Ratchet & Clank: Rift Apart [PlayStation5 – Review]

Sony-Helden

Während Nintendo untrennbar mit Mario und Sega mit Sonic verbunden war, tat sich Sony immer schwer ein Maskottchen zu finden, das die Konsole nach außen vertritt. Mal war Crash ein heißer Kandidat, irgendwann wollte man den Sackboy als Vorzeige-Figur etablieren, zuletzt war häufiger von Astro die Rede als neues Maskottchen. Auch das Duo Ratchet und Clank wären eigentlich prima für diese Stelle geeignet, begleiten ihre Spiele doch nun seit fast 20 Jahren die PlayStation-Marke. 

So erschienen „Ratchet & Clank“-Titel für sämtliche PlayStation-Konsolen und Handhelds, neben einem Manga gab es auch einen CGI-Film und Mobile-Titel. Als Fan wurde man also recht gut versorgt und so gab es nie eine längere Zeit ohne den charmanten Lombax und seinen Blech-Kumpanen. Ganz aktuell erschienen ist mit „Ratchet & Clank: Rift Apart“ nicht nur der neueste Teil der Reihe, dank PlayStation5-Exklusivität soll dieser auch ein bißchen als Vorzeige-Titel für die neue Hardware, insbesondere der rasend schnellen SSD, dienen.

Ob das neue Abenteuer der Beiden dabei mehr als ein reiner Technikblender ist, verraten wir euch in unserem Test.

Dimensionaler Ärger

Es könnte ein so schöner Tag werden…zu Ehren von Ratchet und Clank ist nämlich eine Parade geplant, die deren vergangene Heldentaten feiern soll. In kleinen Nachbauten von altbekannten Planeten darf sich Ratchet nochmal beweisen und ein paar Monster verjagen als plötzlich aus dem kleinen Spaß richtig Ernst wird. Denn aus dem Nichts greift Dr. Nefarious mit seinen Roboterschergen an und hat es auf ein ganz besonderes Gerät abgesehen…den Dimensionator. Dieser wurde von Clank repariert und sollte an diesem Ehrentag eigentlich als Geschenk an Ratchet überreicht werden, doch durch die Attacke kommt alles anders.

Im Eifer des Gefechts geht der Dimensionator nämlich wieder kaputt, schleudert unsere Helden und unseren Bösewicht aber vorher noch wild durch die Dimensionen. Getrennt voneinander versucht Ratchet zunächst Clank zu finden, stellt dabei aber fest dass er in einer Welt gelandet ist, in der Dr. Nefarious beziehungsweise sein Alter Ego die Macht an sich reißen konnte. Währenddessen macht Clank die Bekanntschaft von Rivet, einer Lombax-Lady…und das obwohl Ratchet doch der einzige seiner Rasse sein soll?!? Das Abenteuer kann also starten.

 

 

Run ’n Gun

Wer schon einmal einen Teil der „Ratchet & Clank“-Reihe gespielt hat, wird sich auch in „Rift Apart“ schnell zurechtfinden. So besitzt der Lombax mehrere Schusswaffen mit teils absurden Mechaniken – ich sag nur Partypilz oder Verpixler – und den Omni-Schlüssel mit dem er Kisten zerschlagen, aber auch Feinde niederknüppeln kann. So weit, so bekannt. Glücklicherweise könnt ihr hier aber schon kurz nach Beginn auch auf andere Gadgets wie die Magnetschuhe zurückgreifen, Fertigkeiten wie einen Dash lernt ihr bereits nach wenigen Stunden und könnt diesen perfekt für Sprungpassagen oder Kämpfe einsetzen.

„Ratchet & Clank: Rift Apart“ erweitert die Auswahl an spielbaren Charakteren um die Lombax-Dame Rivet, die von ihren Fertigkeiten und Items quasi 1:1 Ratchet entspricht. Lernt sie eine neue Fertigkeit – wie zum Beispiel den Einsatz der Raketenschuhe – oder erwirbt eine neue Waffe kann diese auch Ratchet in der nächsten Mission einsetzen. Dabei sind die Figuren aber nicht frei wählbar, das Spiel gibt euch immer vor wann ihr mit wem spielen könnt.

Neu hinzugekommen und sicherlich das Vorzeige-Feature des Spiels ist das Springen durch Dimensionstore mit Hilfe des Omni-Handhschuhs. Seht ihr irgendwo ein blau beziehungsweise gelb leuchtendes Tor könnt ihr euch damit pfeilschnell hin katapultieren. Besonders in den Kämpfen kommt dies recht häufig vor und ist hilfreich um Projektilen oder großen Feindgruppen zu entgehen.

Sammelleidenschaft

Neben den vielen Schießereien und kleinen Sprungpassagen, greifen Rivet und Ratchet hin und wieder auch auf verschiedene Reittiere zurück. Mal rast ihr mit einer Rennschnecke durch giftige Gewässer, dann seid ihr auf dem Rücken eines Drachen unterwegs und bewerft die feindlichen Raumschiffe mit Bomben. Und für das Erledigen von Feinden gibt es immer noch eine altbekannte Belohnung: die Bolts, die oft in hundertfacher Ausführung nach Kämpfen zurückbleiben und die eure Figuren magisch anzieht. Damit kauft ihr euch vor allem neue Waffen oder Munition, Verbesserungen gibt es nur durch das auffindbare Raritanium. Je nachdem wie häufig ihr die entsprechende Waffe verwendet, desto mehr Fertigkeiten lassen sich dafür freischalten. Und auch Rivet und Ratchet können aufgelevelt werden und gewinnen mit jedem Levelaufstieg an Lebensenergie dazu.

Neben dem Sammeln von Raritanium und den den Bolts gibt es auch wieder die bekannten Gold-Bolts – insgesamt 25 Stück im Spiel – und die sogenannten Infobots. Habt ihr von letztgenannten alle gesammelt, bekommt ihr eine Spezialwaffe spendiert, die Goldbolts sorgen für neue Rüstungsteile oder Zusatz-Boni wie Aufkleber für den Fotomodus, Grafikeffekte oder Musik für die Jukebox im Rebellen-Hauptquartier. Stichwort Rüstungsteile: in „Ratchet & Clank: Rift Apart“ könnt ihr neue Helme und Torso- beziehungsweise Beinrüstungen finden. Diese sind jeweils mit besonderen Buffs belegt, z.B. bekommt ihr mehr Erfahrungspunkte oder nehmt weniger Schaden.

Abseits der Hauptmissionen gibt es einige kleine optionale Aufgaben und man kann sich in einer Arena mehreren Herausforderungen stellen. Während die Shooter-Einlagen mit Glitch innerhalb von Rechnern eher euren Zeigefinger am Trigger trainieren, gibt es auch ein paar Rätsel für die grauen Zellen. Hier ist Clank gefragt und muss Dimensionsanomalien schließen und dafür einige Schalterrätsel lösen.

 

 

Richtig schön

Zwar konnte die PlayStation5 bisher schon einige Male mit ihrer technischen Leistungsfähigkeit glänzen, doch aufgrund vieler Multiplattform-Titel kann man das Potential doch nur erahnen. „Ratchet & Clank: Rift Apart“ geht es dabei ein bißchen wie „Demon’s Souls“ und fühlt sich nach echter Next Gen an. Dies merkt man vor allem am Detailgrad der Spielwelt und der Figuren. Egal wo man hinschaut, überall gibt es was zu entdecken und ist was los. Das merkt man vor allem in Städten, wo man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus kommt. Hier kommt dann nämlich auch eine weitere Stärke des Titels ins Spiel, die Lichteffekte. Die Welt ist perfekt ausgeleuchtet und überzeugt mit ihrer Lichtstimmung. Ein rundum rundes Bild!

Auch in den Kämpfen kommt die PS5 anscheinend nicht einmal ins Schwitzen und das obwohl hier einem die Partikel nur so um die Ohren fliegen. Hier ein explodierender Gegner, dort Bolts…dann noch aus der Waffe fliegende Munitionsbehälter…Wahnsinn! Auch der DualSense wird schön eingesetzt, die Rumble-Motoren geben Rückmeldung über aktivierte Schalter oder den Untergrund, die adaptiven Trigger finden vor allem beim Einsatz der Waffen Verwendung und können beim vollen Durchdrücken – ähnlich wie in „Returnal“ – alternative Feuermodi aktivieren. 

Zu guter Letzt ist auch die akustische Seite ein Fest. Die Musik ist immer perfekt auf das Geschehen abgestimmt, mal dramatisch, mal antreibend. Auch die deutsche Synchronisation sticht mit den bekannten Sprecher*innen hervor und hebt die Zwischensequenzen auf ein ganz neues Niveau.

  • Story
  • Grafik
  • Gameplay
  • Spielspaß
4.6

FAZIT: Ein Must-have für die PS5

„Ratchet & Clank: Rift Apart“ ist ein großartiges Spiel geworden und unterstreicht die hohe Qualität, die Insomniac Games mittlerweile recht regelmäßig abruft. Und das nicht nur auf technischer Ebene! Natürlich sind die vielen Details, die zahlreichen Objekte und die ausgearbeiteten Welten ein absoluter Hingucker, aber auch spielerisch überzeugt das Abenteuer rund um Ratchet, Rivet und Clank auf ganzer Ebene. 

Die vielen Welten locken mit kleinen Nebenaufgaben, ein paar Sammelobjekten und dabei nie zu viel vom selben. Außerdem sind die erspielbaren Belohnungen auch meist auf einem sinnvollen Niveau und motivieren dazu, diese zu bekommen. Ein kleiner Kritikpunkt muss aber erlaubt sein: die Vielfalt an Gegnern ist schon sehr eingeschränkt. Zwischen den ganzen Robotern gibt es zwar auch mal Piraten und ein paar Untote, aber spätestens beim selben fünften Zwischenboss stellt man die Kreativität der Entwickler*innen etwas in Frage. Einige Actionszenen gehen auch viel zu lang und sind dank Dauerfeuer und Co. recht anstrengend. 

Unterm Strich ist „Ratchet & Clank: Rift Apart“ aber sehr, sehr gut und definitiv ein Kaufgrund für eine PlayStation5…wenn man diese mal regulär im Handel bekommen könnte. Wenn ihr noch auf eine Konsole wartet, könnt ihr euch aber schon mal auf ein hervorragendes SciFi-Abenteuer freuen!

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Über Christian Suessmeier 1570 Artikel
Nachdem ich schon in jungen Jahren Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Reptilien rettete und mich mit einem kleinen Raumschiff durch das Weltall ballerte, ließ mich die Faszination Videospiele nicht mehr los. Besonders japanische Spiele haben es mir angetan, außerdem war ich auch immer ein großer Fan von spezielleren Konsolen wie dem Sega Saturn. Ein Herz für Außenseiter quasi! In Sachen Spielen verehre ich die "Yakuza"-Reihe, mag filmische Abenteuer wie "The Last of Us" und absolviere gerne mal eine Partie "PES" zwischendurch. Ansonsten schlägt mein Herz aber auch für den japanischen Film, Regisseure wie Shion Sono, Shinya Tsukamoto oder Takeshi Kitano sind einfach Gold wert. Weiterhin investiere ich meine Zeit aber auch gerne in Comics und dem kreativen Arbeiten(Schreiben, Zeichnen...).

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