"Once Upon a Time in Hollywood" - Bruce Lees Tochter ist aufgebracht über die Darstellung ihres Vaters im Film

Verfasst von Waldemar Witt am 31.07.2019 um 08:30

 

Der Mix aus realen Ereignissen und Fiktion in Quentin Tarantinos anstehendem "Once Upon a Time in Hollywood" ist trotz weitreichend positiver Kritiken ein Aspekt des Films, der derzeit viele Meinungen zum Film spaltet.

 

Während vor allem der Mord an Schauspielerin Sharon Tate, der im Film ebenfalls im Fokus steht, den größten Teil der Aufmerksamkeit bei dieser Diskussion auf sich zieht, äußerte sich nun jedoch Shannon Lee, Tochter der Kampfkunst-Legende Bruce Lee, aktuell kritisch zum Film.

 

So kritisierte Shannon Lee in einem Interview mit The Wrap gezielt die Darstellung ihres Vaters im Film. Zwar gibt Shannon dabei an, dass sie die Beweggründe versteht, welche zu einer solchen übertriebenen Darstellung ihres Vaters im Film führten, jedoch kann Shannon diese dennoch nicht einfach so akzeptieren:

 

"Ich kann die Beweggründe für all das, was im Film dargestellt wird, verstehen. Ich verstehe, dass die zwei Charaktere [Brad Pitts Cliff und Bruce Lee] Anti-Helden sind und das alles eine Art Rage-Fantasy ist von 'was hätte sein können'...und sie stellen eine Zeit dar, die sicherlich viel Rassismus und Ausschließung beinhaltete. Ich verstehe, dass sie Brad Pitts Charakter als diesen Super-Badass darstellen wollten, der Bruce Lee verprügeln kann. Aber sie mussten ihn für den Film nicht so behandeln, wie es das weiße Hollywood tatsächlich tat, als er noch am Leben war."

 

Shannon geht im Interview daraufhin weiter darauf ein, dass ihr Vater in den 60ern als asiatischer Schauspieler wesentlich mehr Hürden überwinden musste als andere weiße Schauspieler in Hollywood und sehr hart für seinen Erfolg arbeitete. So fühlte sich Shannon nach eigener Aussage sehr unwohl, als Zuschauer im Film über die Darstellung ihres Vaters lachten - vor allem hinsichtlich der Tatsache, dass es im Film Bruce Lee ist, der einen Kampf zwischen Brad Pitts Charakter Cliff und ihm in einer Szene provoziert:

 

"Im Film ist [mein Vater] derjenige, der so übermütig ist und Brad Pitt zum Kampf herausfordert. Und das ist nicht, wie mein Vater tatsächlich gewesen ist."

 

Auch vor dem Hintergrund, dass "Once Upon a Time in Hollywood" allein schon gemäß dem Titel eine Art Märchen in der Hollywoodwelt darstellen soll, welches gezielt reale Begebenheiten und Fiktion vermischen soll, ist dieser Mix sicherlich dennoch eine heikle Gratwanderung für Regisseur Tarantino gewesen.

 

So holte sich Tarantino nach eigener Aussage jedoch auch keine Erlaubnis von Roman Polanski (einstigem Ehemann der ermordeten Schauspielerin Sharon Tate) ein, den Vorfall ihres Mordes in der Handlung des Films zu verarbeiten. 

 

"Once Upon a Time in Hollywood" erscheint am 15. August in unseren Kinos.