Earth Defense Force: Iron Rain [PS4]

Verfasst von Christian Suessmeier am 11.04.2019 um 10:45

 

Zeitgemäßes EDF?

 

Erst im Dezember erschien hierzulande „Earth Defense Force 5“ und brachte es in unserem Test auf enttäuschende 5,5/10 Punkte. Während einer der Kritikpunkte die schlechte Grafik war, die anscheinend noch aus PS3-Zeiten übrig war, langweilte vor allem das eintönige Gameplay. Ermüdungserscheinungen am Controller kennt man ja nur selten, aber bei „EDF 5“ stellten sich diese bereits nach der fünften Mission ein.

Nun erscheint mit „Earth Defense Force: Iron Rain“ der neueste Teil der Reihe mit dem sogar ein neuer Entwickler Hand an die Reihe legen darf. Yuke’s aus Osaka scheinen dem Titel einen moderneren Anstrich verleihen zu wollen.

Dies macht nicht nur die Grafik deutlich, auch das Gameplay präsentiert sich in leicht veränderter Form. Ob man damit mehr Erfolg hat als mit „Earth Defense Force 5“? 

 

Erde vs. Insekten

 

Als im Jahr 2033 die Erde mal wieder von Aliens, den sogenannten Aggressoren, überrannt wird, versucht eine Elite-Einheit rund um Soldat Closer dem ganzen Chaos Einhalt zu gebieten. Doch es läuft alles schief und somit fällt Closer in ein siebenjähriges Koma. 

Aber auch im Jahr 2040, als er bzw. sie(abgängig von eurer Charaktererstellung) wiedererwacht, versuchen die Aggressoren immer noch die letzten Bestände der Menschheit auszurotten und die Erde zu unterwerfen. Doch sie haben nicht mit Closers starkem Wunsch nach Rache gerechnet.

 

 

Bleihaltige Luft ist schlecht für Aliens

 

Wie jeder Beitrag der „Earth Defense Force“-Reihe geht es in „Iron Rain“ natürlich hauptsächlich ums Ballern. So werdet ihr für gewöhnlich an einem bestimmten Punkt in der Stadt, der Wüste oder an der Küste abgeworfen und habt zu 99% den Auftrag, die feindlichen Aliens in Form von Riesenameisen, Käfern oder Mechs auszulöschen. 

Dabei greift ihr auf allerlei Schusswaffen wie Panzerfaust, Shotgun, Maschinengewehr oder Granatwerfer zurück, außerdem bekommt ihr Unterstützung durch die sogenannten PA Gear. Diese entsprechen den Klassen aus „EDF 5“ und legen somit fest, ob ihr ein Spezialist für schnelle Ausweichmanöver seid oder dank Jetpack für kurze Zeit fliegen könnt. Insgesamt gibt es vier dieser Klassen.

Der Einsatz dieser Fähigkeiten ist nun allerdings auf eine Energieleiste begrenzt, die sich nach und nach wieder aufladen muss. Durch Druck auf L3 und R3 könnt ihr außerdem den Overdrive eures Anzugs auslösen, der euch für kurze Zeit einen Energieschub gibt. 

Auch auf verschiedene Items könnt ihr während eurer Kämpfe zurückgreifen. Neben Granaten gibt es zum Beispiel noch eine Heilfunktion, Dummys zum Ablenken der Gegner oder Geschützstationen.

Doch für den Einsatz dieser Gegenstände braucht ihr Kristalle, die besiegte Feinde hinterlassen und die nach Missionsabschluss in Ingame-Währung umgerechnet werden.

 

Höher, schneller und besser!

 

Besagte Kristalle benötigt ihr nicht nur für den Einsatz von Items während der schweißtreibenden Alien-Ballerei, wollt ihr außerdem in den Genuss von neuen Waffen oder mehr Lebensenergie kommen, müsst ihr diese auch dafür investieren. 

Neben der wählbaren PA Gear, die also eure Klasse festlegt, rüstet ihr euch vor Missionsbeginn mit den nötigen Items aus und wählt eure zwei Favoriten in den unterschiedlichen Waffen-Kategorien.

Auf dem Schlachtfeld selbst tretet ihr dann wieder mit, mal mehr, mal weniger hilfreichen CPU-Kollegen an und könnt diesmal sogar in Fahrzeuge steigen, die dort herumstehen. Auch in „EDF 5“ gab es schon Panzer u.ä. aber diesmal sind es auch mal zivile Fahrzeuge wie Jeeps. Ein weiteres nagelneues Feature ist die Möglichkeit, manche der großen Monster zu kapern und mit diesen dann zu kämpfen.

Auch für Freunde von Multiplayer-Partien gibt es wieder allerlei Modi und Spielarten. Neben einer Onlinefunktion kann man auch offline zusammen den Aliens in den Hintern treten. Weiterhin könnt ihr euch die Zeit mit der umfangreichen Datenbank des Spiels vertreiben, die euch über Spiele-Statistiken aufklärt oder in der ihr die Gegner genauer analysieren könnt.

 

 

Schöner, aber mit Problemen

 

Die Grafik von „Earth Defense Force: Iron Rain“ ist wesentlich schöner und aufwendiger geraten als noch bei Teil 5, allerdings läuft das Spiel auf einer regulären PS4 ab und zu recht unrund. Vor allem der Einstieg in die Missionen ist oftmals ruckelig und von spät nachladenden Texturen geprägt. 

Die Animationen und die optische Vielfalt der Monster, Mechs und Aliens sind gelungen, hier beweist die Reihe einfach ein gutes Händchen. Auch die vielen zerstörbaren Objekte und Gebäude machen den Titel zu einer Zerstörungsorgie allerfeinster Sorte. Wahnsinn!

Nicht so toll gelungen ist mal wieder das Audio-Design. Die Musik nervt recht schnell, aber was gar nicht geht sind die mauen Effekte einiger Schusswaffen. Da kommt so gar kein Feeling für die Waffen auf und somit ist auch das Trefferfeedback kaum zu erahnen. Echt schade!

Die Zwischensequenzen sind auch eher nur Beiwerk und sehen in den seltensten Fällen gut aus. Vor allem die belanglosen Dialoge hätte man sich sparen können. Diese gehen zwar immer wieder auch mal auf die Spielwelt ein, aber sind zum Großteil ignorierbar.

 

FAZIT: Besser aber immer noch schlecht

 

„Earth Defense Force: Iron Rain“ ist in einigen Punkten schon deutlich besser als Teil 5. Vor allem die Grafik gefällt mit einigen coolen Effekten und den vielen, kreativen Monstern. 

Aber wieder einmal muss man das lahme Missionsdesign kritisieren, das sich nur wenig von den anderen Teilen unterscheidet. Dennoch gibt es zwei wesentlich ärgerlichere Kritikpunkte. Zum einen ist das der fragwürdige Einsatz von Ingame-Währung für das Verwenden von Items. Entschuldigung? Wer denkt sich so einen Blödsinn aus? In einem Shooter?

Punkt Nummer 2 ist das arg aggressive Vorgehen der Feinde. Diese kommen ohne Rücksicht auf Verluste von allen Seiten und schmeißen die Spielfigur sehr häufig zu Boden. Dank R1-Taste kann man zwar schnell wieder aufstehen, aber was nützt diese Funktion, wenn mich der nächste Feind gleich wieder umwirft? So kam es zu zahlreichen Bildschirmtoden, bei denen man gar keine Chance hatte, sich aus dem Gegnerpulk zu befreien. „Earth Defense Force: Iron Rain“ wird dadurch wesentlich fordernder, oft aber auch unfairer als es Teil 5 war und verliert somit etwas seinen „Hirn aus, Feuer frei!“-Charme.