The Legend of Zelda: Link's Awakening [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 22.09.2019 um 14:04

 

Es war einmal ein Link!

 

Neben dem Klempner Mario gehört wohl Link und das dazugehörige Universum zu einem der stärksten Zugpferde Nintendos. Mit dem Switch-Starter „Breath of the Wild“ hat man sicherlich eines der besten Videospiele in den letzten dreißig Jahren geschaffen und alte sowie neue Mechaniken der Reihe perfekt miteinander kombiniert.

Während die Fans also nun auf einen Nachfolger warten, hat Nintendo die Zeit mit den Arbeiten an einem Remake des Gameboy-Klassikers „The Legend of Zelda: Link’s Awakening“ verbracht. Das Spiel aus dem Jahr 1993 wurde nicht nur mit einigen spielerischen Änderungen modernisiert, vor allem der coole Grafikstil versprüht viel Charme und lässt den Titel einzigartig werden.

In unserem Test lest ihr nun alles Wissenswerte über das Remake von „Link’s Awakening“ und erfahrt, an welchen Stellschrauben Nintendo gedreht hat.

 

Schiffbruch mit Folgen

 

Während Link mit seinem Boot auf dem Meer unterwegs ist, zieht ein böser Sturm auf, der letztlich dafür sorgt, dass dieses kentert und Link über Bord geht. Daraufhin wird er an den Strand der tropischen Insel Cocolint gespült, wo er von Marin gefunden wird.

Als er wieder zu sich kommt, erzählt diese ihm, dass er die Insel nur verlassen kann, wenn er den Windfisch aus seinem Tiefschlaf erwecken kann. Hierfür benötigt er die acht magischen Instrumente, die über die ganze Insel verstreut und in gefährlichen und fordernden Dungeons versteckt sind.

 


 

Klassik-Zelda

 

Wie schon Teil 1 auf dem NES und „A Link to the Past“ auf dem SNES setzte „Link’s Awakening“ damals auf die Vogelperspektive. Und auch das vorliegende Remake nutzt diese Ansicht auf der Switch.

Link steuert ihr klassisch mit dem Analogstick über die Insel, euer Schwert nutzt ihr mit dem B-Knopf, während ihr das Schild mit L hochheben könnt. Die A-Taste ist für Interaktionen mit den Inselbewohnern oder Objekten gedacht, X und Y belegt ihr je nach Belieben mit einigen Spezialgegenständen wie Bomben oder der Greifenfeder, mit deren Hilfe ihr springen könnt. Nach und nach gesellen sich noch weitere Gadgets dazu wie Pfeil und Bogen oder ein Enterhaken.

Beim Original war es noch sehr lästig zwischen einzelnen Fertigkeiten zu wechseln, daher sind im Remake Dinge wie die Schwimmflossen, Kraftarmband oder die Pegasusstiefel permanent nutzbar sobald ihr sie bekommen habt. 

Weiterhin sehr hilfreich ist die detaillierte Karte von Cocolint, die ihr mit eigenen Markierungen ausstatten könnt. Gerade bei noch unerreichbaren Orten oder Items ist das mehr als hilfreich, damit man nicht vergisst wo diese waren.

Im Kern merkt man dem Spiel seine Wurzeln an, vor allem beim Quest-Design. Dieses verzichtet nämlich auf allzu direkte Hinweise und fordert manchmal etwas Hirnschmalz. Steckt ihr doch mal fest, könnt ihr in eines der Telefonhäuschen gehen, damit euch Ulira einen Hinweis gibt.

 

Von der sonnigen Insel in die düstern Kerker

 

Ein zentraler Bestandteil der „The Legend of Zelda“-Reihe waren natürlich schon immer die Dungeons. Auch in „Link’s Awakening“ gibt es davon einige mit unterschiedlichen Themen. So gilt es also nicht nur überirdisch einige Aufgaben zu erledigen, auch unter der Erde erwarten euch spannende Missionen. Neben kleineren Rätseln gilt es in den Kerkern meistens Schlüssel zu finden, die euch dann am Ende zu einem Boss bringen. In den meisten Fällen müsst ihr in den Dungeons auch bewusst eine Fähigkeit oder ein Item häufiger einsetzen.

Wer sich beim Durchstreifen dieser Kerker schon immer mal gewünscht hat, einen eigenen zu erstellen, der hat in diesem Remake die Chance dazu. Denn bei Totengräber Boris könnt ihr euch eure eigenen Dungeons erbauen und diese mit einem amiibo mit anderen Spielerinnen und Spielern teilen. Leider ist dies nicht über eine Online-Funktion möglich.

Neben der anstrengenden Suche nach den acht Instrumenten kann Link seine Zeit auch mit einigen anderen Spielereien verbringen. So besucht ihr den Angelteich, geht in die Kran-Kemenate(also zum UFO Catcher…) oder kauft im Tante Emma-Laden ein.

 


 

Putzige Plastikoptik!

 

Bei der Vorstellung von „Link’s Awakening“ sorgte das Spiel aufgrund seiner Optik für einiges an Kritik. Denn vielen gefiel die arg niedliche Plastik-Version des Gameboy-Klassikers nicht unbedingt, auch der Unschärfe-Effekt an den Rändern des Bildschirms sorgt für den ein oder anderen Nörgler. Dabei ist es genau dieser Tiltshift-Effekt, der nicht nur für eine einzigartige Optik sorgt, sondern auch den Traum-Charakter des Spiels zusätzlich unterstreicht.

Die Grafik ist generell sehr farbenfroh, das Gegnerdesign gelungen und die Häuser sind mit vielen Details ausgestattet. Die Musik geht gleich von Minute 1 an in die Gehörwindungen und sorgt für einen tagelangen Ohrwurm….da, dadadadadadaaaa, dadada, da, da, da, da….Entschuldigung!

Nicht so schön gelungen ist die Framerate, die vor allem in der Oberwelt für einige Ruckler sorgt und so gar nicht zum Rest des Spiels passt. Hoffentlich kann Nintendo dies noch nachpatchen und somit für ein rundes Erlebnis sorgen.

 

FAZIT: Ein cooles Remake zu einem echten Klassiker!

 

„The Legend of Zelda: Link’s Awakening“ ist ein absoluter Kult-Titel, der ein gelungenes Remake verdient hat. Und Nintendo hat hier definitiv seine Hausaufgaben gemacht. 

Denn neben der gelungenen Optik, die neben „Yoshi’s Crafted World“ wohl den ungewöhnlichsten Look eines Nintendo-Spiels auf der Switch bietet, hat man auch an den richtigen Stellschrauben gedreht und sinnvolle Modernisierungsmaßnahmen auf den Weg gebracht. Stichwort Item-Verwaltung.

Was sicherlich ein großes Ärgernis ist, ist die ruckelige Grafik in der Oberwelt. Zwar geschehen diese Framerate-Einbrüche nur bei viel Feinden oder Objekten auf der Karte, aber trotzdem will es so gar nicht zum Rest passen. Der Dungeon-Editor ist eine kleine Spielerei, die sicherlich viele Fans von einem echten „The Legend of Zelda Maker“ träumen lässt, aber noch nicht zu Ende gedacht scheint. So wäre eine Möglichkeit, diese online zu teilen sicherlich ein tolles Feature gewesen. 

„The Legend of Zelda: Link’s Awakening“ ist perfekt für Fans des Originals, aber auch für Neulinge, die den Einstieg in die Reihe suchen. Oder einfach für das Überbrücken der Wartezeit bis „Breath of the Wild 2“.