Metro Redux [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 09.03.2020 um 12:18

 

Portierungs-Meister

 

Fehlte der WiiU noch der Support zahlreicher Spiele-Publisher und -Entwickler, kann man sich auf der Nintendo Switch nicht über eine zu geringe Auswahl an Games beschweren. Im Gegenteil, neben hochwertigen Exklusiv-Titeln und Indiespielen erscheinen immer wieder auch Portierungen von älteren Titeln. 

Dass es dabei auch immer wieder Überraschungen gibt, zeigte im vergangenen Herbst „The Witcher III: Wild Hunt“, was zwar mit einigen Abstrichen auf die Switch portiert wurde, aber dennoch eindrucksvoll zeigt, was Nintendos Hardware leisten kann.

Die erste große Umsetzung in diesem Jahr ist sicherlich „Metro Redux“, welches bereits seit 2014 für PS4 und Xbox One erhältlich ist und die beiden Spiele „Metro 2033“ und „Metro: Last Light“ enthält. Diese erschienen ursprünglich für PlayStation3 & Co. und basieren auf den Werken des russischen Autors Dmitri Gluchowski.

Wie sich dieser Port auf der Switch schlägt und wie gut die Survival-Horror-Shooter gealtert sind, verraten wir euch in unserem Test.

 

Metro 2033

 

In der Rolle des jungen Artjom erlebt ihr die Post-Apokalypse hautnah, denn zwanzig Jahre früher hat ein Atomkrieg die Erdoberfläche unbewohnbar gemacht. In den ehemaligen Metro-Tunneln der Moskauer U-Bahn haben sich die Überlebenden gesammelt und dort kleine Dörfer und Städte aufgebaut, die durch das Tunnelsystem miteinander verbunden sind.

Als eure Station angegriffen wird, bittet euch der Ranger Hunter darum, eine Person namens Miller aufzusuchen. Dieser ist wohl in einer der größeren Städte, Polis, zu finden. Also macht ihr euch mit eurer spärlichen Ausrüstung auf die Suche nach Miller und durchquert dabei allerlei gefährliche Orte und müsst euch nicht nur mit menschlichen Gegnern herumschlagen.

„Metro 2033“ war ursprünglich ein ziemlich harter Shooter, der euch mit Munitionsknappheit das Leben schwer gemacht und euch häufiger zum Schleichen gezwungen hat. In der Redux-Neuauflage könnt ihr euch bereits zu Beginn dafür entscheiden, ob ihr diese Spielart bevorzugt oder ihr lieber mit einem größeren Fokus auf klassische Shooter-Elemente loszieht.

Dennoch ist auch in diesem sogenannten Spartaner-Modus die Munition ein wertvolles Gut und wird auch als Zahlungsmittel in den Städten genutzt. Dort könnt ihr eure Vorräte an Medipacks oder Filtern für die Gasmaske auffüllen. Letztere benötigt ihr hin und wieder in verstrahlten Gebieten, um überleben zu können.

 


 

Metro: Last Light

 

Während der Erstling auf einer Romanvorlage basierte, orientierte sich der Nachfolger nur noch grob an dem Werk von Dmitri Gluchowski. Auch hier schlüpft ihr wieder in die Rolle von Artjom, müsst euch diesmal aber vor allem mit den „Schwarzen“ beschäftigen, die nach den Ereignissen aus „Metro 2033“ erneut auftauchen. Doch auch die Auseinandersetzungen mit anderen Menschen stehen hier im Fokus des Geschehens und könnten zu einer erneuten Katastrophe führen.

Spielerisch unterscheiden sich die beiden Titel in „Metro Redux“ kaum. Denn anlässlich dieser Neuauflage glich Entwickler 4A Games die Gameplay-Mechaniken aneinander an, so dass vor allem der Erstling von den sinnvollen Neuerungen der Fortsetzung profitieren konnte. Auch hier entscheidet ihr euch wieder für ein eher anspruchsvolleres Survival-Gameplay oder eher die Shooter-lastige Spielart. Aufgrund dieser Änderungen gleichen sich die Spiele relativ stark und wirken fast wie ein komplettes Spielerlebnis, was dann auch wieder die recht kurze Spielzeit der beiden Titel von ungefähr 10 Stunden relativiert. 

 

Perfekter Port

 

Dass die Switch-Version von „Metro Redux“ nicht unbedingt den Versionen auf PS4 & Co. entspricht, dürfte jedem klar sein. Dennoch hat das ukrainische Studio 4A extrem gute Arbeit geleistet und die Titel mindestens in PlayStation3-Qualität auf die Hardware gebracht. Die Auflösung beträgt in beiden Modi um die 720p und läuft sehr flüssig.

Ein echtes Highlight sind sicherlich die großartigen Lichteffekte, die eine tolle Stimmung in „Metro Redux“ aufkommen lassen. Im Handheld-Modus ist das Spiel an einigen Stellen aber schrecklich dunkel, so dass man die Helligkeit hochdrehen musste. 

In Sachen Animationen und Charaktermodelle merkt man dem Spiel sein Alter dann aber deutlich an. So bewegen sich viele Figuren steif und roboter-haft, schnelle Bewegungen der mutierten Gegner wirken abgehakt und wiederholen sich schnell. Selbiges gilt für das UI, das zwar mit seiner großen Schrift perfekt für das kleinere Display der Switch ist, aber einfach altbacken wirkt. Die deutsche Vertonung ist Geschmacksache, da alle Figuren mit einem russischen Akzent reden, was mal mehr, mal weniger aufgesetzt wirkt. Aber sollte das stören, kann man die Synchro auch umschalten. Probleme gab es in unserem Test mit der Tonabmischung auf dem TV. Denn über die angeschlossene Soundbar waren die Stimmen von Protagonisten direkt vor euch kaum zu hören, man musste sich immer nach rechts oder links drehen. Abhilfe schaffte hier das Umschalten der Switch von Surround auf Stereo. 

 


 

FAZIT: So portiert man auf die Switch, liebe Entwickler!

 

„Metro Redux“ zeigt eindrucksvoll, was auf der Switch alles möglich ist, wenn sich Entwickler mal ein bißchen mit der Hardware auseinandersetzen und sich Mühe geben. Denn auch wenn das Ausgangsmaterial aus Zeiten von PS3 und Konsorten stammt, sehen die beiden Spiele auf der Switch absolut zeitgemäß aus. Mal von den Animationen abgesehen…Bitte mehr davon, liebe Entwickler! Toll, was man alles aus der Switch rausholen kann.

Die beiden „Metro“-Titel sind richtig tolle, atmosphärische Shooter, die man auf unterschiedliche Art und Weise spielen kann und mit denen man eine gute Zeit hat. Allerdings sollte hier jedem klar sein, dass es sich hier um keine rasend schnelle Ballerei wie bei „DOOM“ handelt, es geht doch sehr gemächlich zu und die Storyentwicklung inklusive zahlreicher Dialoge und Zwischensequenzen nimmt einen großen Teil des Spiels ein. 

Switch-Besitzer bekommen hier ein tolles Gesamtpaket, das für zahlreiche unterhaltsame Stunden sorgen wird und dazu auch noch toll aussieht.