The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel 2 [PlayStation4]

Verfasst von Christian Suessmeier am 06.06.2019 um 12:55

 

Rollenspiel-Nachschub

 

Erst Anfang April haben wir „The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel“ in unserem Review mit 7,5/10 Punkten eigentlich recht gut bewertet, waren aber von der arg veralteten Optik etwas enttäuscht.

Bevor nun im Laufe des Jahres noch Teil 3 und 4 erscheinen, wird die Lücke mit dem Remaster von „The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel 2“ geschlossen, welches im Jahr 2014 für die PlayStation3 und die PS Vita erschien.

In den Grundzügen ähnelt das Spiel seinem Vorgänger sehr, wobei man hier definitiv auch auf unseren Test des Erstlings verweisen muss. In welchen Bereichen sich die Spiele voneinander unterscheiden oder in welchen Teil 2 vielleicht sogar besser als der Vorgänger ist, klären wir in unserem Test.

 

Fortsetzung folgt...

 

Die Handlung von „The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel 2“ setzt einen Monat nach den Geschehnissen aus Teil 1 an. Unser Held Rean Schwarzer findet sich ohnmächtig auf einem Berg wieder und wird von einer sprechenden Katze geweckt. Diese erklärt ihm erst einmal wie er dorthin gekommen ist und was es mit dem mysteriösen Mech auf sich hat, der neben den beiden steht.

Zurück in eurem Heimatdorf Ymir kommt ihr erst einmal wieder zu Kräften und werdet über die aktuelle Situation aufgeklärt. Denn in dem Königreich Erebonia herrscht immer noch ein Bürgerkrieg. Als dann auch noch eine geheimnisvolle Hexe auftaucht und seine Schwester und die königliche Thronfolgerin entführt, begibt sich Rean auf die Suche nach seinen, über das ganze Land verstreuten Klassenkameraden aus Teil 1. Zusammen wollen sie dem Bürgerkrieg ein Ende setzen.

 

 

Thirdperson-Orbs

 

Wie oben schon erwähnt, in Sachen Gameplay ähnelt „The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel 2“ seinem Vorgänger komplett. So bewegt ihr eure Party aus bis zu vier Mitgliedern durch allerlei Dungeons oder Städte und beobachtet dabei das Geschehen aus der Thirdperson-Ansicht.

Während ihr euch in den Kämpfen zwar manuell positionieren könnt, folgt das eigentliche Geschehen einem rundenbasierten System. Anhand einer Zeitleiste links am Bildschirmrand seht ihr dabei immer, wann ihr und eure Feinde am Zug seid.

Neben klassischen Attacken sind auch wieder die Arts- und Craft-Angriffe mit an Bord, neu ist hier der S-Break, der eingesetzt werden kann, sobald euer CP-Wert die Hundertermarke erreicht oder überschritten hat.

Auch das Orbment-System ist wieder dabei, bei dem ihr euch mit zusätzlichen Quartzen ausrüsten und so stetig verbessern könnt. Dank einer guten Bindung zwischen den Charakteren, die man durch spezielle Events verbessern kann, sind auch wirksame Link-Angriffe möglich, die den Gegner mit einer Attackensalve eindecken.

Etwas anders spielen sich die Duelle an Bord des Divine Knight, des Mechs der euch von Beginn an begleitet. Hier kommt es nämlich darauf an, die gegnerische Balance zu dezimieren so dass diese verwundbarer für eure Angriffe sind.

 

Neben den Kämpfen

 

Da ihr in Teil 2 der „Trails of Cold Steel“-Geschichte nicht mehr frisch an die Thors-Akademie gekommen seid, fällt natürlich auch der Schulunterricht aus Teil 1 weg. Allerdings gibt es allerhand Nebenmissionen zu erledigen, die euch allerhand lohnenswerte Beute einbringen und eure Partymitglieder stärker und besser machen können.

Außerdem könnt ihr euch wieder mit allerlei Hobbies die Zeit vertreiben. Geht Angeln und tauscht die gewonnenen Erfahrungspunkte gegen hilfreiche Items, kocht Gerichte, die euch mit nützlichen Statuswerten versorgen oder spielt Karten.

Neu hinzugekommen ist weiterhin das Snowboarden, auch das Feature mit dem Luftschiff und den zu rekrutierenden Personen, die dann dort an Bord ihren eigenen Geschäften nachgehen, lädt zu etwas Zeitvertreib ein. 

Wie im Absatz zuvor schon erwähnt, sind auch die speziellen Events mit Party-Mitgliedern wichtig, um die Beziehung zu diesen zu vertiefen und somit die Fertigkeiten im Kampf zu stärken. 

 

 

Schöne Optik mit Schwächen

 

Man merkt dem Spiel schon an, dass es etwas später als der Vorgänger erschienen ist. So wirken die Charaktermodelle, vor allem die Kleidung, aber auch die Hintergründe wie die Einrichtung der Häuser, wesentlich detaillierter als noch beim Erstling.

Die klassische Polygonoptik wird immer wieder mal von gezeichneten Anime-Bildern durchbrochen, so zum Beispiel bei der Ausführung von speziellen Angriffen oder im Party-Menü. Wie schon beim Erstling waren auch hier wieder fähige Charakterdesigner am Werk und haben tolle Figuren umgesetzt.

Viele der Dialoge sind komplett vertont(Japanisch als auch Englisch) und werden wieder über die üblichen Sprechblasen zusätzlich sichtbar gemacht. Einige der Jingles wurden aus dem Vorgänger übernommen, in Sachen Musik ist „Trails of Cold Steel 2“ aber absolut erhaben und überzeugt mit treibenden Melodien während der Kämpfe und ruhigeren Tönen in den Zwischensequenzen.

 

 

FAZIT: Ansprechendes JRPG mit Mammut-Umfang

 

„The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel 2“ überzeugt wie auch schon der Vorgänger mit seinem tollen Kampfsystem, das zahlreiche Optionen und viel taktische Kniffe bietet. Aber Achtung: man sollte Teil 1 unbedingt gespielt haben, bevor man sich an den Nachfolger setzt. Zwar gibt es umfangreiche Informationen zu den einzelnen Kapiteln und Figuren zum Nachlesen, aber ohne dieses Vorwissen versteht man am Anfang wohl nur „Bahnhof“. Außerdem belohnt euch der Titel für das Durchspielen des Vorgängers mit besseren Werten zum Start des Titels oder einigen neuen Dialogoptionen.

Generell liegt hier auch die große Stärke des Titels: durch die bekannten Figuren aus dem Vorgänger fühlt es sich wie ein Heimkommen und Wiedersehen an, wenn man erneut auf diese trifft. Die Charakterentwicklung der Figuren ist außerdem großartig gemacht und so wächst man mit diesen mit. 

Wie schon erwähnt, ist die Technik nicht das Gelbe vom Ei, sicherlich darf man hier von den kommenden zwei Teilen der Reihe eine deutliche Steigerung erwarten. Außerdem braucht ihr für das Durchspielen viel Geduld, wer etwas Zeit einsparen will, kann aber den Turbomodus aktivieren.