Power Rangers: Battle for the Grid [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 29.03.2019 um 10:54

 

Go go Power Rangers!

 

Die „Power Rangers“. Eine Serie, die uns schon seit frühester Kindheit begleitet und die man entweder abgöttisch liebt oder abgrundtief hasst. Die Mixtur aus bunten Actionhelden in Ganzkörperanzügen, trashigen Highschool-Geschichten und Monsterkämpfen wie in den guten alten „Godzilla“-Filmen gefällt sicherlich nicht jedem.

Dennoch hält sich die Reihe seit über 25 Jahren im Fernsehen und kommt mittlerweile auf über 20 Staffeln. Während zuletzt vor allem der „Power Rangers“-Kinofilm für Aufmerksamkeit sorgte, soll nun das neue Spiel „Power Rangers: Battle for the Grid“ passend zum Jubiläum für das Knallen der Sektkorken sorgen. 

Doch wie wir aus der Videospiel-Geschichte gelernt haben, kann in Sachen Lizenzspielen auch mal was daneben gehen. Und soviel kann man schon einmal verraten...bei dem aktuellen Prügler wurde ordentlich gekleckert.

 

Es war einmal ein grüner Ranger...

 

Auf eine präsente Story verzichtet man bei „Power Rangers: Battle fot the Grid“ zunächst vollkommen. Ein im voraus angekündigter Story-Modus findet sich bisher nämlich nicht unter den Menüpunkten, dafür kann man sich in mehreren Online-Matches gegenseitig auf die Nase hauen.

Während man unter „Standard“ einfache Kämpfe gegen andere Mitmenschen starten kann, geht es in „Rang“ schon um etwas mehr, nämlich die Position in der Weltrangliste. In den Modi „Gegen“ und „Training“ tretet ihr ohne großen Druck gegen die CPU oder einen zweiten Mitspieler an und ihr versucht euch an den vielen Angriffsvarianten der Figuren.

Einen etwas längeren Motivationsschub dürften Einzelspieler beim „Arcade“-Modus bekommen, der euch in sieben Runden gegen die anderen Kämpferinnen und Kämpfer antreten lässt.

 

 

Bitte Dreierteams bilden!

 

In „Power Rangers: Battle for the Grid“ haut ihr euch nicht klassisch im 1v1 auf die Nase, sondern bastelt euch euer Team aus je drei Kämpferinnen und Kämpfern zusammen. Hierfür wählt ihr aus neun...ja, richtig gelesen, neun Figuren, darunter Tommy Oliver, Gia Moran, Kat Manx oder Goldar aus und zieht mit diesem Gespann dann in den Kampf. 

Dort habt ihr die Auswahl aus einem leichten, einem mittleren und einem schweren Angriff, feindliche Attacken blockt ihr ganz klassisch mit einem Druck auf den Richtungsbutton weg vom Gegner.

Diesem könnt ihr außerdem mit einer Wurfattacke die Energieleiste reduzieren oder ihr startet einen Superangriff, wenn eure Spezialleiste gefüllt ist. Dies geschieht durch eingesteckte und ausgeteilte Treffer. Während der Kämpfe könnt ihr die Teammitglieder munter durchwechseln und auch gemeinsame Attacken auf den Gegner einprasseln lassen. Durch Druck auf L und R gleichzeitig könnt ihr außerdem einen von drei überdimensionalen Helfern wie Mega Goldar oder Dragonzord herbeirufen, den ihr vor dem Kampf ausgewählt habt.

Für erfolgreiche Kämpfe steigt ihr mit eurem Profil übrigens weitere Level auf und schaltet so zum Beispiel Banner frei. Diese können aber auch offline erspielt werden, indem man den Arcade-Modus mit Charakter XY beendet oder eine bestimmte Anzahl Kämpfe absolviert.

 

Wow, tolle Handy-Grafik!

 

„Power Rangers: Battle for the Grid“ sieht optisch aus wie ein aktuelles Spiel für fähige Android- oder iOS-Geräte. Zwar sind die Charaktermodelle recht schön animiert und detailreich gestaltet, die meisten der FÜNF Level sind aber an Tristesse und Hässlichkeit kaum zu überbieten. Keiner der Grafikeffekte in den Hintergründen wirkt sonderlich modern oder gut aussehend. 

Die Steuerung des Spiels geht in Ordnung, hier hat man sich an den erfolgreichen Prügler-Reihen orientiert und eine sinnvolle Tastenbelegung gewählt. Selbst mit den JoyCon-Sticks spielt sich der Titel ganz ordentlich. 

Die Menüs sind leider alles andere als modern präsentiert und wirken wie Standard-Grafiken aus einem entsprechenden Programm, die Musik ist ok und bietet klassische „Power Rangers“-Tunes. Vertonte Dialoge gibt es während des Spiels nicht zu hören, hier müsst ihr euch mit Textboxen begnügen.

 

FAZIT: Das ist kein Spaß!

 

„Power Rangers: Battle for the Grid“ in dieser Form auszuliefern und für 20,-€ zu verkaufen ist eine absolute Frechheit. Wie man ein Prügelspiel mit so wenig Modi, einer so geringen Anzahl an Kämpferinnen, Kämpfern und Level veröffentlichen kann, ist leider gar nicht nachvollziehbar.

Und auch wenn das Gameplay mit seinen recht klassischen Prügelspiel-Elementen für die ein oder andere spaßige Minute sorgt, sind vor allem Offline-Spieler spätestens nach einer halben Stunde durch mit dem Spiel.

Wie kann man bei einer so umfangreichen Serie wie den „Power Rangers“ läppische neun Figuren anbieten? Da kann man doch auf so einen riesigen Fundus an Charakteren zurückgreifen, dass man locker 20 bis 30 Kämpfer hätte integrieren können. 

Auch grafisch reißt der Titel keine Bäume aus, aber immerhin sind die Charakter-Modelle ganz schön geworden. Leider kann man im Moment aber nur von dem Titel abraten und sollte warten ob und wie noch weitere Inhalten nachgeliefert werden. Zumindest in Sachen Kämpfern sollen im Rahmen des Season Pass’ noch mindestens vier Figuren erscheinen. Das ist Lizenz-Käse wie wir ihn schon lange nicht mehr hatten!