OlliOlli World [PlayStation5 – Review]

FunnyFunny

Während man als Fan von Fußball, Football oder Basketball schon immer aus dem Vollen schöpfen konnte wenn es um Videospiel-Umsetzungen geht, fristeten Funsportarten wie das Surfen oder Skateboarden lange Zeit ein Nischendasein. Doch spätestens mit dem Aufkommen der PlayStation und einem damit verbundenen, erwachseneren Stil, fanden auch diese Sportarten ihren Weg auf die Konsolen. 

So trat „Tony Hawk’s Pro Skater“ einen riesigen Hype los, der für unzählige Ableger sorgte und weitere Reihen wie „Skate“ zu verantworten hat. Selbst die Simpsons durften sich in einem Skateboard-Videospiel mal die Tricks um die Ohren hauen. Ein weiterer spannender Vertreter des Genres ist „OlliOlli“, was im Jahr 2014 zunächst für die PS Vita erschien und das Geschehen aus einer neuen Perspektive zeigte. Denn statt opulenter 3D-Welten sah man seinen Protagonisten und das Level von der Seite und musste mit schnellen Controller-Eingaben bis zum Ende des Kurses kommen. 

Nun erschien mit „OlliOlli World“ der langersehnte dritte Teil der Reihe, der in Sachen Gameplay zwar viel Altbekanntes bietet, dafür aber in inszenatorischer Hinsicht einige Neuerungen mit sich bringt. Wie das gelungen ist, erfahrt ihr im Test der PS5-Version.

Auf in den Skate-Himmel!

Die Story von „OlliOlli World“ ist schnell erzählt. In der Form des großen Skate-Hoffnungsträgers – den ihr übrigens komplett eigenständig erstellen und eure Fantasie dabei ausleben könnt – seid ihr in Radlandia unterwegs und wollt euer Können unter Beweis stellen. Dafür muss sich eure Figur aber natürlich vor den Skate-Göttern behaupten und bevor er den Weg nach Gnarvana auf sich nehmen kann. 

Daraus folgt eine Kampagne, die euch in fünf verschiedene Gebiete mit unterschiedlichster Vegetation verschlägt. Neben regulären Level, findet ihr aber auch immer wieder mal Herausforderungen und Quests, die es zu erledigen gilt und für deren Belohnung man weitere kosmetische Items für den eigenen Skater bekommt.

Doch wie funktioniert „OlliOlli World“ eigentlich? Relativ simpel, könnte man sagen. Denn während ihr euren Skater mit dem Druck auf die X-Taste schneller werden lasst, führt ihr Aktionen hauptsächlich mit dem Analogstick aus. Zum Grinden drückt ihr beim Aufkommen auf das Objekt rechtzeitig nach unten, für Wallrides an Wänden einfach nach oben. Zum Springen zieht ihr den Stick nach unten und lasst dann rechtzeitig los, kombiniert ihr das mit einer weiteren Bewegung, z.B. einem Halbkreis, vollführt euer Skater einen Trick. 

 

 

AuaAua

Doch die Steuerung ist nicht die Herausforderung bei „OlliOlli World“, es sind die halsbrecherischen und fordernden Level. Während ihr anfangs nur über ein paar Hindernisse springen müsst, gibt es später atemberaubende Grind-Abschnitte, fiese Abgründe und schnelle Richtungswechsel. Auf einigen Kursen könnt ihr sogar verschiedene Abzweigungen nehmen und so unterschiedliche Erfahrungen machen.

Glücklicherweise kann man mit einem längeren Druck auf die Dreieck-Taste das Level neu starten und sich erneut an den Herausforderungen probieren. Und von dieser Respawn-Funktion werdet ihr recht häufig Gebrauch machen, denn schnell bleibt man mal an einem Hindernis hängen oder verpasst das richtige Timing für den perfekten Sprung. Als wäre es nicht schon fordernd genug, bis an Ende des Levels zu kommen, stellen euch eure Begleiter zu Beginn immer noch einige Sonderaufgaben. Deren Erledigung wird dann mit weiteren Items zum Ausrüsten belohnt. 

Stichwort Items: hier fühlt sich „OlliOlli World“ fast schon an wie ein Loot-Shooter, denn es werden unzählige Aktionen mit neuen Ausrüstungsgegenständen und Kleidungsstücken belohnt. Dementsprechend individuell könnt ihr euren Charakter aber auch gestalten.

Neben der Einzelspieler-Kampagne gibt es aber noch zwei weitere Modi. So könnt ihr euch zum einen in einem Level-Editor zufallsgenerierten Herausforderungen stellen, andererseits gibt es auch einen Mehrspieler-Modus, in dem ihr euch gruppenweise auf Highscore-Jagd begebt und dafür dann Belohnungen abstauben könnt.

SchickSchick

Während die ersten beiden „OlliOlli“-Teile noch mit einem sehr reduzierten Pixel-Look daher kamen, überrascht „OlliOlli World“ mit einem sehr kreativen Stil. Teilweise erinnert dieser mit seinen schrägen Figuren und Szenerien etwas an „Adventure Time“ vermischt mit einer ordentlichen Kelle aus der Pastellfarben-Palette. Das fällt auf und wirkt frisch und kreativ…gerne mehr davon.

Die musikalische Vertonung sollte bei solch einem Skateboard-Spiel natürlich auch passen, doch statt treibender Beats Marke Hardcore oder Punk, stehen hier entspannte Elektro-Klänge im Vordergrund. Da das Spielgeschehen sowieso schon fordernd genug ist, beruhigt einen die Musik etwas und sorgt für einen schönen Flow.

Ladezeiten sind auf der PlayStation5 so gut wie keine vorhanden, für meinen Geschmack könnte der Respawn-Vorgang aber etwas flotter laufen. Ein weiteres PS5-Feature, das man gut nutzt, sind die feinen Rumble-Funktionen des DualSense. Während aus dem Lautsprecher nämlich die Rollgeräusche des Bretts kommen, werden diese durch leichte Vibrationen unterstützt und so meint man fast ein Skateboard in seiner Hand zu halten. Das sorgt für gute Immersion!

 

  • Story
  • Grafik
  • Gameplay
  • Spielspaß
3.8

FAZIT: SpaßFrust World

„OlliOlli World“ begeistert wie schon die beiden Vorgänger mit seinem motivierenden Gameplay. Hier kann man wieder einmal den beliebten Satz zitieren: „Easy to learn, hard to master“. Denn während man die Level und Kurse meist schon ganz gut zu Ende bringen kann, sind es die Herausforderungen eurer Mitstreiter, die euch sicherlich zum Verzweifeln bringen können. Oder eben die Jagd auf den nächsten Highscore…

Dabei gefällt mir vor allem die Inszenierung mit ihrem tollen Cartoon-Look und den kreativen Einfällen. Obendrauf sorgt die chillige Musik für etwas Entspannung, das Gameplay ist ja schon schweißtreibend genug. Wie oben schon angesprochen, hätte die Respawn-Zeit aber etwas kürzer sein können, so dass man schneller wieder reinkommt. 

Was zwischen all den spaßigen Kursen aber komplett verloren geht und irgendwann mit seinen zähen Dialogen vor jedem Parcours nervt, ist die Geschichte. Die ist absolut egal und oft ist das Blabla vor dem Start des Kurses nur störend. Das drückt man dann ganz schnell mal weg.

„OlliOlli World“ setzt das Konzept seines Vorgängers klug fort. Man darf gespannt sein, wie es mit der Reihe weitergeht. 

Werbung

Über Christian Suessmeier 2550 Artikel
Nachdem ich schon in jungen Jahren Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Reptilien rettete und mich mit einem kleinen Raumschiff durch das Weltall ballerte, ließ mich die Faszination Videospiele nicht mehr los. Besonders japanische Spiele haben es mir angetan, außerdem war ich auch immer ein großer Fan von spezielleren Konsolen wie dem Sega Saturn. Ein Herz für Außenseiter quasi! In Sachen Spielen verehre ich die "Yakuza"-Reihe, mag filmische Abenteuer wie "The Last of Us" und absolviere gerne mal eine Partie "PES" zwischendurch. Ansonsten schlägt mein Herz aber auch für den japanischen Film, Regisseure wie Shion Sono, Shinya Tsukamoto oder Takeshi Kitano sind einfach Gold wert. Weiterhin investiere ich meine Zeit aber auch gerne in Comics und dem kreativen Arbeiten(Schreiben, Zeichnen...).

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*