DOOM Eternal [PlayStation4]

Verfasst von Christian Suessmeier am 24.03.2020 um 12:27

 

Höllisch gute Rückkehr!

 

Nach Jahren der Stille und einem umstrittenen dritten Teil, kehrte „DOOM“ 2016 mit einem echten Knall zurück. id Software und Bethesda schufen einen Shooter, der sich sehen lassen konnte. Wahnsinnig schnelles Gameplay, krachende Shootouts, fiese Dämonen, ein treibender Soundtrack und natürlich die BFG machten den Neustart perfekt und die Fans glücklich.

Auf der E3 2018 war es dann endlich soweit, mit „DOOM Eternal“ wurde endlich ein Nachfolger angekündigt. Leider wurde dieser kurz vor seinem Release im vergangenen November aber noch einmal um fünf Monate verschoben und erscheint nun die Tage für die aktuelle Konsolengeneration. Die Switch-Version einmal ausgenommen, die kommt später im Jahr.

Schon im Vorfeld zeigte id Software einige der neuen Fähigkeiten des Doom Slayers, die wir nun in einem ausführlichen Test ausprobieren konnten und euch nun verraten können, wie spaßvoll diese sind.

 

Die Hölle auf Erden

 

Musstet ihr in „DOOM“(2016) noch den Mars von der dämonischen Brut befreien, ist in diesem Teil die Erde dran. Die wurde nämlich von Dämonen und Höllenbiestern überrannt und gleicht nun eher dem Reich des Teufels statt dem beschaulichen, blauen Planeten wie wir ihn kennen. Immerhin konnten sich mehrere Hunderttausend Menschen auf Raumschiffen in Sicherheit bringen, aber um die Rückeroberung zu starten schickt die ARC euch in Form des Doom Slayers auf die Erde.

Fortan müsst ihr es mit DOOM Huntern, Wächtern, Kultisten und allerlei anderen bösen Buben aufnehmen, um die Erde wieder zu dem zu machen, was sie mal war. Was folgt ist eine blutige und actionreiche Tour de Force.

 


 

 

 

Höllisch schnell!

 

In Sachen Gameplay präsentiert sich „DOOM Eternal“ zunächst wie sein Vorgänger. In der Egoansicht erkundet ihr die weitläufigen Areale und sichert euch dabei Munition, Rüstungsteile oder Energie. Die Kämpfe laufen auch wieder nach dem bekannten  Prinzip ab, in dem ihr ein Areal betretet und dieses erst einmal von Feinden säubern müsst bevor es weitergeht.

In Sachen Bewaffnung agiert ihr vom Start an mit der klassischen Shotgun, später gesellen sich noch unzählige bekannte Schießeisen wie Plasmagewehr und oder Raketenwerfer hinzu. Diese wählt ihr wieder über das Waffenrad, auch der praktische Shortcut auf R1 ist wieder vorhanden mit dem man die zuletzt genutzte Waffe schnell anwählt.

Aber einfach mit Ballern kommt ihr nicht davon, denn zu Beginn habt ihr nur wenig Munition und auch eure Rüstung bzw. Gesundheit ist nicht gerade ausdauernd. Um letztere aufzufüllen solltet ihr eure Gegner genau im Auge behalten, denn habt ihr diesen ausreichend Schaden zugefügt und sie fangen an zu blinken, könnt ihr sie mit einem Glorykill in die ewigen Jagdgründe schicken. Dann hinterlassen sie euch zumindest etwas Gesundheit.

Ist eure Munition knapp, empfiehlt sich ein beherzter Griff zur Kettensäge. Denn bringt ihr euren Feind so um die Ecke, lässt er allerlei Munition für viele Waffen fallen. Kleiner Wermutstropfen: die Kettensäge braucht Sprit, immerhin steht sie euch ab dem Start zur Verfügung. Neu in „DOOM Eternal“ ist nun noch ein dritter Kniff im Kampfsystem. So bekommt ihr nach einiger Zeit einen kleinen Flammenwerfer spendiert, mit dem ihr eure Gegner anzünden könnt. In diesem Zustand verlieren sie Rüstungsitems, die ihr wiederum aufsammeln könnt.

Weitere nette Zusätze für eure Schulterwaffe sind ein Vereiser oder ein Raketenwerfer, die allerdings immer eine bestimmte Zeit zum Laden brauchen. Aber das fette Arsenal ist dringend nötig, denn die Gegner sind zahlreich und teilweise ganz schön zäh. Bei einigen Monstern empfiehlt es sich, erst bestimmte Rüstungsteile abzuschießen bevor man sich an den Rest des Ungeheuers macht.

 

Lara Croft = Doom Slayer?

 

Wie bereits im Vorgänger, könnt ihr in den großen Level allerlei Entdeckungen machen. So finden sich unzählige Dokumente, die Hintergründe zur Welt und den Geschehnissen erklären, aber auch Soundtrack-Ausschnitte und Cheatcodes sind zu finden. Auch die beliebten Spielzeug-Figuren sind wieder mit an Bord.

Frisch ist allerdings das Move-Repertoire des Doom Slayers, der diesmal nicht nur hüpfen kann, sondern auch an rauen Felswänden entlang klettert oder sich von einer Stange zur anderen schwingt. Ab einem bestimmten Zeitpunkt habt ihr außerdem einen Dash-Move in petto mit dessen Hilfe ihr größere Entfernungen überwinden könnt. Gelegentlich sind diese Sprungpassagen ziemlich nervig und wirken eher deplatziert. Immerhin ist der Slayer nicht Lara Croft oder Nathan Drake. Oder gar Mario…

Ebenfalls wie in „DOOM“(2016): eure Waffen bessert ihr mit entsprechenden Punkten und wertet diese so mit einigen Boni auf, auch euer Anzug kann wieder allerlei Verbesserungen annehmen. Während auch das Runensystem für dauerhafte Verbesserungen bestehen blieb, hat man das Aufleveln von Gesundheit, Rüstung und Munition noch einmal etwas verfeinert und ebenfalls mit Bonus-Attributen versehen.

Zwischen den regulären Missionen kehrt ihr immer wieder zurück in das Fortress of Doom, wo ihr mit gefundenen Wächterbatterien weitere Türen für neue Anzüge oder Punkte nutzen könnt oder ihr euch in einem Testareal mit allerlei Kreaturen auseinandersetzt. Dort findet ihr außerdem die gesammelten Goodies wie die Spielzeug-Dämonen oder lauscht den gefundenen songs des Soundtrack.

Auch an einen Multiplayer-Modus haben die Damen und Herren bei id Software gedacht und präsentieren euch einige spaßige Spielereien. So könnt ihr zum Beispiel in die Rolle eines Dämonen schlüpfen, während eure Mitspieler Doom Slayer sind oder eben umgekehrt. 

 


 

So schön kann die Hölle sein!

 

„DOOM Eternal“ ist ein verdammt schönes Spiel geworden. Egal ob die zahlreichen und abwechselnd gestalteten Level oder die Dämonen, denen man das Fleisch von den Knochen schießen kann, das sieht alles richtig gut aus. Das starke Nachladen der Texturen beim Vorgänger konnte man zum Glück auch lösen.

Auch die neue Gestaltung der Menüs kann sich wirklich sehen lassen und ist recht übersichtlich und klar. Leider kann man das von der Schriftgröße nicht sagen. Liebe Entwickler! Bitte lasst den Endverbraucher doch die Schriftgröße einstellen. Viele Sachen kann man auch aus einer normalen Entfernung kaum noch lesen. Das nervt!

Das Spielgeschehen läuft flüssig ab, Ruckler oder Stotterer konnten wir während unseres Tests nicht feststellen. Auch die deutsche Synchro ist recht ordentlich und passt zur Stimmung des Spiels.

Genau so wenig meckern kann man über die Steuerung, die zwar aufgrund der zahlreichen neuen Fähigkeiten und Waffenfunktionen etwas überladen wirkt, aber an die man sich recht schnell gewöhnen kann. Ein echtes Highlight ist aber definitiv wieder die musikalische Untermalung des Geschehens. Wirklich der Hammer was Mick Gordon hier wieder abliefert! So treiben euch Sounds zwischen Metalriffs und Synthiewabern in den Ballereien an und brennen sich in euren Gehörgang.

 

FAZIT: „DOOM“ für die Ewigkeit!

 

id Softwares Shooter-Serie bleibt einfach eine Wucht! Den Weg, der mit dem Reboot im Jahr 2016 eingeschlagen wurde, setzt man hier konsequent fort, auch wenn man über einige Neuerungen streiten kann bzw. muss. Während man die frischen Inhalte des Kampfsystems mit Anzünden der Feinde für Rüstungsteile oder die neue Schulterwaffe nach einer gewissen Zeit gut verinnerlicht hat, nerven manche Sprungpassagen unglaublich. Ist das aus der Egoansicht manchmal nicht schon schwer genug, wird das spätestens mit dem Dash und einigen gezielten Sprüngen an Stangen zum Weiterschwingen zur Geduldsprobe. 

Aber das ist eigentlich auch der einzige Kritikpunkt an „DOOM Eternal“, den man mit etwas Übung irgendwann auch hinbekommt. Der Rest ist Shooter-Action vom Feinsten mit einer langen Kampagne und vielen Sammelitems. „DOOM Eternal“ ist vermutlich der beste Egoshooter seit vielen, vielen Jahren und zeigt eindrucksvoll, wie man taktische Finesse in eigentlich öde Ballereien einbauen kann.