Trials Rising [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 12.03.2019 um 10:13

 

Fordernde Motorrad-Action

 

Erst im Jahr 2009 kamen Konsolenbesitzer – damals aber zunächst nur Xbox 360-User – in den Genuss von „Trials HD“, welches auf einem Browsergame aus dem Jahr 2000 basierte. Vor allem die fordernden Strecken und die sehr gute Fahrphysik konnten dem Spiel damals eine große Fangemeinde und gute Wertungen sichern.

In den vergangenen Jahren erschienen mehrere Teile für Konsolen und mobile Endgeräte, die irgendwie auch immer bekloppter wurden. Seien es Spinoffs wie „Trials of the Blood Dragon“ oder die durchgeknallten Ideen wie Einhörner statt Motorräder zu verwenden...Ubisofts Kreativabteilung scheint sich in den „Trials“-Spielen ordentlich auszutoben.

Mit dem aktuellen Teil, „Trials Rising“, ist man nun erstmals auch auf einer Nintendo-Plattform vertreten. Wie sich die Switch-Version so schlägt, verraten wir euch in den folgenden Zeilen.

 

Story? Pfff...

 

Eine richtige Story hat „Trials Rising“ nicht. Als Neuling in der Motocross-Szene versucht ihr euch einen Ruf zu erarbeiten und der beste aller Fahrer zu werden. Hierfür wählt ihr euch zu Beginn einen Charakter aus und könnt diesen mit den ersten Items ausstatten. 

Anschließend begebt ihr euch auf eine Reise quer über den Erdball und nehmt an den unterschiedlichsten Wettbewerben und Tests teil.

Zwischen den regulären Wettkämpfen könnt ihr euch an der Trial-Universität an unterschiedlichen Grundlage-Herausforderungen probieren oder ihr nehmt im Technik-Parcours an haarsträubenden Experimenten teil. So müsst ihr einmal von eurem Zweirad abspringen und euch durch das gezielte Ansteuern von explosiven Fässern möglichst weit katapultieren. Ein andermal müsst ihr eine Strecke möglichst unfallfrei meistern und dabei auch noch eine bestimmte Anzahl an Tricks wie Rückwärtssaltos machen.

 

 

Die Grundlagen sind das A und O

 

Zunächst müsst ihr euch aber einmal mit der grundlegenden Steuerung des Spiels auseinandersetzen. Während ihr mit dem L-Knopf bremst und den R-Knopf für das Gasgeben nutzt, ist es auch wichtig wie ihr gerade auf dem Motorrad sitzt. So empfiehlt es sich bei einer Steigung nach vorne zu legen, geht es bergab lehnt man sich lieber etwas nach hinten.

Oft geht es auch gar nicht darum, den Kurs mit Vollgas zu beenden, meist ist ein geübter Mix aus Gas, Bremse und Neigungswinkel der Weg zum Gold. Denn am Ende eines jeden Levels werdet ihr mit einer Bronze-, Silber- oder Gold-Auszeichnung und anderen Goodies belohnt. Außerdem bekommt ihr durch einen Levelabschluss Ingame-Währung und Erfahrungspunkte. 

Zu jedem Stufenaufstieg gibt es außerdem eine Lootbox als Geschenk, in dem Bauteile für euer Moped, Ausrüstungsgegenstände für eure Spielfigur oder Aufkleber stecken. Gegen Echtgeld kann man außerdem Eicheln im eShop kaufen, die gegen Ingame-Items eingetauscht werden können. 

 

 

Schrauben, zocken, tüfteln

 

Neben der regulären, sehr umfangreichen Kampagne mit über 100 Strecken hat „Trials Rising“ für Singleplayer nicht mehr so viel zu bieten. Die weiteren Modi bestehen aus einem Party-Modus für Couch-VS und einem Onlineteil. 

In der Werkstatt könnt ihr euren Charakter mit den erspielten Items ausstatten und diesen euren Wünschen anpassen. Neben einer wählbaren Pose für euren Motocross-Star könnt ihr in mit allerlei Helmen, Jacken und Schuhen ausstatten, die auch wieder gerne ins Skurrile abdriften. Auch euer Zweirad kann mit allerhand Teilen verschönert werden. Neben neuen Reifen oder einem schickeren Rahmen könnt ihr außerdem allerlei Sticker darauf anbringen.

Wer sich total in „Trials Rising“ verlieren will, probiert sich an dem umfangreichen und anfangs recht schnell überfordernden Streckeneditor. Nach etwas Einarbeitungszeit kann man da aber wirklich tolle Level erstellen und diese natürlich auch mit anderen teilen.

 

 

Ist das dreckig oder verschwommen?

 

Kommen wir zur technischen Seite von „Trials Rising“. So schön das Spiel – abgesehen von einigen nachladenden Texturen - im Handheld-Modus der Switch aussieht, so schlimm wird es auf dem heimischen TV.

Denn da offenbart der Titel eine so verwaschene Optik wie ich sie bisher noch nicht auf der Switch gesehen habe. Hier fallen auch die unscharfen Texturen extrem negativ auf. Und das ist leider nicht nur auf den eigentlichen Strecken so. Auch in den Menüs schmerzen die verwaschenen Texturen der Charaktere und die pixelige Optik der Videosequenzen. Da wurde beim Port wohl etwas geschlampt. Immerhin läuft das Spiel in beiden Varianten recht geschmeidig, Ruckler hat man eigentlich so gut wie keine.

Durch die schlampige Optik des TV-Modus’ wirken die eigentlich recht einfalls- und abwechslungsreichen Level sehr unübersichtlich. „Trials Rising“ sollte man also vorwiegend im Handheld-Betrieb spielen.

Der Sound geht in Ordnung, rockige Klänge treiben euch zu immer neuen Bestzeiten an und das Röhren des Motorrads lässt euch Benzin riechen. Auch die Steuerung weiß sowohl mit JoyCon als auch mit Pro Controller zu überzeugen. 

 

FAZIT: Das Ding muss nochmal in die Werkstatt!

 

„Trials Rising“ hat zwei Seiten. Zum einen ist da die hässliche Fratze namens TV-Modus. Was man dem Käufer des Spiels hier in Sachen Optik zumutet, erinnert ganz klar an die pixeligen PlayStation-Spiele von Ende der 90er. Eigentlich sollte die Switch locker mit solch einem Titel zurecht kommen, also gehe ich von einer schlechten Portierung bzw. Anpassung an das TV-Bild aus.

Im Handheld-Modus ist „Trials Rising“ nämlich genau das, was die „Trials“-Reihe in den letzten Jahren so beliebt gemacht hat. Kurzweilige, fordernde Renn-Action mit einer gehörigen Portion Anspruch und einer tollen Inszenierung. Die Level sind wirklich mit vielen Ideen vollgepackt und werden so schnell nicht langweilig. Immer wieder erwischt man sich bei einem weiteren Versuch die letzte Bestzeit noch einmal zu toppen.

Die Steuerung ist exakt, selbst mit den eigentlich fummeligen JoyCons macht das noch ordentlich Spaß. Und welches Spielkonzept eignet sich besser als das von „Trials“ für eine kurze Partie zwischendurch?

Spielerisch gibt es allerdings einen Kritikpunkt. Das Grinding nimmt in den höheren Schwierigkeitsgraden nämlich erheblich zu. Schon das Erspielen der Ingame-Währung ist wirklich mühsam, aber der langsame Levelaufstieg geht mal gar nicht. 

Wer „Trials Rising“ vorwiegend unterwegs spielen will, holt sich ohne Bedenken die Switch-Fassung. Seid ihr allerdings eher auf dem heimischen TV unterwegs und habt eine PS4 oder Xbox One, solltet ihr euch den Kauf dieser Fassungen überlegen.