Atelier Dusk Trilogy Deluxe Pack [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 29.01.2020 um 16:00

 

Eine Reihe mit Alchemie und Tradition

 

Die „Atelier“-Reihe besteht seit über zwanzig Jahren und wurde schon für alle möglichen Plattformen umgesetzt. Daher verwundert es nicht, dass man als Fan mittlerweile aus einer stattlichen Auswahl an Spielen wählen kann.

Zusätzlich dazu gibt es Umsetzungen als Manga, Anime oder Spinoff-Spiele wie die „Hyper Dimension Neptunia“-Reihe. „Atelier“-Fans sollte es also nicht so schnell langweilig werden.

Erst vor wenigen Wochen erschien mit „Atelier Ryza“ das bisherige Serien-Highlight, außerdem kann man auf aktuellen Plattformen wie der Switch oder PS4 auf zahlreiche Remaster-Versionen der vorangegangenen Spiele zurückgreifen.

Eine dieser Neuauflagen ist „Atelier Dusk Trilogy Deluxe Pack“, welches hierzulande auf der Switch lediglich in Form eines Downloads erhältlich ist. Wir haben uns die drei enthaltenen Rollenspiele genauer angeschaut und einem ausführlichen Test unterzogen.

 

Die Drei aus der Alchemie

 

„Atelier Dusk Trilogy Deluxe Pack“ besteht aus drei Spielen, und zwar „Atelier Ayesha: The Alchemists of Dusk DX“, „Atelier Escha & Logy: Alchemists of the Dusk Sky DX“ und „Atelier Shallie: Alchemists of the Dusk Sea DX“...puh, was für Namen.

Zunächst einmal zu den Grundlagen aller drei Spiele: hier handelt es sich um typische Japano-RPGs mit rundenbasierten Kämpfen und einem starken Fokus auf das Herstellen von Items und allerlei hilfreichen Gegenständen.

Während ihr im Erstling in die Rolle von Ayesha schlüpft, die ihre verschwundene Schwester zurückbekommen will, habt ihr in den anderen beiden Teilen die Wahl aus zwei Charakteren, in „Atelier Escha & Logy“ sogar die zwischen Mann und Frau. Alle drei Teile spielen in einem Universum und in einem Zeitraum von ungefähr zehn Jahren, so dass ihr in den späteren Spielen auch häufiger auf bekannte Charaktere aus den vorangegangenen Titeln trefft. Das lässt die Spielwelt sehr lebendig wirken und sorgt sicherlich für den ein oder anderen besonderen Moment.

 


 

Sammler & Krieger

 

Der Fokus der „Atelier Dusk“-Spiele liegt auf dem Sammeln von Zutaten aus denen ihr dann entsprechende Gegenstände herstellen könnt. Da ihr aber in allen drei Teilen dieser Kollektion immer ein blutiger Alchemie-Anfänger seid, müsst ihr erst Rezepte für die jeweiligen Items finden bzw. erlernen. 

Habt ihr alle benötigten Zutaten könnt ihr an eurem Kessel den gewünschten Gegenstand herstellen. Dies läuft im Grunde immer so ab, dass man drei vorgegebene Zutaten miteinander mischt und daraus dann das Item bekommt. Oft kann man deren Wirkung oder Werte noch dadurch beeinflussen, dass man eine alternative Zutat wählt. In Spiel 2 und 3 dieser Kollektion kann man das außerdem noch durch das Anwenden bestimmter Skills bewirken. 

Benötigte Zutaten könnt ihr nicht nur in den Shops der Spielwelt kaufen, sondern findet sie auch beim Durchstreifen der Level. Auf der Karte dieser Oberwelt könnt ihr freigeschaltete Gebiete immer wieder besuchen und euch dort mit Sammeln oder den Feinden beschäftigen.

Das Kampfsystem basiert auf klassischen JRPG-Mechaniken. Anhand einer Zeitleiste am oberen oder rechten Bildschirmrand seht ihr, wann die Monster und eure Charaktere am Zug sind.

Neben klassischen Attacken greifen manche Figuren auf Zauber zurück, die euch natürlich MP kosten, außerdem gibt es die Möglichkeit eines Supportangriffs, wenn die entsprechende Leiste gefüllt ist.

 

Zeitmanagement und Beziehungsstatus

 

Ein sehr ungewöhnlicher Aspekt von „Atelier Ayesha“ ist definitiv das Zeitsystem, das euch doch etwas unter Druck setzt. So kostet euch jede Aktion vom Herstellen eines Gegenstandes über das Reisen bis hin zum Sammeln selber Zeit. Natürlich ist dies in Kombination mit der Story um die verschwundene Schwester und dem einhergehenden Zeitdruck nur konsequent, aber recht ungewohnt. Zum Glück hat man sich in den anderen beiden Teilen immer mehr davon verabschiedet und das System in „Atelier Shallie“ gleich ganz weggelassen. 

Die „Atelier“-Reihe legt immer auch einen großen Fokus auf die Beziehungen der Figuren, so dass man ab „Atelier Escha & Logy“ auch Einfluss auf den Status dieser zwischen den Charakteren haben kann. Zu bestimmten Ereignissen kann man aus Dialogoptionen wählen, die zum Beispiel in eine freundschaftlichere Richtung gehen oder sogar in Richtung Liebesbeziehung.

Ganz dem Deluxe-Gedanken geschuldet, sind einige Extras an Bord der Spiele. Neben einem Dressingroom, in dem ihr eure Figuren für die Kampagne anders kleiden könnt, gibt es auch zahlreiche Boni in Form von Charakter-Modellen, Musikstücken oder Bildern.

 


 

Schöne Anime-Optik

 

Allen drei Spielen gemein sind die wunderschönen Charaktermodelle. Diesen sieht man ihre Herkunft von der PlayStation3 zwar an, aber sie sind schön modelliert und haben einige nette Details. Das steigert sich von Teil zu Teil immer weiter und zählt somit zu einem Highlight dieser Spielesammlung.

Generell merkt man „Atelier Shallie“ den größeren Produktionswert an, da man hier auch animierte Zwischensequenzen präsentiert bekommt, die es so in den anderen beiden Spielen nicht bzw nur in Introform gibt. Hier werden lediglich gezeichnete Standbilder zur Auflockerung zwischen den Ingame-Szenen verwendet.

Das Design der Monster und der Welt selber ist toll und fantasievoll, lediglich die kleinen Stage-Arenen sind häufiger etwas langweilig gestaltet und bieten nur wenig zum Entdecken. Sehr unterschiedlich in der Qualität ist hingegen das UI der drei Spiele. Vor allem die Kampfmenüs von „Atelier Escha & Logy“ und „Atelier Shallie“ wirken überladen und unübersichtlich. Das gleiche gilt für die Menüs, die mit jedem Teil komplizierter und kleinteiliger werden. 

Die Spiele sind übrigens komplett in Japanisch und Englisch vertont, die Bildschirmtexte liegen aber nur in Englisch vor. Daher solltet ihr ein entsprechendes Grundwissen haben.

 

FAZIT: Die etwas andere JRPG-Reihe!

 

Neben den großen Serien wie „Dragon Quest“ oder „Final Fantasy“ haben die „Atelier“-Spiele ihre Nische gefunden. Der Fokus auf die Alchemie bzw. das Craften und die besondere Atmosphäre der Titel sind ein Alleinstellungsmerkmal, das doch neugierig auf Mehr macht.

Die drei Spiele in „Atelier Dusk Trilogy Deluxe Pack“ machen es Serien-Neulingen zwar nicht gerade leicht und sind besonders in den ersten Stunden sehr redselig, können aber mit spannenden Features wie dem Zeitlimit hervorstechen.

Während es inhaltlich nur wenig zu meckern gibt und die, zwar nicht mehr zeitgemäße, aber doch noch sehr schöne Optik begeistert, ist das Kampfsystem nicht gerade ein Highlight. Zwar ist dieses recht simpel und einfach gehalten und hat mit den Support-Aktionen einen gewissen Kniff mit an Bord, aber leider vermitteln die Angriffe kaum Wucht und Wirkung. Daran ist vielleicht auch schuld, dass winzige Gegner, die kaum Schaden austeilen können, unzählige Treffer einstecken müssen, bevor sie besiegt sind. Hier wirkt die Konkurrenz wesentlich stärker.

Alles in allem bietet „Atelier Dusk Trilogy Deluxe Pack“ eine gewisse Abwechslung und könnte somit für Fans des JRPGs einen Blick wert sein.