Zombie Army Trilogy [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 31.03.2020 um 15:05

 

Zombie-Tradition

 

Erst vor kurzem hatten wir an dieser Stelle den vierten Teil von „Zombie Army“ getestet, der sich ordentliche 8 von 10 Punkten in unserem Test erkämpft hat. Ihren Ursprung nahm die Reihe eigentlich im Jahr 2013 als zombifizierter Ableger von „Sniper Elite V2“ und brachte es in den folgenden Jahren auf weitere Kapitel, die dann als „Zombie Army Trilogy“ zusammengefasst wurden.

Nachdem bereits PlayStation4, Xbox One und PC vor einigen Jahren in den Genuss der Ballerei kamen, kommt nun auch ein Switch-Port in den Handel. Wie sich diese Umsetzung schlägt und ob man nun auch mobil allerlei Spaß mit dem Beseitigen hirnfreier Nazis…also Nazi-Zombies…haben kann, klärt unser Test.

 

Weltkrieg Z

 

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs steht Deutschland mit dem Rücken zur Wand und befindet sich am Rand der Niederlage. Doch der Führer will sein Land nicht so einfach aufgeben und ruft den Beginn des Plans Z aus. 

Daraufhin erheben sich allerlei Untote aus ihren Gräbern und die Nazis werden noch hirnfreier als sie eh schon waren. Damit diese Übermacht nicht doch noch das Ruder herumreißt und die Welt ins Chaos stürzt, tretet ihr dem Widerstand bei, der die braune Grütze zurück in das Reich der Toten schicken will.

Die entscheidende Schlacht beginnt…

 


 

Besser gut vorsorgen

 

„Zombie Army Trilogy“ lässt sich entweder alleine oder mit bis zu drei Mitstreitern spielen. Letzteres ist sowohl lokal per Drahtlos-Funktion der Switch möglich als auch online. Aber auch Einzelspieler können sich durch die drei Kapitel des Spiels ballern, wobei es für diesen Fall sogar einige Optionen wie das Herunterschrauben der Gegner-Zahl gibt.

Schon gleich nach dem Einlegen des Moduls könnt ihr alle fünfzehn Level der drei Kapitel frei auswählen. Die Settings reichen dabei von einem Zug über einen Friedhof oder ein zerstörtes Dorf bis hin zu den Ruinen Berlins. Habt ihr euch für eine der Missionen entschieden, könnt ihr aus einem von acht Widerstandskämpfern wählen, die sich aber nur optisch voneinander unterscheiden.

Wichtiger wird dann die Wahl eurer Waffen, die sich in drei Kategorien unterteilen. Am wichtigsten hierbei ist natürlich das Scharfschützen-Gewehr, aber auch Pistole und Sekundärwaffe(Schrotflinte, Maschinengewehr u.a.) sollten klug gewählt werden. Denn alle haben doch gewisse Unterschiede in Handling und Munitionsmenge. 

Als kleines Extra könnt ihr noch fünf Zusatzgegenstände mit in die Mission nehmen, die ihr aus Dingen wie Landminen, Granaten oder Dynamit wählen könnt. Damit solltet ihr für den Zombie-Ansturm gerüstet sein!

 

Ballern mit Verstand

 

In den jeweiligen Level ballert ihr euch von einem Speicherpunkt zum nächsten und macht dabei Gebrauch von eurer Bewaffnung. Da sich hier und da doch schon mal ordentliche Mengen an Untoten versammeln und nach eurem Hirn trachten, gibt es in der Umgebung immer wieder mal explosive Fässer oder ähnliches zu entdecken, die euch bei Beschuss einiges an Arbeit abnehmen. Neben normalen Untoten, gibt es aber auch einige Abarten wie den Suizidbomber oder stärker bewaffnete Brocken. 

Die getöteten Zombies hinterlassen häufig Munition für euch, was ihr auch dringend benötigt. Oft kann man die Untoten auch schön in Fallen locken, wenn man sich zum Beispiel in einem Haus verschanzt hat, das man vorher mit Stolperdraht und Minen ausgestattet hat. In solchen Situationen kann man auch am besten von dem Scharfschützen-Faktor des Spiels Gebrauch machen und kampiert einfach am Fenster und nimmt dort die braune Zombiebrut aufs Korn. Wildes Herumgeballer sollte man aber vermeiden, denn wie schon gesagt, die Munition geht schnell mal aus.

Wie aus der Ur-Serie bekannt, gibt es auch in „Zombie Army Trilogy“ wieder die Bullet-Cam, die euch in aller Ausführlichkeit zeigt, wie eure Kugel in den Kopf des Zombies eindringt. 

Seid ihr mit der Kampagne durch, könnt ihr euch noch in einem Horde-Modus austoben. Auch hier wieder alleine oder mit anderen Mitspielern. 

 


 

Nicht ganz so frisch!

 

Optisch und technisch präsentiert sich „Zombie Army Trilogy“ okay. So ist die Grafik für ihr Alter und ihre Verhältnisse ok und sieht meist nach einem sehr guten PlayStation3-Titel aus. Zugegeben, das ein oder andere Level verliert sich schon arg in grau-brauner Tristesse, zwischendrin gibt es aber auch immer wieder mal hellere Abschnitte zu bestaunen. Vor allem die Lichteffekte sehen hier wieder sehr gut aus.

Eine der Stärken der Reihe ist schon immer die Präsentation, die von Kapitelnamen über Menüs bis hin zu Zwischensequenzen immer eine gewisse Trash-Luft atmet und diese mit tollen Synthie-Sounds unterstreicht. So kommt die perfekte Stimmung auf.

Schwierig hingegen ist die Steuerung des Ganzen mit den JoyCons. Dank der fummeligen Analogsticks ist das Zielen in den Grundeinstellungen bei etwas flotteren Gegnern ein Glücksspiel, nach etwas Herumprobieren mit den Empfindlichkeits-Einstellungen konnte man es besser in den Griff bekommen. Mit ProController spielt es sich definitiv besser und griffiger. Dennoch ein großer Makel für das mobile Spielen. Generell vermisst man aber ein gutes Handling der Waffen, deren Feedback ist einfach nicht so gut(vom Scharfschützengewehr einmal abgesehen).

 

FAZIT: Befreit die Switch von der braunen Nazi-Brut!

 

„Zombie Army Trilogy“ ist im Grunde ein spaßiger Shooter, den man aber am besten mit mehreren Mitspielern angeht. Erst dann entfaltet das Gameplay seine wahren Stärken! Nicht falsch verstehen, man kann die Kampagne dank einiger Einstellungsmöglichkeiten auch alleine spielen, aber verpasst so sicher einiges an Spielspaß.

In Sachen Umfang kann man nicht meckern, mit der Kampagne kann man schon einige Stunden beschäftigt sein. Wollt ihr dann noch alle Erfolge und Sammelgegenstände erspielen, kann man noch ein bißchen Zeit drauf schlagen. Doch irgendwann wird der Shooter recht langweilig und eintönig, da es kaum andere Missionsziele gibt als „Vernichte alle Zombies und gehe weiter“. Hier bietet Teil 4 mehr Abwechslung.

Und wo wir schon bei „Dead War“ sind: „Zombie Army Trilogy“ setzt einen stärkeren Fokus auf das Sniper-Gewehr, im Nachfolger kann man auch mit den anderen Waffen sehr erfolgreich sein und die Scharfschützen-Option fast schon außer Acht lassen. Das geht hier nicht, da die Munition einfach doch knapper ist. Auch ein Progress-System mit neuen Fähigkeiten und Verbesserungen hätte „Zombie Army Trilogy“ sicherlich gut getan. So bleibt es ein spaßiger Shooter, dem aber leider recht schnell die Luft ausgeht und der mit den JoyCons viel schwerer spielbar ist.