas Gutes tun. Deshalb baut er einen intergalaktischen Vergnügungspark und möchte somit Spaß und Freude verbreiten.

Doch Sonic und Tails trauen dem Braten nicht und machen sich auf den Weg in den Park im All. Dort angekommen treffen sie auf ein Alien, ein sogenanntes Wisp, das ihnen von Dr. Eggmans geheimen Plänen erzählt. Dieser will nämlich die Energie aus den Wisps saugen und somit genügend Saft für seine neueste Erfindung sammeln mit der er die Erde an sich reißen und deren Bevölkerung unterdrücken kann.

Nun liegt es also mal wieder an Sonic und Tails sich dem alten Schurken entgegenzustellen und die Wisps zu retten.

 

 

Rennen, hüpfen, sammeln

In Sachen Gameplay serviert euch „Sonic Colours Ultimate“ erst einmal Altbekanntes. Die Level bieten sowohl 2D- als auch 3D-Passagen, durch die ihr hüpft, springt und rennt. Dabei stellen sich euch immer wieder mal Feinde in den Weg, die ihr mit einem beherzten – und gut getimten – Sprung erledigen könnt. Außerdem wollen genügend Ringe gesammelt werden, die euch auch als Energie dienen. Denn werdet ihr von einem Gegner getroffen und habt keine Ringe mehr, sterbt ihr.

Soweit, so bekannt. Doch in Sonics Abenteuer von 2010 gab es in spielerischer Hinsicht einige Neuerungen. Die auffälligste Änderung sind sicherlich die unterschiedlich farbigen Wisps, die ihr in den Level vorfindet. Weiße Wisps füllen so eure Turbo-Energie auf, dank der grünen Wisps verwandelt ihr euch in einen Flieger und könnt höhere Plattformen erreichen. Die Farbpalette ist aber noch nicht ausgeschöpft, gelbe Aliens verwandeln euch in einen Bohrer, mit Hilfe der blauen Wisps verwandeln sich blaue Ringe in Blöcke und Sonic selber stampft die Feinde in Form eines Quaders nieder. Dadurch kommt ein bißchen mehr Abwechslung in das Gameplay, allerdings schreibt euch das Spiel immer vor, an welcher Stelle ihr welche Fähigkeit einsetzen könnt.  

Da viele dieser Skills aber erst später im Spiel freigeschaltet werden, lohnt sich eine Rückkehr in frühere Level. Denn häufig kommt man dann erst an Orte, die einem beim ersten Durchgang verwehrt wurden. Diese Mechanik nutzt „Sonic Colours Ultimate“ auch aktiv aus, denn an einige der sammelbaren Münzen und rote Ringe kommt man nur mit bestimmten Fertigkeiten.

Während die roten Ringe mit in die Abschluss-Wertung des Levels einfließen, können Münzen im Ingame-Shop gegen neue Schuhe, Turbo-Effekte oder User-Bilder eingetauscht werden. 

Kunterbunt und flüssig

Wie es der Name des Spiels schon verspricht, ist auch die Optik knallbunt und farbenfroh. Der Vergnügungspark beziehungsweise die unterschiedlichen Areale strotzen nur so vor Details und Ideen, erreichen dabei aber nie die Kreativität von Nintendos Konkurrenz-Maskottchen. Etwas einfallslos wird es in Sachen Gegnerdesign, das sich recht schnell wiederholt, dafür sind die Endgegner aber wieder recht unterhaltsam und vielfältig gestaltet.

Die Musik unterstreicht das flotte Game-Design mit rockigen und treibenden Klängen, auch die englische Vertonung der Zwischensequenzen geht gut ins Ohr. Aber genau diese Szenen sind auch der größte Kritikpunkt in Sachen Technik für das Spiel. Denn deren Auflösung ist alles andere als schön anzusehen und wirkt nicht nur grob, sondern auch blasser als der Rest. Außerdem neigen die Farben durch die niedrige Auflösung zum „Auslaufen“ an den Rändern Das ist sicherlich dem Ursprung des Spiels geschuldet, auf der Wii gab es 2010 einfach keinen HD-Standard für die Grafik. Von einem Remaster erwartet man in dieser Hinsicht aber dann doch etwas mehr.

„Sonic Colours Ultimate“ lief in der getesteten PlayStation4-Fassung auf der PS5 flüssig und ohne Ruckler. Auch Ladezeiten waren kaum merkbar. 

 

  • Story
  • Grafik
  • Gameplay
  • Spielspaß
3.5

FAZIT: Nicht überragend, aber gute Unterhaltung

Ich gehöre noch der Generation an, die mit offenen Mündern vor dem Mega Drive und „Sonic the Hedgehog“ saß und nicht fassen konnte, was man da zu sehen bekam. Umso gespannter war ich, welchen Weg der Igel nun mit „Sonic Colours Ultimate“ einschlagen wird. Nach dem Review bin ich aber zwiegespalten…

Das Spiel ist keineswegs schlecht und erreicht in einigen Passagen den geliebten und bekannten „Sonic“-Flow, ist dafür aber in anderen Abschnitten leider zu ungenau, schwammig und zu hektisch. Die Plattformer-Sequenzen sind aufgrund der Steuerung häufig nervig, bei Level die vor allem nach oben gebaut sind, geht irgendwann auch die Übersichtlichkeit flöten und Sprünge erfolgen auf gut Glück. 

Immerhin bringen die Wisp-Fertigkeiten eine gute Abwechslung in das Spiel und erweitern Sonics Repertoire an Bewegungsmöglichkeiten deutlich. Dass man damit in frühere Welten gehen und vorher unerreichbare Abschnitte freilegen kann, empfand ich auch zu keinem Zeitpunkt als nervig oder künstliches Strecken des Spiels. Da die roten Ringe und die Münzen nicht spielentscheidend sind, kann jede/r User*in selber entscheiden, ob man diese Level nochmal spielt.

Alles in allem ist „Sonic Colours Ultimate“ ein spaßiges Abenteuer unseres blauen Lieblings-Igels, auch wenn man mit ein paar Macken leben muss. 

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Über Christian Suessmeier 1665 Artikel
Nachdem ich schon in jungen Jahren Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Reptilien rettete und mich mit einem kleinen Raumschiff durch das Weltall ballerte, ließ mich die Faszination Videospiele nicht mehr los. Besonders japanische Spiele haben es mir angetan, außerdem war ich auch immer ein großer Fan von spezielleren Konsolen wie dem Sega Saturn. Ein Herz für Außenseiter quasi! In Sachen Spielen verehre ich die "Yakuza"-Reihe, mag filmische Abenteuer wie "The Last of Us" und absolviere gerne mal eine Partie "PES" zwischendurch. Ansonsten schlägt mein Herz aber auch für den japanischen Film, Regisseure wie Shion Sono, Shinya Tsukamoto oder Takeshi Kitano sind einfach Gold wert. Weiterhin investiere ich meine Zeit aber auch gerne in Comics und dem kreativen Arbeiten(Schreiben, Zeichnen...).

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