Project CARS 3 [PlayStation4]

Einst voller Glanz…

Das Genre der Rennspiele erlebte vor allem in der Generation von PlayStation und PlayStation2 eine richtige Renaissance. Egal ob Arcaderacer, Funracer oder Rennsimulation…es fand sich mit großer Wahrscheinlichkeit für jeden Geschmack das passende Spiel.

Doch spätestens seit der aktuellen Konsolengeneration ging diese Entwicklung irgendwie zurück. Vor allem scheint es weniger Rennspiele zu geben, die ihren Nutzern den Einstieg leicht machen und nicht so sehr den Fokus auf technische und mechanische Einstellungen legen. Dafür ist das Feld der Hardcore-Simulationen recht breit gefächert. „Gran Turismo“, „Assetto Corsa“ oder die „Project CARS“-Reihe verlangen von ihren Spielerinnen und Spielern recht viel Feingefühl und Wille, sich mit den Autos auseinanderzusetzen.

Letztgenannte Reihe geht nun in die dritte Runde und dabei einen neuen Weg. Denn auch wenn der Titel für Rennspiel-Enthusiasten etwas Simulationsanspruch bietet, öffnet man das Gameplay hin zu einem leichteren Einstieg. Wie das gelungen ist und was „Project CARS 3“ noch alles bieten kann, erfahrt ihr in unserem Test der PS4-Version.

Ganz nach oben!

Wie beim Großteil der Rennspiele ist eine Story bei „Project CARS 3“ eigentlich nicht vorhanden. Zunächst gestaltet ihr euren Fahrer und wählt dessen Geschlecht, Name, Herkunft und Outfit aus. Anschließend steht die Wahl des Start-Autos an, darunter ein Toyota GT86 oder ein Klassiker wie der Mitsubishi Lancer Evo. Nach einem Einführungsrennen, das euch unter anderem die Markierungen zum Bremsen und den Kurvenfahrten erklärt, entlässt euch das Spiel in die freie Rennfahrerwelt, in der ihr euch bis an die Spitze kämpfen müsst.

Die Rennen sind dabei in unterschiedliche Wagenklassen aufgeteilt und bieten euch neben normalen Rennen über Rundkurse oder A nach B-Fahrten, auch ein paar andere Herausforderungen. In Breakout müsst ihr zum Beispiel Punktetafeln zerstören, in anderen Modi müsst ihr eine bestimmte Zeitvorgabe erreichen. 

In jedem Rennen gibt es außerdem drei Zusatzziele, die ihr erfüllen könnt und deren Absolvierung dafür sorgt, dass ihr nach und nach weitere Rennen und Klassen freischaltet. So müsst ihr eine bestimmte Zahl an Kurven perfekt fahren, andere Autos innerhalb eines Zeitlimits überholen oder im Windschatten der Konkurrenz bleiben.

Nach jedem Rennen gibt es dann entsprechend Credits und Erfahrungspunkte für Fahrer und Auto. Die Punkte für euer Gefährt sorgen unter anderem dafür, dass ihr Upgrades kostengünstiger bekommt. 

 

 

Ganz schön viel!

In Sachen Inhalt glänzt „Project CARS 3“ mit unzähligen Autos, Strecken und Rennklassen. Angefangen bei recht gewöhnlichen Sportautos wie Mercedes A-Klasse AMG, Nissan Skyline oder Toyota Supra, geht es über Super-Sportler wie Acura NSX oder Bugatti Chiron Sport hin zu GT-Wagen und sogar einem aus der Formel E. Dabei werden auch Luxusmarken wie Ferrari, Pagani und Koenigsegg nicht vergessen…es sollte also für jeden etwas dabei sein. 

Das gleiche gilt für die Strecken- und Rennauswahl. Auch wenn sich letztere nur auf sehr kurze Rennen mit wenig Runden beschränkt, gibt es hier allerlei Auswahl an verschiedenen Rennklassen. In Sachen Strecken werden viele Klassiker wie der Nürburgring, Fuji International Speedway oder der Circuit de Barcelona geboten. Für optische Abwechslung sorgen hier vor allem die Kurse in den Städten wie Shanghai oder Havanna, aber auch ländlichere Gegenden in Schottland oder Frankreich laden zu rasanten Fahrten ein.

Während Einzelspieler also in der Karriere einen Sieg nach dem anderen einfahren oder sich unter „Eigenes Event“ individuelle Rennen zusammenstellen, gibt es auch einen Multiplayer-Modus. Ebenfalls interessant ist der „Rivalen“-Modus, in dem es wechselnde Events gibt und bei denen man Punkte für sein Rivalen-Level sammeln kann.

Kein Hochglanz-Lack

Während „Project CARS 3“ also in Sachen Umfang ein ganz schöner Brocken ist, kann die technische Seite leider überhaupt nicht überzeugen und – so viel kann man verraten – reißt den Titel damit ins Mittelmaß.

Während es im Spiel bei einem Auto auf der Strecke relativ gut aussieht, wird es bei steigender Teilnehmerzahl immer schlimmer und schlimmer. Dies beginnt bei unschönen Nebel- und Regeneffekten, auch Dämmerung passiert nicht gerade flüssig, sondern in deutlich bemerkbaren Stufen. In Sachen Auflösung erinnern manche Texturen an PlayStation2-Zeiten. Das betrifft nicht nur die Automodelle, sondern auch die Oberflächen des Armaturenbretts oder von Texten.

Und was bei einem Rennspiel natürlich gar nicht geht, ist eine ruckelige Framerate. Aber auch diese gibt es leider allzuoft und sorgt dann für ärgerliche Fahrfehler in Kurven oder ungewollte Zeitlupen-Momente.

Als wäre dies nicht schon schlimm genug, ist die Gegner-KI so auf Krawall gebürstet, dass euch andere Autos in Kurven oder beim Start gerne hinten reinknallen. Generell scheint die Intelligenz der CPU-Fahrer nicht auf Ideallinie aus zu sein, weiterhin waren starke Schwankungen bei der Geschwindigkeit der Fahrzeuge zu bemerken…mal stecken sie euch locker in die Tasche, dann fallen sie plötzlich weit hinter euch.

 

  • Story
  • Grafik
  • Gameplay
  • Spielspaß
3

FAZIT: Das ging schief!

Mit „Project CARS 3“ wollten die Slighty Mad Studios eine neue Richtung für die Reihe einschlagen und verfahren sich dabei total. Das eigentliche Renngeschehen geht – abseits der KI der Gegner – eigentlich wirklich in Ordnung. So entsteht ein ordentliches Geschwindigkeitsgefühl, egal ob in Cockpit- oder Verfolgerperspektive und auch die Inszenierung weiß zu gefallen.

Auch in Sachen Umfang kann sich der ein oder andere Konkurrent von „Project CARS 3“ gerne etwas abschneiden, doch die technischen Mängel überschatten wirklich alles.

Viel ist vom Glanz der vergangenen Teile nicht übrig geblieben und warum man aus einer beinharten Rennsimulation unbedingt einen Racer machen muss, der nicht wirklich weiß was er sein will, ist bei der Erfahrung des Studios nicht ganz nachvollziehbar. Vielleicht hatte man auch einfach zu wenig Entwicklungszeit, eine Verschiebung auf die Next Gen-Konsolen wäre sicherlich vorteilhaft gewesen. Vor allem mit Hinblick auf die grafischen Defizite.

So bleibt „Project CARS 3“ leider nur ein Platz im Mittelfeld. Umfang und Präsentation gefallen, Gameplay und Grafik leiden unter extremen Mängeln. Schade!

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Über Christian Suessmeier 363 Artikel
Nachdem ich schon in jungen Jahren Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Reptilien rettete und mich mit einem kleinen Raumschiff durch das Weltall ballerte, ließ mich die Faszination Videospiele nicht mehr los. Besonders japanische Spiele haben es mir angetan, außerdem war ich auch immer ein großer Fan von spezielleren Konsolen wie dem Sega Saturn. Ein Herz für Außenseiter quasi! In Sachen Spielen verehre ich die "Yakuza"-Reihe, mag filmische Abenteuer wie "The Last of Us" und absolviere gerne mal eine Partie "PES" zwischendurch. Ansonsten schlägt mein Herz aber auch für den japanischen Film, Regisseure wie Shion Sono, Shinya Tsukamoto oder Takeshi Kitano sind einfach Gold wert. Weiterhin investiere ich meine Zeit aber auch gerne in Comics und dem kreativen Arbeiten(Schreiben, Zeichnen...).

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