Luigi's Mansion 3 [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 06.11.2019 um 10:56

 

Die ewige Nebenrolle!

 

Während sein Bruder Mario die ganze Zeit im Rampenlicht der Medien steht und in regelmäßigen Abständen Prinzessin Peach aus den Fängen von Bowser retten darf, hat Luigi das Nachsehen. Immer muss er sich mit der Nebenrolle zufrieden geben und wird kaum beachtet…wirklich immer? Nein, denn seit einigen Jahren hat der güngekleidete Klempner endlich auch seine eigene Reihe spendiert bekommen und auch das Ansehen bei den Fans ist so immer weiter gestiegen. Sogar Prinzessin Peach soll schon Interesse an ihm bekundet haben…

Aber das geht jetzt zu weit. Immerhin geht es hier um Videospiele. Und zwar um „Luigi’s Mansion 3“, das nun aktuell auf der Switch erschienen ist. Nachdem die Reihe ihren Ursprung auf dem Gamecube fand wurde sie mit Teil 2 auf dem 3DS fortgesetzt. Außerdem erhielt der Erstling ein Remake auf Nintendos Handheld. 

Nun darf sich Luigi also zum dritten Mal auf Geisterjagd begeben und sich mit allerlei übernatürlichen Phänomenen konfrontiert sehen. Wie der neue Ableger von „Luigi’s Mansion“ geworden ist, lest ihr in folgendem Test.

 

Hotel Spuk

 

Es klang eigentlich viel zu gut um wahr zu sein. Denn Mario, Luigi, Peach, Toad und ein paar seiner Freunde wurden in ein Luxushotel eingeladen, um dort Urlaub zu machen. Doch recht schnell merkt Luigi dass hier irgendwas nicht stimmt. Neben Hotelangestellten, die sich seltsam verhalten, sind plötzlich auch noch seine Freunde verschwunden.

Als er sich auf die Suche nach ihnen begibt, trifft er auf die Hotelbesitzerin Sarah Schreck, die zusammen mit König Buu Huu seine Freunde in Bildern gefangen genommen hat. Luigi gelingt gerade so die Flucht, bei der er nicht nur den Schreckweg F-LU findet, sondern auch auf Professor I. Gidd trifft. Zusammen mit diesem macht er sich an die Rettung von Mario & Co.!

 


 

Es saugt und bläst…

 

Der Schreckweg ist sicherlich das zentrale Element von „Luigi’s Mansion 3“. Neben einer Saug- und Blasfunktion könnt ihr durch gleichzeitiges Drücken von L und R einen Druckstrampler auslösen, der euch für kurze Zeit in die Luft befördert.

Weiterhin habt ihr eine Taschenlampe mit der ihr die Geister blenden könnt, die Düsterlampe hingegen hilft euch beim Aufspüren von unsichtbaren Objekten. Neu ist die Möglichkeit des Saugschusses, bei dem ihr eine Saugglocke verschießt und diese anschließend mit dem Schreckweg ansaugen könnt. Dadurch lassen sich nicht nur Objekte bewegen, sondern auch Feinde schwächen.
Denn eure Gegner wissen sich gegen die gefährliche Blendung eurer Taschenlampe schon zu helfen. Neben Sonnenbrillen, die ihr den Feinden einfach von der Nase saugen könnt, schützen sie sich auch mal mit Schildern oder anderen Objekten. Und hier ist der Einsatz des Saugschusses perfekt!

Auf der Suche nach euren Freunden erkundet ihr so nach und nach das komplette Hotel und durchstreift Etagen, die verschiedenen Themen gewidmet sind. Neben einem Filmstudio gibt es eine Gärtnerei, ein Mittelalter-Setting oder auch den Heizungskeller. Meist erwartet euch dann ein Levelboss am Ende der jeweiligen Etage, der euch dann den Aufzugknopf für das nächste Stockwerk überlässt.

 

Der Professor und der Schleim

 

Dank der Unterstützung von Professor I. Gidd über den Virtual Boo - ja, es ist eine Anspielung auf Nintendos Mega-Flop - erhaltet ihr hilfreiche Tipps beim Spielen, außerdem versorgt euch dieser in den ersten Stunden mit weiteren Zusatz-Features. So schaltet man nach einigen Etagen Fluigi frei, der ein grün-glibbriges Abbild von Luigi darstellt. 

Der flexible Zeitgenosse kann mit einem Druck auf den rechten Analogstick aktiviert und von euch aktiv gesteuert werden. Dank ihm könnt ihr euch durch Gitter quetschen oder ganz entspannt durch stachelige Hindernisse laufen. Drückt ihr erneut den Stick ein, wechselt ihr wieder auf Luigi. So können die beiden auch gemeinsame Aktionen ausführen, was bei einigen schweren Hindernissen hilfreich sein kann. Fluigi kann dabei auch von einem anderen Spieler übernommen werden, so dass ihr zu zweit durch das Spukhotel streifen könnt. 

In Gidds Labor könnt ihr euch in einer Galerie die besiegten Feinde anschauen, den Mehrspieler-Modus starten oder im Shopping-Netzwerk hilfreiche Items erwerben. Hier erstandene Gegenstände können euch zum Beispiel beim Entdecken der optionalen Buu Huus oder versteckter Juwelen helfen. 

Im Modus Wirrwarrturm geht ihr entweder alleine oder mit anderen Spielern(on- und offline) auf Geisterjagd, mit bis zu sieben anderen Mitspielern sorgt der Polterpark in drei verschiedenen Disziplinen für weitere Unterhaltung.

 


 

Optik zum Gruseln

 

In Sachen Technik und Grafik bewegt sich „Luigi’s Mansion 3“ auf dem gewohnt hohen Nintendo-Niveau. Auch wenn man bei genauer Betrachtung einige Ecken und Kanten oder gröber aufgelöste Texturen sehen kann, wirkt das Komplettbild sehr positiv. Von Rucklern gibt es keinerlei Spuren, das Geschehen wird flüssig präsentiert.

Die unterschiedlichen Etagen sind optisch so variantenreich und detailliert gehalten, dass es zu keinem Zeitpunkt langweilig wird, das Hotel zu erkunden. Lediglich die Steuerung des Schreckwegs ist zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig. Nach spätestens zwei Stunden kann man das Zielen mit dem rechten Stick schon wesentlich besser, dennoch fühlt es sich extrem schwammig an.

Ein großes Highlight ist die Vertonung des Spiels. Zwar sprechen die Figuren alle nur Kauderweltsch, aber Luigi verfügt auch über einige klare Ausrufe wie „Oh no!“ oder „I did it!“. Zusammen mit den herrlichen Animationen und der abwechslungsreichen Musik des Spiels ergibt sich hier ein tolles audiovisuelles Gesamtbild.

 

FAZIT: Hier saugt man gerne mal eine Minute länger!

 

„Luigi’s Mansion 3“ ist ein großer Spaß für Jung und Alt. Während man durch die vielfältigen und kreativen Etagen des Spukhotels läuft und auf die unterschiedlichen Gegner-Typen trifft, die verschiedene Strategien erfordern, wird man von den vielen liebevollen Details verzaubert. Auch die vielen versteckten Extras wie Diamanten oder das überall auffindbare Kleingeld verführen zum Erkunden jedes Ecks und zum Herumprobieren mit der Physik-Engine.

Mit einer Spielzeit von um die 15 Stunden ist der Umfang genau richtig geraten, immerhin kann man sich danach ja auch noch die Zeit mit den Multiplayer-Modi vertreiben. Die neuen Features wie der Saugschuss oder Fluigi werden super eingesetzt und das sowohl in Rätseln wie auch Kämpfen.

Kleines Manko des Spiels ist sicherlich die Steuerung des Schreckwegs, die einfach viel zu schwammig geraten ist. Außerdem gehen im Handheld-Modus schnell Details verloren, wenn die Kamera aus dem Bild zoomt. So kann es schon mal vorkommen, dass man länger nach der Lösung eines Rätsels sucht, weil das betreffende Element auf dem kleinen Bildschirm nur schlecht zu erkennen ist.