Senran Kagura Peach Ball [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 09.07.2019 um 18:50

 

Schweinskram verpflichtet!

 

Spiele der „Senran Kagura“-Reihe sind ein zweischneidiges Schwert, denn spielerisch kann man den Titeln nur wenig kritisieren. Vor allem die neueren Titel der Hauptserie glänzen mit einem tollen und spaßigen Kampfsystem, das schnörkelloses Hack’n Slay-Gameplay und Brawler-Action bietet(das unsägliche Remake „Burst Re:Newal“ mal ausgenommen).

Doch was gibt es dann an der Serie eigentlich zu meckern? Ganz einfach, die plumpen sexuellen Anspielungen und grenzüberschreitende Features wie das Begrabschen der Mädels. Das geht einfach gar nicht und vermittelt ein komplett falsches Frauenbild. Gegen Fanservice generell ist ja nichts zu sagen. Ein bisschen nackte Haut hier, ein paar zweideutige Situationen da, aber „Senran Kagura“ schafft diese Subtilität nicht und schmeißt einem die Brüste der Protagonistinnen direkt ins Gesicht. 

Und nun erscheint das Pinball-Spiel „Senran Kagura Peach Ball“ für die Nintendo Switch. Da kann man doch nix Perverses draus machen denkt ihr? Falsch gedacht.

 

Mädchen, die zu Tieren werden

 

Shinobi Haruka hat während ihrer Arbeit in der örtlichen Spielhalle etwas herumexperimentiert und dabei aus Versehen ihre Kolleginnen in Tiere verwandelt. Also nicht in echte Tiere...diese tragen lediglich passende Katzen- oder Hunde-Outfits und geben nur noch die zugehörigen Laute von sich. 

Das kommt davon, wenn man sein Chemielabor mit sich herumträgt und nicht aufpasse, liebe Kinder! Doch glücklicherweise entwickelt sie relativ schnell den titelgebenden Peach Ball, der die Damen in ihre ursprüngliche Form zurückverwandeln soll.

Nun liegt es also an euch Asuka, Yumi & Co. mit Hilfe des Flippers und des magischen Balls wieder zu Besinnung zu bringen.

 

 

Flippern bis der Finger glüht

 

Folglich flippert ihr euch also über mehrere Tische(im Grunde zwei mit verschiedenen Jahres- und Tageszeiten) durch fünf Level und sammelt dabei nicht nur allerlei Punkte, sondern müsst auch diverse Aufgaben erledigen. Dies könnt ihr entweder im Story-Modus machen, der euch mit zahlreichen Dialogen und Zwischensequenzen(in Standbildern) die bewegende Geschichte erzählt oder ihr spielt im freien Modus die Tische einzeln.

Punkte gibt es dann nicht nur für das Berühren und Nutzen der verschiedenen Bumper und Schienen oder das Überqueren von bestimmten Buchstaben, es gilt eben auch verschiedene Aufgaben zu erfüllen. So muss man einen bestimmten Punkt auf dem Tisch mehrere Male treffen oder einen bestimmten Schuss ausführen.

Aufgebaut sind die Flippertische ganz normal mit zwei Flipperhebeln an der unteren Seite, zahlreichen Bumpern, Rampen und Zielscheiben, allerdings befindet sich in der oberen Hälfte das zu bekehrende Mädchen. Natürlich in einem sehr offenherzigen Outfit. 

Die zu erledigenden Aufgaben, die ihr an der rechten Bildschirmseite seht, füllen bei deren Erledigung eine dreiteilige Leiste. Habt ihr jeweils ein Segment davon voll, könnt ihr mit einem Schuss auf das Mädchen die Sexy Time starten.

Dann wechselt ihr in eine kleinere Arena in der ihr innerhalb eines Zeitlimits Punkte sammeln könnt, anschließend wird das Mädchen mit Wasser bespritzt oder – bei der letzten Sexy Time – gar ihrer kompletten Kleider entledigt.

Habt ihr mal genug vom Herumflippern könnt ihr euch im Shop mit der Ingame-Währung Bilder, Musik oder Videos kaufen und euch diese in der Galerie schließlich anschauen bzw. anhören. Für Kopfschütteln sorgt der Dressing Room, der euch nicht nur die Mädels im Rahmen eines harmlosen Spaßes anziehen und in einem Diorama platzieren lässt, sondern in dem auch der Intimacy Modus enthalten ist. Darin könnt ihr die Protagonistinnen begrabschen oder mit Wasser bespritzen...unnötig!

 

Kunterbunter Spaß!

 

Typisch für die „Senran Kagura“-Reihe ist die Optik mal wieder kunterbunt und die Figuren und Hintergründe detailliert. Für ein Pinball-Spiel geht das alles schon in Ordnung, auch wenn die Übersicht auf den Tischen stark von der gewählten Kameraperspektive und dem Geschehen auf dem Tisch abhängig ist.

Selbst im Handheld-Modus muss man sich so auf den Ball konzentrieren, dass eine kurze Unaufmerksamkeit ausreicht, um diesen zu verlieren. Will man gezielt gestellte Aufgaben erledigen, muss man kurz Pause machen und sich diese am Bildschirmrand durchlesen. Gleiches gilt für die Anzeige, ob und welchen Bonusball man eventuell nutzen kann. 

Sowohl im TV- als auch Handheld-Modus lief das Spiel zu jeder Zeit flüssig. Spielt ihr mit abgenommenen JoyCons bietet euch „Senran Kagura Peach Ball“ außerdem ein paar Bewegungssteuerung-Möglichkeiten an.

Wie auch schon in anderen Spielen der Reihe verzichtet man hier aber erneut auf animierte Zwischensequenzen in der Story und präsentiert euch ab und zu sogar nur schnöde Hintergründe auf denen Texte ablaufen. Immerhin sind diese vertont.

 

FAZIT: Flipper-Schmuddelei

 

„Senran Kagura Peach Ball“ bietet auf den Flippertischen selbst eigentlich recht spaßiges Gameplay für Zwischendurch, hat aber auch Probleme mit der Übersichtlichkeit. Ein richtiges Aha-Erlebnis bot eigentlich keine der fünf Kameraperspektiven, letztlich entschied man sich für das geringste Übel. Auch die vielen Einblendungen an Bildschirmrand gehen unter und sind während des Spielens kaum wahrzunehmen. 

Dennoch bieten die Tische einige schöne Aufgaben und Missionen und überzeugen mit ihrer Detailvielfalt und der bunten Optik. 

Aber mal wieder macht man sich das eigentlich tolle Grundspielt mit so einem Quatsch wie dem Intimacy Modus zunichte. Ja, dieser ist optional und kann natürlich auch vollständig missachtet werden, aber warum braucht man denn überhaupt so eine blöde Spielerei? Das Gestöhne und die doppeldeutigen Posen der Mädchen während der Flipper-Action reichen wohl nicht aus?

Es muss letztlich aber jeder für sich entscheiden, ob er solche Elemente ausblenden will und sich lieber auf die einfache, aber unterhaltsame Pinball-Spielerei konzentriert oder „Senran Kagura Peach Ball“ vollends ignoriert.