Animal Crossing: New Horizons [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 30.03.2020 um 10:55

 

Tierisch!

 

Schon seit dem Jahr 2001 kann man auf Nintendo-Konsolen in die tierische Welt von „Animal Crossing“ abtauchen. Der Lebenssimulator machte seinen Anfang zwar auf dem N64, wanderte aber ganz schnell auf die Handhelds des Unternehmens ab und sorgte dort für einen riesigen Erfolg.

Doch nach dem 3DS-Ableger „New Leaf“ tat sich die Serie zunehmend schwerer, außerdem konzentrierte man sich vor allem auf Spinoffs wie „Happy Home Designer“ oder „Amiibo Festival“, die kein vollwertiges „Animal Crossing“-Erlebnis boten und daher bei den Fans durchfielen. Auch der mobile Ableger für iOS- und Androidgeräte bekam einiges an Schelte ab, so dass die Rufe nach einem vollwertigen „Animal Crossing“ immer lauter wurden.

Ob das neue, Switch-exklusive „Animal Crossing: New Horizons“ diese Bedürfnisse befriedigen kann und welche Neuerungen man den Fans bietet, verraten wir euch in unserem Test.

 

Ab auf die Insel!

 

Gleich zu Beginn ist für euren selbsterstellten Charakter klar, dass es so nicht weitergeht. Am Flugschalter von Nook Inc. entscheidet ihr euch für das Reif-für-die-Insel-Paket und nehmt den nächstbesten Flug auf das fast unbewohnte, noch namenlose Eiland. Nachdem ihr bei Tom Nooks Neffen Nepp und Schlepp einige Infos abgegeben habt und euch für eine der Inseln entschieden habt, geht es auch schon los.

Dort angekommen offenbart euch Tom allerdings, dass es erst einmal nicht so komfortabel ist wie ihr euch das vielleicht gedacht habt. So müsst ihr erst einmal in einem Zelt hausen und euch eigentlich um fast Alles selber kümmern. Immerhin sind auch zwei andere Inselbewohner mit euch angekommen, die sogleich für ein paar Gespräche zur Verfügung stehen. Somit wird es nicht ganz so einsam! Und außerdem müsst ihr eure Schulden bei Nook noch abbezahlen…so ein Umzug ist nämlich nicht gerade günstig.

 


 

Erste Schritte

 

Nach einer ersten Willkommens-Party für die ihr schon allerlei Besorgungen machen „durftet“, bekommt ihr nach der ersten Nacht auf der Insel von Tom das NookPhone überreicht, das euch künftig ein unverzichtbares Item sein wird. Damit habt ihr nicht nur Zugriff auf eine Kamerafunktion, eine Karte der Insel oder euren Pass, auch Designs könnt ihr damit erstellen oder auswählen. Eine Faunapädie gibt euch außerdem einen Überblick über die gefangenen Fische und Insekten.

Wichtiger sind jedoch die Bastelanleitungen und die Nook-Meilen. Erstere benötigt ihr zum Craften von Gegenständen wie Werkzeugen, Möbeln oder Dekorationsstücken und bekommt diese entweder von anderen Bewohnern, durch Post oder mit dem Kauf von Bastelbüchern. 

Am Nook-Meilenprogramm nehmt ihr automatisch durch den Bezug der Insel teil. Hier erhaltet ihr an einem Terminal nicht nur tägliche Bonusmeilen, auch für das Erledigen bestimmter Aufgaben füllt ihr dieses Konto ordentlich auf. Diese Meilen sind allerdings komplett unabhängig von den Sternis, die ihr zum Einkaufen benötigt und die nach wie vor die reguläre Währung in „Animal Crossing“ sind. 

Mit den Meilen könnt ihr außerdem ein Ticket für den Flughafen kaufen, mit dem ihr andere Inseln besuchen könnt. Dort finden sich meist andere Spezies oder andere Pflanzen, hin und wieder trifft man auch mal auf einen möglichen neuen Inselbewohner, den man zum Umzug überreden kann. Der Airport ist auch Ausgangspunkt für die Ausflüge zu Inseln von anderen Spielerinnen und Spielern. Das könnt ihr entweder online oder per lokalem Modus machen.

 

Sammeln, werkeln, schmücken

 

Die ersten Stunden in „Animal Crossing: New Horizons“ unterscheiden sich nicht sonderlich von denen der anderen Spiele der Reihe. Kredit für das Zelt bzw. später das Haus abzahlen, Angeln, Sammeln von Früchten, Ästen, Steinen usw. für das Erstellen von Werkzeug und letztlich die ersten neuen Bewohner wie der Museumschef Eugen. Für diesen kann man auch wieder allerlei Fisch- und Insektenarten fangen und dem Museum spenden oder ihr geht auf die Jagd nach Fossilien. Hin und wieder hat auch Tom Nook Anfragen an euch, wenn es darum geht eine Brücke über den Fluss zu bauen oder den Laden aufzustocken. Doch Vorsicht…der Kerl ist immer noch der skrupellose Geschäftsmann wie eh und je.

In Sachen Werkzeuge sollte man noch wissen, dass diese nur eine gewisse Haltbarkeit haben. So halten Axt, Angel, Kescher oder Schaufel nur eine bestimmte Zeit, nach und nach bekommt man aber ausdauerndere Gegenstände bzw. die richtigen Bauanleitungen dafür. Generell ist „Animal Crossing: New Horizons“aber wieder ein Titel, der erst nach und nach sein komplettes Gameplay entfaltet und auch nach Wochen noch neue Entdeckungen zulässt. Aktuell kündigte Nintendo eine Osteraktion mit Eiersuche an, sicherlich wird es auch wieder zu anderen Festlichkeiten und besonderen Tagen entsprechende Events geben, die einen immer wieder auf seine Insel zurückkehren lassen. Denn die Möglichkeiten sind schier unendlich…

 


 

Schöne, neue Welt

 

Technisch kitzelt „Animal Crossing: New Horizons“ sicherlich nicht das Maximum aus der Nintendo Switch heraus, dennoch überzeugt das Spiel mit seinem runden Artstyle. Der etwas reduzierte Look setzt die Welt und seine Flora und Fauna liebenswert um, die anderen Charaktere sind wieder ein Beispiel an Kreativität. Egal ob Fitness-verrücktes Schwein oder der Hippiehund  und Hobby-Fotograf Harvey, da haben sich die Macher wieder allerlei skurrile Sachen einfallen lassen.

Das Spiel orientiert sich an der Echtzeit und berücksichtigt dabei auch die Jahreszeiten. Zu Beginn könnt ihr allerdings wählen, ob bei euch jetzt Sommer sein soll oder wie im echten Leben Winter. In Sachen Steuerung fühlt sich „Animal Crossing: New Horizons“ zu Beginn etwas arg umständlich an, aber auch hier gibt es mit der Zeit hilfreiche neue Features wie das Werkzeug-Rad. Etwas arg rudimentär fühlt sich das Aufstellen von Items an, oft muss hier nachjustiert werden. 

Musikalisch bietet das Spiel sanfte Töne zur Untermalung des Geschehens an, sehr lustig ist wieder einmal die Sprachausgabe der Inselbewohner. Das Lautieren ist aber sicherlich nicht Jedermanns Sache und sorgt vermutlich auch für das ein oder andere Spiel ohne Ton. 

 

FAZIT: Die beste Lebenssimulation der Welt!

 

„Animal Crossing: New Horizons“ ist ein richtig tolles Spiel geworden und bringt die Serie mit sinnvollen Neuerungen wie dem Terraforming auf die Nintendo Switch. Über andere Dinge wie die nur begrenzt haltbaren Werkzeuge zu Beginn kann man aber definitiv streiten. Vor allem wenn diese mit Material hergestellt werden müssen, welches eh schon rar ist, nervt das etwas und bremst den Fortschritt extrem aus.

Aber die tierische Lebens-Sim ist auf jeden Fall ein Titel für den man sich entsprechend Zeit nehmen muss. Oft dauert es bis zum nächsten Tag, dass ein Haus oder ein anderes Bauwerk fertiggestellt ist. In diesem Zeitraum muss man sich dann andere Beschäftigungen suchen.

Auch in Sachen Technik kann man bei diesem Switch-Titel nicht meckern. Während des Tests kam es zu keinerlei Rucklern oder ähnlichem. Es lief alles rund! Sowohl im mobilen wie auch im TV-Modus. Letzterer läuft übrigens in 1080p, auf dem Display der Konsole sieht man das Geschehen in 720p.

Wer sich auf „Animal Crossing: New Horizons“ und seinem entschleunigten Gameplay einlassen kann, bekommt hier ein liebevolles Spiel mit vielen netten Ideen und Sammlereien. Dabei lässt es euch genug Freiheiten, um eure perfekte Insel zu gestalten. Top!