Team Sonic Racing [PS4]

Verfasst von Christian Suessmeier am 26.05.2019 um 12:04

 

Ohne Konkurrenz

 

Es gibt so einige Genres, die zwar immer wieder einmal von mehreren Spielen erobert werden wollen, aber bei denen es eigentlich seit Jahren nur einen Referenztitel gibt. Bestes Beispiel hierfür sind die Funracer, die schon seit SNES-Zeiten ihr Unwesen treiben.

Denn seit Bestehen des Genres heißt der König unter diesen „Mario Kart“. Egal ob zu Zeiten von N64, Gamecube oder Wii, die Raserei mit Mario und seinen Freunden blieb von der Konkurrenz stets unerreicht. Und es gab nicht wenige Versuche, den König vom Thron zu stoßen. Egal ob hauseigene Konkurrenten wie „Diddy Kong Racing“ oder PlayStation-exklusive Titel wie „Crash Team Racing“, nichts konnte dem Nintendo-Titel gefährlich werden.

Auch Sega probierte es immer wieder mit Rennspielen rund um Sonic und Co., doch auch diese mussten sich den „Mario Karts“ geschlagen geben. Mit „Team Sonic Racing“ versucht es der einstige Konsolenhersteller erneut mit einem Funracer. Wie sich der aktuelle Titel schlägt, verrät euch unser Test.

 

Rennen im All

 

Die Story von „Team Sonic Racing“ ist schnell erzählt und passt auf einen Tankdeckel. Der mysteriöse Dodon Pa lädt Sonic und seine Freunde ein, mit seinem Raumschiff ins All zu fliegen und dort allerlei Rennen zu bestreiten.

Was folgt sind mehrere Kapitel, die euch neben den regulären Rennen auch in Grand Prix, Ring-Herausforderungen, Drift- oder Überlebensrennen antreten lassen. Auf einer Karte seht ihr dabei die einzelnen Wettbewerbe und bekommt für deren erfolgreichen Abschluss(inklusive einiger Zusatzbedingungen) Sterne. Diese qualifizieren euch dann für das weitere Vorankommen in der Story.

Während euch die Alibi-Geschichte in voll vertonten Standbildern erzählt wird, kommt nicht gerade Hochspannung auf. Diese dient lediglich als Rahmen für die Aneinanderreihung einiger Rennen und Herausforderungen. Auch wenn der Story-Modus einen gewissen Verlauf vorgibt, könnt ihr jederzeit aus den zwölf Fahrern wie Sonic, Knuckles oder Amy wählen. 

 

 

Seid ein Team!

 

In seinen Grundzügen handelt es sich bei „Team Sonic Racing“ um einen klassischen Fun-Racer. So fahrt ihr auf einem Rundkurs gegen bis zu elf andere Gegner und sammelt dabei allerlei Items ein, um diesen das Leben so schwer wie möglich zu machen. Wie in Nintendos Genre-Primus gibt es auch hier Beschleunigungspfeile und durch das getimte Driften in den Kurven bekommt ihr einen ordentlichen Turboschub.

Aber das Wort „Team“ kommt nicht umsonst im Titel des Spiels vor. Denn zusammen mit zwei anderen Mitfahrern bildet ihr immer eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt.

Fahrt ihr zum Beispiel im Windschatten eures Teammitglieds werdet ihr dadurch schneller, habt ihr einmal kein Item zur Hand könnt ihr eines von einem eurer „Mitfahrer“ anfordern. Durch diese Partneraktionen ladet ihr euch außerdem einen Mega-Turbo auf, der allen drei Teammitgliedern einen ordentlichen Schub verpasst.

In den normalen Rennen zählen auch immer eure drei Positionierungen für den Gesamtsieg. Solltet ihr also als Nummer 1 durch das Ziel fahren, eure Kumpanen aber nur auf den letzten beiden Plätzen sein, könnte der Gesamtsieg gefährdet sein. Vor allem bei den Gand Prix-Wettbewerben über mehrere Rennen kann dies über Sieg oder Niederlage entscheiden. Ein weiterer Teamfaktor sind die verschiedenen Fahrertypen, die in die Kategorien Stärke, Technik und Tempo eingeteilt sind. Während Erstere zum Beispiel auch Hindernisse auf den Strecken durchfahren können, sind die Techniker auf jeder Oberfläche gleich schnell.

 

Modkapseln bringen ein graues Erdbeben

 

Habt ihr ein Rennen beendet, kommt es zur Endabrechnung. Wie habt ihr euch auf dem Kurs geschlagen, wie viele Münzen gesammelt, wie schnitt euer Team insgesamt ab...Diese Punktzahl wird dann in Credits umgerechnet, die ihr anschließend in die sogenannten Modkapseln investieren könnt.

Diese schalten sowohl Anbauteile für die Autos der zwölf Fahrer als auch Objektkisten frei. Während erstere eurem Gefährt ein besseres Handling oder eine höhere Geschwindigkeit verleihen, statten euch die Kisten mit einem Start-Bonus in dem jeweiligen Rennen aus. So könnt ihr mit einem Turbo schon von Beginn an loslegen oder habt ein bestimmtes Item griffbereit. Auch wenn sich hier Mikrotransaktionen anbieten würden, kann man sich die Credits nur innerhalb des Spiels verdienen. Lobenswert, Sega!

Generell entsprechen die Items dem Genre-Standard. Neben einem Turbo könnt ihr Raketen auf die Feinde schießen, legt ihnen einen blauen Würfel in den Weg oder seid dank Unbesiegbarkeits-Objekt immun gegen feindliche Angriffe. 

Während sich euer Kart übrigens in der Luft befindet, könnt ihr mit dem rechten Analogstick Tricks ausführen. Vollendet ihr dieses Spezialmanöver bevor ihr wieder den Boden berührt, werdet ihr mit einem Extraboost belohnt.

Neben der Karriere gibt es auch die üblichen Modi für Einzelspieler, auch online oder im Couch-VS dürft ihr mit Sonic und seinen Freunden antreten, was für einiges an Zeitvertreib sorgt.

 

 

Bunter Sonic-Spaß

 

„Team Sonic Racing“ präsentiert sich mit einer knallbunten Optik und treibenden Sounds. Während das Geschehen auf der Strecke eigentlich immer flüssig abläuft, könnte manchmal das Geschwindigkeitsgefühl aber etwas besser sein. Dennoch fährt man hier mit „Mario Kart“ in einer Liga.

Die Strecken sind verschiedensten Sonic-Level entliehen, wirken aber spätestens ab Kapitel 3 im Story-Modus recht gleich und wiederholen sich oft. Zwar gibt es einige Abkürzungen zu entdecken, aber alles in allem sind die Kurse recht schnell bekannt.

Während der Rennen hört man immer wieder die Kommentare der Mitfahrer, die mal mehr und mal weniger platt sind. Dafür treibt einen die Musik recht gut an, auch wenn es hier wieder extrem schnell zu Wiederholungen kommt. Was gar nicht geht, sind einige Soundeffekte in den Menüs zum Beispiel im Anpassungs-Menü.

 

FAZIT: „Sonic Kart“

 

„Team Sonic Racing“ ist ein spaßiger Funracer, der zwar viel vom Genre-Primus kopiert, aber immer wieder mal zu einer Runde auf den kunterbunten Parcours lockt. Klar, die Story im gleichnamigen Modus ist Mittel zum Zweck, aber mit den unterschiedlichen Renn-Varianten wird es hier nicht so schnell langweilig. Auch das immer weiter wachsende Fahrerfeld von Kapitel zu Kapitel trägt viel zur Spannung auf den Kursen bei.

Das Team-Feature bringt einige taktische Kniffe in die Rennerei, trotzdem ist es ärgerlich wenn sich die beiden Kollegen mal wieder so blöd angestellt haben und es nicht für den Gesamtsieg aufgrund derer Leistung gereicht hat.

Was dem Spiel wohl wirklich die Krone aufgesetzt hätte, wäre die Berücksichtigung anderer Sega-Franchises. Als Sonic-Fan hat man zwar jede der zwölf Figuren schon einmal gesehen, aber wie cool wären Charaktere und Level aus „Shenmue“, „Nights“ oder „Fantasy Zone“ gewesen?!? Damit hätte man auch die vielen Wiederholungen etwas reduzieren können.

Sega befindet sich mit „Team Sonic Racing“ aber auf dem richtigen Weg. Für den Genre-Thron reicht es nicht, aber wer eine Funracer-Alternative abseits von Nintendo sucht, kann hier bedenkenlos zugreifen.