Neuer Film der "Babadook"-Regisseurin lässt Zuschauer angewidert Kinos verlassen

Verfasst von Waldemar Witt am 12.06.2019 um 08:12

 

Jennifer Kent, Regisseurin des viel gelobten Horror-Hits "Babadook", hat es derzeit mit ihrem neusten Film "The Nightingale" nicht leicht.

 

Denn so feierte der Film kürzlich seine Premiere auf dem Sydney Filmfestival und gilt schon jetzt als der kontroverseste Film des Festivals.

 

"Nightingale" ist dabei ein Rache-Drama, welches in Tasmanien während der Kolonialzeit des 19. Jahrhunderts stattfindet. Dort wird eine Gefangene (gespielt von Aisling Francisosi) im Verlauf des Films von einem britischen Offizier gefoltert und mehrfach vergewaltigt nachdem ihr Mann und kleines Kind umgebracht worden sind. 

 

Auch wenn von vereinzelten Stimmen die Realitätsnähe des Films gelobt worden ist und Regisseurin Kent die diversen harten Szenen des Films durch die Realitätsnähe verteidigt, sorgte der Film dennoch dafür, dass vermehrt zig Zuschauer während der Vorfühung des Films das Kino angwidert verließen.

 

"Ich werde mir das nicht ansehen. Sie wurde bereits zwei Mal vergewaltigt." soll eine der schockierten Zuschauer geäußert haben. Aufnahmen nackter Haut sollen überraschenderweise dabei jedoch verhältnismäßig minimal sein (was die Szenen jedoch sicherlich nicht unbedingt weniger schockierend macht).

 

Kent selbst äußerte bereits, dass "Nightingale" kein Film ist, der "einfach zu gucken" sei und auch nicht das Ziel verfolgt, die harte Realität und Gewalt der damaligen Kolonialzeit zu verharmlosen. Schlussendlich steht Kent absolut zu ihrem Film und ist auf ihr Werk, wie sie mehrfach betont, sehr stolz.

 

Schauspielerin Francisosi und Kent sollen derweil ebenfalls von diversen tatsächlichen Vergewaltigungsopfern kontaktiert worden sein, die Franciosi und Kent für ihre realistische Darstellung der harten Szenen lobten, da diese unter anderem die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit bezüglich den schweren Themen des Films (Gewalt, Vergewaltigung, Rassismus) steigern.

 

Schlussendlich soll laut Kent "Nightingale" jedoch nicht als "Film über Vergewaltigung, Rassismus und Gewalt" wahrngenommen werden, sondern ein "Film über die Notwendigkeit von Liebe, Verständnis und Gnade in dunklen Zeiten".

 

Aktuell besitzt der Film auf RottenTomatoes einen Wert von ca. 77%.