Zombie Army 4: Dead War [PlayStation4]

Verfasst von Christian Suessmeier am 04.02.2020 um 16:27

 

Eine Epidemie

 

Waren Zombiefilme bis in die Mitte der 2000er lediglich eine kleine Nische im Bereich der Popkultur, überrannten die hirnlosen Untoten spätestens mit dem Start der TV-Serie von „The Walking Dead“ die Medienlandschaft.

Neben unzähligen Originalentwicklungen gab es außerdem zombifizierte Spinoffs von großen literarischen Werken über Filme bis hin zu Spielen. In Sachen Games muss man hier vor allem den Zombie-Modus von „Call of Duty“ oder „Dead Rising“ nennen. Aber auch der Shooter „Sniper Elite“ bekam seinen eigenen Modus mit den Untoten spendiert und garnierte dies mit einer gehörigen Portion Trash. Nazi-Zombies gehen schließlich immer, denn bei Ur-Formen beiden handelt es sich schließlich um hirnlose Wesen!

Nachdem Konsolenspieler mit „Zombie Army Trilogy“ in den Genuss der PC-Originale kamen, kommt der vierte Teil nun gleich offiziell auf PS4 & Co. heraus. Wir haben uns mit dem bleihaltigen Trash-Shooter auseinandergesetzt und verraten euch nun, ob sich ein Kauf lohnt.

 

Weg mit der braunen Nazi-Brut!

 

Im Angesicht der Niederlage hat Hitler 1945 den Plan Z umgesetzt und eine Horde untoter Nazi-Zombies über Europa rollen lassen. Eigentlich konnte der Widerstand diese zurückschlagen und den Kontinent so vor einer größeren Katastrophe bewahren.

Doch plötzlich erhebt sich erneut der braune Abschaum und will wieder nach der Macht greifen. Nun liegt es also erneut an euch, die Ärsche der Nazis zurück in die Hölle zu befördern und Europa erneut zu retten.

 


 

Horden an Untoten

 

„Zombie Army 4: Dead War“ könnt ihr entweder alleine oder mit bis zu drei anderen Mitspielern genießen. Hierfür steht euch nicht nur die Kampagne zur Verfügung, sondern auch ein Hordemodus und eine wöchentliche Herausforderung.

Doch kommen wir zunächst mal zum normalen Storymodus. Hier schlüpft ihr in die Rolle eines frei wählbaren Charakters, den ihr nicht nur optisch leicht anpassen könnt, sondern über dessen Bewaffnung ihr frei wählt.

Neben mehreren Schusswaffen(ein Gewehr, eine Pistole und ein Maschinengewehr sind gesetzt) könnt ihr euch außerdem für eine spezielle Nahkampfattacke entscheiden und Perks festlegen. Zu Beginn ist dies alles recht limitiert, kann aber mit Levelaufstiegen und auffindbaren Upgradepacks stets verbessert werden.

In Sachen Gameplay bewegt ihr euch in den Level von einem zum anderen Checkpoint vor und müsst dabei meist die anwesenden Untoten ums Eck bringen bevor es weitergeht. Ab und zu muss man auch mal eine bestimmte Apparatur bewachen oder einen Mechanismus auslösen, damit man weiterkommt. An gewissen Punkten warten dann dickere Zombie-Brocken, die euch das Leben mit einer MG oder einem Flammenwerfer schwer machen. Während man die regulären Zombies recht einfach auslöschen kann, gibt es aber auch forderndere Standardgegner wie die Suicider oder untote Scharfschützen.

 

Besser und besser!

 

Neben den ausgerüsteten Waffen findet ihr außerdem zahlreiche kleine Helferlein in den Level, wie zum Beispiel Granaten oder Minen. Auch Munition könnt ihr zwischendurch immer wieder auffüllen, so dass euch das Blei nie ausgehen sollte.

Zwischen den Levelabschnitten könnt ihr im Unterschlupf eure Waffen verbessern oder - das entsprechende Charakterlevel vorausgesetzt - weitere Perks ausrüsten. Natürlich gibt es auch Erfahrungspunkte für das Vollenden der Level, wobei es für alles mögliche Punkte gibt. Zum Beispiel für besondere Tötungsweisen oder besonders hochwertige Kombos.

Gut zum Leveln sind auch der Hordemodus und die wöchentlichen Challenges. Bei letzteren müsst ihr zum Beispiel ein bestimmtes Level auf Schwierigkeitsgrad Normal mit einer limitierten Zahl an Waffen bewerkstelligen. Der Hordemodus schickt euch ganz klassisch Wellen an Feinden entgegen, die dabei immer stärker werden. 

 


 

Austria’s Next Top Zombie

 

Zombies waren noch nie so schön wie in „Zombie Army 4: Dead War“. So schlurfen und ächzen die Untoten sehr „realistisch“ durch die Level, die unterschiedlichen Arten sind detailliert gestaltet. Der Endzeit-Kulisse ist das Grau in Grau geschuldet, das nur selten mal farbliche Abwechslung bietet, dafür sind die Level aber mit netten Details wie den Propagandapostern oder anderen Kleingkeiten ausgeschmückt. Auch die Grindhouse-Inszenierung wirkt ziemlich cool und wird mit tollen Sounds unterstützt. Lasst unbedingt mal den Controller länger unbenutzt liegen…

Etwas gewöhnungsbedürftig war zu Beginn die Steuerung, die wirklich jeden Button des Controllers nutzt und in brenzligen Situationen etwas überfrachtet und hakelig wirkt. Obwohl die Level recht verwinkelt sind und ein paar Höhen haben, ist eure Spielfigur aber recht eingeschränkt und kann nur per Leiter oder an gekennzeichneten Stellen klettern. Auch ein paar Geheimnisse kann man in den verschiedenen Räumlichkeiten finden.

Wie in der Hauptserie „Sniper Elite“ gibt es auch in „Zombie Army 4: Dead War“ die Zeitlupen-Kamera bei besonders gelungenen Schüssen. Diese zeigt dann im Detail wie ihr dem Nazi-Zombie gerade die Hüfte oder den Kiefer wegschießt. 

 

FAZIT: Spaßige Jagd auf Nazi-Zombies!

 

„Zombie Army 4: Dead War“ ist ein sehr unterhaltsamer Shooter, der zwar nicht viel Abwechslung aber sehr viel Spaß bietet. Denn im Grunde hat man hier einen leicht abgeänderten Hordemodus für die Kampagne herangezogen und mit ein paar kleineren Aufgaben und großen Leveln aufgelockert. Aber genau das macht Spaß und ist die perfekte Unterhaltung für Zwischendurch oder eine kurze Runde Zombiekillen am Abend.

Das Aufleveln der Figuren ist wirklich motivierend, da man auch den Fortschritt im Spiel selber merkt. Und besser zu werden ist unumgänglich, denn viele Treffer steckt eure Figur vor allem im Nahkampf nicht ein. Zusammen mit der Tatsache, dass man nur ein Medikit mitnehmen kann, muss man hier wirklich höllisch aufpassen. Glücklicherweise gibt es aber auch noch Energie zurück, wenn man einen Nahkampf-Takedown macht oder eine der Zombieleichen am Boden zertritt. 

Etwas seltsam mutet es aber schon ab, dass viele der Levelabschnitte nicht für das Scharfschützengewehr gemacht sind. Natürlich kann man dieses nutzen, wenn man ausreichend Abstand zu den Untoten hält, mehr Spaß hatten wir in unserem Test aber definitiv mit MG und Pistole. Im Kombination mit den vielen roten Fässern oder anderen explosiven Gegenständen in der Umgebung kann man hier schon einiges an Spaß beim Ballern haben.