Quake [Nintendo Switch – Review]

Vorreiterrolle

id Software ist ein Name, der unweigerlich mit Egoshootern in Verbindung gebracht wird. Egal ob „DOOM“, „Wolfenstein“ oder „Quake“, die Firma verstand ihr Handwerk damals in den 1990ern wie keine andere und brachte somit wegweisende Genre-Vertreter auf den Markt. 

Während man sich bei „DOOM“ und „Wolfenstein“ noch auf 2D-Sprites fokussierte und auch das Schießen nur auf einer Ebene möglich war, revolutionierte „Quake“ im Jahr 1996 das Genre erneut. Vor allem in Sachen 3D-Modellen und Multiplayer-Modi war das Spiel richtungsweisend für alle künftigen Shooter und setzte damit mal wieder Maßstäbe an denen sich die Konkurrenz messen lassen musste.

Doch leider nutze man die „Quake“-Reihe ab da sehr häufig für Experimente. So gab es reine Multiplayer-Titel wie „Quake III Arena“, auch Story-technisch ging man ab Teil 2 einen anderen Weg als noch im beliebten Erstling. Dies sind sicherlich einige der Gründe, warum „Quake“ nie die Größe eines „DOOM“ oder eines „Wolfenstein“ erreicht hat.

Der starke Fokus auf Mehrspieler-Action tat da sicherlich sein übrigens zu und fand dann mit „Quake Champions“ seinen Höhepunkt, das mittlerweile sogar als Free2play-Titel erhältlich ist. Anlässlich des 25.Geburtstags von „Quake“ wurde nun eine Neuauflage veröffentlicht, die wir uns auf der Switch mal genauer angeschaut haben.

Monster aus einer anderen Dimension

Sind wir mal ehrlich: die Story von „Quake“ ist eigentlich null relevant und kann getrost ignoriert werden. Denn die Geschichte rund um den namenlosen Ranger, der eine Militärbasis gegen eine Invasion von Monstern aus einer fremden Dimension verteidigen muss, ist nur der Aufhänger für die Baller-Action, die uns in den kommenden Stunden erwartet.

Von der Militärbasis aus geht es über Teleporter in die jeweiligen Dimensionen der grauenhaften Höllenwesen, denen ihr anschließend entgegen treten müsst. Bewaffnet mit unzähligen Schießeisen wie einer Shotgun, einem Granatwerfer oder der berühmt-berüchtigten Nailgun lauft ihr durch die Level, erledigt Feinde, sucht nach Schlüsseln und löst kleinere Schalterrätsel. Wie auch schon von „DOOM“ gewohnt, sind in den Welten manche Geheimnisse zu entdecken, die man nicht so einfach finden kann. Neben Munition und Energie findet ihr in den Level Schutzanzüge, die euch beim Schwimmen durch giftige Brühe das Leben retten und hin und wieder neue, schlagkräftigere Waffen. 

Wer sich im Singlplayer-Modus ausgetobt hat, der kann sich entweder mit anderen Spieler*innen online oder an der Konsole in zahlreichen Modi duellieren oder probiert eine der Mods, darunter unter anderem „Quake 64“, aus. Natürlich dürfen auch die beiden DLCs von 1997 nicht fehlen, obendrein gibt es noch eine komplett neue Erweiterung.

 

 

Wegweisend…für 1996

Grafisch darf man von „Quake“ natürlich keine Wunder erwarten, dennoch hat id Software der Neuauflage einige Anzeige-Verbesserungen spendiert. So könnt ihr Anti-Aliasing, Bewegungs- und Tiefenschärfe und dynamische Schatten ein- oder ausschalten. Habt ihr die ganzen Helferlein mal deaktiviert, merkt man erst wie gut „Quake“ im Jahr 2021 aussieht, denn ohne diese ist es ein ganz schöner Pixelbrei. Wie von Shootern auf der Switch gewohnt, kann man das Zielen durch den Gyrosensor der Konsole beziehungsweise des Controllers vornehmen, das kann man auf Wunsch aber auch deaktivieren. 

Generell sieht „Quake“ auch heutzutage noch recht stimmig aus, selbst die polygonarmen Figuren profitieren vom Stil des Spiels und fallen nicht besonders negativ auf. Während man in der regulären Kampagne recht flüssig durch „Quake“ navigiert, ist dies bei einigen der aufwendigeren DLCs nicht unbedingt der Fall. Besonders im Handheld-Mode waren hier ein paar kleinere Ruckler spürbar, auch die Ladezeiten verlängern sich in den grafisch pompöseren Level. Im Grunde bleibt aber alles im Rahmen des spielbaren…keine Panik.

 

  • Story
  • Grafik
  • Gameplay
  • Spielspaß
3.9

FAZIT: Ein Klassiker vor dem Herrn!

Die Neuauflage von „Quake“ zeigt auf eindrucksvolle Weise wie gut der Titel gealtert ist. Ebenso wie „DOOM“ kann das schnelle und schnörkellose Gameplay auch in 2021 noch begeistern, vor allem profitiert der Shooter von der hinzugewonnenen Ebene im Spiel, so dass nicht nur ein Zielen nach Links und Rechts möglich ist. 

Im Gegensatz zu „DOOM“ merkt man auch deutlich die verbesserten Maps, in denen man sich wesentlich schneller bewegen kann und die markantere Wegpunkte haben. Verlaufen ist somit also nur noch schwer möglich, was zu einem flüssigeren Spielerlebnis führt. Wie schon oben erwähnt ist die Grafik dank einiger Hilfsmittel schön anzusehen, generell ist das Zusammenspiel aus Optik und Akustik in „Quake“ wirklich großes Kino.

Auch in Sachen Umfang darf man sich für den Preis von 9,99€ nicht beschweren. Egal ob DLCs oder die „Quake 64“-Mod, hier bekommt man viele Stunden Unterhaltung für sein Geld. Vergessen darf man dabei auch nicht die Online- und Koop-Modi, Erstere – und auch die Nutzung der Mods – benötigen allerdings die Anmeldung bei Bethesda.Net.  

Wer Bock auf Oldschool-Shooter hat, greift hier bedenkenlos zu. Die Dämonen warten schon auf euch!

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Über Christian Suessmeier 1643 Artikel
Nachdem ich schon in jungen Jahren Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Reptilien rettete und mich mit einem kleinen Raumschiff durch das Weltall ballerte, ließ mich die Faszination Videospiele nicht mehr los. Besonders japanische Spiele haben es mir angetan, außerdem war ich auch immer ein großer Fan von spezielleren Konsolen wie dem Sega Saturn. Ein Herz für Außenseiter quasi! In Sachen Spielen verehre ich die "Yakuza"-Reihe, mag filmische Abenteuer wie "The Last of Us" und absolviere gerne mal eine Partie "PES" zwischendurch. Ansonsten schlägt mein Herz aber auch für den japanischen Film, Regisseure wie Shion Sono, Shinya Tsukamoto oder Takeshi Kitano sind einfach Gold wert. Weiterhin investiere ich meine Zeit aber auch gerne in Comics und dem kreativen Arbeiten(Schreiben, Zeichnen...).

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