Erste Kritiken zum "König der Löwen"-Remake fallen überraschend mittelmäßig aus

Verfasst von Waldemar Witt am 12.07.2019 um 08:17

 

Disneys "Der König der Löwen" gilt bis heute als eines der gefeiertsten und beliebtesten Werke des weltweit erfolgreichen Studios.

 

Somit ist bislang zu erwarten gewesen, dass das anstehende Live-Action-Remake von Regisseur Jon Favreau auf so einer Grundlage quasi ein Erfolgsgarant für Disney sein sollte.

 

Während der Film selbst zwar erst noch offiziell in den Kinos starten muss, erreichte aktuell bereits die erste Welle an Kritken das Internet - und diese sind jedoch überraschend mittelmäßig.

 

Doch wie kann es sein, dass dieses Remake, welches durch modernste CGI-Technik ins Leben gerufen wurde auf einem solch Nostaligie-trächtigen Werk basiert, nur mittelmäßig bei den meisten Kritikern ankommt?

 

"Der König der Löwen" besitzt derweil aktuell auf RottenTomatoes.com eine Wertung von 58% basierend auf 105 Kritiken.

 

Zunächst das Positive: so ziemlich alle Kritker loben besonders die Detailverliebtheit des Films und vor allem die fotorealistischen CGI-Effekte des Films. Von einigen Kritkern wird sogar behauptet, dass die Effekte eine neue Ära für visuelle Spezialeffekte einläuten.

 

Auch Timon und Pumbaa sollen derweil in jeder Szene die Show stehlen und für viel Comedy im Film sorgen, dessen Handlung quasi eine 1:1-Adaption des Originalfilms sein soll und nur wenig wahrlich neue Ideen bieten soll oder die Story groß aktualisiert.

 

Und genau hier beginnen die Kritikpunkte:

 

Weitreichend sind sich viele Kritiker trotz der beeindruckenden praktischen Umsetzung und Effekte einig, dass das Live-Action-Remake sich zu sehr an der Handlung des Originals festhalten soll und keinen eigenen Charakter besitzt. Dass es nun den fotorealistischen Tieren im Film außerdem schwer fallen soll, die verschiedenen Emotionen, die im Originalfilm durch die Zeichentrickfiguren besser dargestellt worden sind, deutlich genug rüberzubringen, soll zusätzlich für einen gewissen fehlenden Charme im Remake sorgen.

 

"Ein wundervoll umgesetztes aber kreativ leeres Selbstporträt eines Studios, das seinen eigenen Schwanz frisst.", schreibt IndieWire.

 

Während sicherlich viele Fans sich eine genau solche 1:1-Adaption des Klassikers wünschen, äußern diverse Kritiker, dass es schwer fällt, eine Existenzberechtigung für das Remake (außer all den visuellen Effekten) zu finden.

 

"Auch wenn der Film visuell sehr einzigartig ist, präsentiert der Film sich selbst nur in der notwendigsten Form, was dazu führt, dass viele der ikonischsten Szenen des Originals sich im Remake leer anfühlen oder es verpassen ein emotionales Fundament aufzubauen." schreibt GQ.

 

"Der König der Löwen" ist dabei für viele ein weiteres Beispiel dafür, dass Disney sich zu sehr auf die Nostalgie um ihre Disney-Klassiker der Vergangenheit verlässt und ihre finanziellen Mittel nun lieber in aufwendige Effekte investieren zu wollen scheint, als darin, neue Geschichten zu erfinden bzw. zu erzählen.

 

Das Remake soll entsprechend für viele Kritiker eine nette Erinnerung an das Genie des Originalfilms sein, doch leider nicht mehr. Sicherlich sollte dies jedoch genug sein, dass Fans weltweit für das Remake ins Kino stürmen und den Film zumindest zu einem finanziellen Erfolg machen.

 

Es ist jedoch natürlich noch gänzlich offen, ob der Film auch vom Rest der Welt nach dem offiziellen Kinostart so mittelmäßig wahrgenommen wird oder doch positiver abschneidet.