Dragons - Aufbruch neuer Reiter [PS4]

Verfasst von Christian Suessmeier am 04.02.2019 um 16:08

 

Dreamworks’ Erfolgsserie

 

Zu Anfang der 2000er war Dreamworks mit Filmen wie „Shrek“ oder „Madagascar“ eine ernstzunehmende Konkurrenz für die CGI-Experten aus dem Hause Pixar. Dennoch entwickelte sich in den letzten Jahren ein deutlicher Abstand zwischen den beiden Animationsstudios, doch vor allem mit „Drachenzähmen leicht gemacht“ konnte man bei Dreamworks einen riesigen Erfolg vorweisen.

Mittlerweile gibt es neben zwei Kinofilmen einige Staffeln einer computeranimierten TV-Serie, Bücher und sogar eine Spielzeug-Linie von Playmobil. Nachdem es bereits zu den zwei vorangegangenen Filmen Videospiel-Umsetzungen gab, kommt nun auch passend zum Start des dritten Teils ein neues Spiel heraus. „Dragons – Aufbruch neuer Reiter“ – so der etwas seltsam anmutende deutsche Titel – hat mit dem Film aber nicht direkt zu tun, sondern erzählt eine eigene Geschichte. Wie sich das Spiel auf der PS4 schlägt, erfahrt ihr in unserem Test.

 

Ohne Gedächtnis, aber mit Drache

 

Ohne Erinnerungen an vorherige Geschehnisse erwacht euer Protagonist auf einer unbekannten Insel. Das einzige was er bei sich hat, ist ein lila Ei, was ihm prompt von einem Wikinger gestohlen wird. Nach einigen Querelen erobert er das gute Stück zurück und wird Zeuge davon, wie aus dem Ei ein Drachen schlüpft.

Etwas ratlos trifft er auf Hicks, der ihn daraufhin erklärt wo er sich befindet und dass er anscheinend in Drachenkind Patch einen ganz besonderen Begleiter hat. Außerdem bekommt ihr euren Namen, Scribbler, von ihm verpasst. Weiterhin erzählt Hicks Scribbler von den aktuellen Problemen, die sie mit den Drachen haben. Diese scheinen nämlich von einer magischen Kraft in Besitz genommen zu werden und diesem Rätsel wollt ihr nun auf den Grund gehen.

 

Zelda light

 

Spielerisch erinnert „Dragons – Aufbruch neuer Reiter“ etwas an die „Zelda“-Serie von Nintendo. Euren Helden samt Drachen-Begleitung steuert ihr nämlich aus der Vogelperspektive und neben allerlei Verschiebe- und Aktivierungsrätseln haut ihr bösen Wikingern hin und wieder auf die Mütze. 

Hierzu findet Scribbler unterschiedliche Waffen wie eine Axt, einen Hammer und ein Schwert, welche ihr beim Schmied mit erlangten Rohstoffen aufwerten könnt, außerdem verteidigt ihr euch dank Einsatz eines Schildes gegen Angriffe. Generell könnt ihr eure offensiven und defensiven Werte durch das Tragen besserer Rüstung aufwerten, die ihr in Kisten in den Welten findet.

Eure Begleitung in Form von Drachen Patch – den ihr mit Druck auf den L1-Button selber steuern könnt - erlernt nach und nach mehrere Fähigkeiten. So kann er zu Beginn mit seinem Atem Wasser gefrieren lassen, später lernt er noch eine Feuer- und eine Elektro-Fertigkeit hinzu. Während ihr mit dem feurigen Atem Nebelwände und Dornen verschwinden lassen könnt, aktiviert ihr mit der Elektro-Fähigkeit Schalter. In Kämpfen kann er diese Fertigkeiten zwar auch einsetzen, verursacht aber vergleichsweise geringen Schaden bei den Feinden. Wie es sich für einen ordentlichen Drachen gehört, lernt dieser auch irgendwann das Fliegen. Dieses wird aber nur für das Erreichen der unterschiedlichen Inseln genutzt.

Wie schon erwähnt, sammelt ihr auf eurer Reise Rohstoffe mit denen ihr nicht nur eure Ausrüstung verbessern könnt, sondern bei Astrid auch Heiltränke oder temporäre Aufwertungen einkauft. 

 

 

Hilfe von oben

 

„Dragons – Aufbruch neuer Reiter“ besteht aus drei großen Haupt- und ein paar kleineren Nebeninseln. Während der Ablauf auf ersteren recht ähnlich ist – auf Inselabschnitte folgt ein Dungeon – müsst ihr euch auf den kleineren Eilands entweder mit einer bestimmten Menge an Gegnern herumschlagen oder einfach ein paar Rätsel erledigen. Das Absolvieren dieser belohnt euch mit besonders raren Materialien, so dass ihr eure Waffen oder die Ausrüstung mächtig verbessern könnt, ist aber alles optional.

Auf den Inseln sind außerdem immer wieder gefangene Drachen verteilt, die von euch befreit werden wollen. Als Dank können euch diese dann als Unterstützung im Kampf dienen und bespucken die Bösewichter zum Beispiel mit Feuerbällen oder bringen euch Versorgungskisten.

Am Ende einer jeden Insel wartet dann ein Bossfight, der immer einer anderen Taktik und den Einsatz der verschiedenen Fähigkeiten von Scribbler und Patch bedarf. 

Durch Druck auf den Dreieck-Button könnt ihr mit Patch in die Lüfte steigen, allerdings schaltet das Spiel dann auch umgehend in die Weltenkarte, in der ihr dann die verschiedenen Level anfliegen könnt.  Auf den Inseln selber kann man nicht umherfliegen.

 

Drachengrafik leicht gemacht

 

Typisch für ein Lizenzspiel ist besonders die technische Umsetzung von „Dragons – Aufbruch neuer Reiter“. Auch wenn der Stil recht rund wirkt, wäre das alles wohl auch auf einem Smartphone mittlerweile ohne Probleme machbar.

Die Figuren sind recht polygonarm, die Umgebung doch recht trist und nicht sehr interaktiv. Von den Büschen, Sträuchern oder Holzfässern mal abgesehen. Diese kann man übrigens mit der Ausweichrolle recht unterhaltsam zerstören. Während die Bossfights wie gesagt immer wieder eine andere Taktik fordern, sind die Kämpfe gegen das normale Fußvolk eher ein wahlloses Haudrauf. 

Die Steuerung auf dem Boden ist ok und recht direkt, die Flugsteuerung – die man glücklicherweise ja nicht so häufig benötigt – jedoch eine echte Katastrophe. Am meisten verwunderten die vielen Ruckler auf der letzten der drei großen Inseln. Dort mehrten sich auch die Bugs des Spiels. So wackelte der Bildschirm noch Minuten nach dem Verschwinden eines Drachen nach, außerdem konnte man in einem Areal einen Feind nicht töten, so dass man auch nicht in das nächste Gebiet vorrücken konnte.

 

FAZIT: Für Fans!

 

„Dragons – Aufbruch neuer Reiter“ ist so ein typisches Lizenzspiel wie man häufig sieht. Zwar kann das Gameplay mit seinem „Zelda light“-Stil schon irgendwie für die ein oder andere anspruchslose Stunde unterhalten, leider langweilt das Spiel aber mit seinem immer gleichen Ablauf und der tristen Inszenierung ohne irgendwelche animierten Zwischensequenzen oder gar vertonten Abschnitten. Bedenkt man, dass es hier vermutlich genügend Bildmaterial geben würde, ist das schon traurig. 

Auch in technischer Hinsicht bekleckert man sich hier nicht gerade mit Ruhm. So ist die Optik nur zweckmäßig, außerdem nerven dann vor allem in den späteren Levelabschnitten Bugs und Ruckler. 

Natürlich muss man sehen, dass die Zielgruppe des Spiels vermutlich recht junge Spielerinnen und Spieler sind, aber auch diese haben qualitativ hochwertige Spiele-Unterhaltung verdient, oder? Und warum verzichtet man bei solch einer Vorlage auf einen Zwei-Spieler-Modus? Da hat man einiges an Möglichkeiten verschenkt.