Hostel 2 gemäß §131 StGb beschlagnahmt

Verfasst von Playzocker am 19.06.2008 um 00:00 „Es war doch nur eine Frage der Zeit“ werden jetzt viele sagen, aber dennoch trifft es Filmfans immer wieder aufs Neue hart, wenn derartige Meldungen in Deutschland die Runde machen.

Hostel 2 von Regisseur Eli Roth hatte es in Deutschland von Beginn an sehr schwer. Bereits für die Kinoauswertung verweigerte die FSK dem Film eine Freigabe, sodass der Film lediglich in einer stark gekürzten KJ-Fassung gezeigt wurde. Diese Fassung wurde später auch für das Heimkino veröffentlicht und stellt zudem auf Blu-ray die einzige deutschsprachige Veröffentlichung des Horrorfilms dar. Auf DVD veröffentlichte Sony Pictures mit Segen der Juristenkommission der Spio zudem eine „Extended Version“, die allerdings ebenfalls nicht ungeschoren davon kam.

Der Film bekam von der Spio selbst in einer um 7 Sekunden gekürzten Fassung lediglich strafrechtliche Unbedenklichkeit attestiert, was als „harte“ JK zu bezeichnen ist und ein Werbeverbot in Deutschland mit sich bringt.
Sony hatte allerdings im Vorfeld der VÖ versucht, den Film in seiner ungeschnittenen Fassung zu veröffentlichen und nahm sogar die Risiken und Einschränkungen der „harten“ JK in Kauf, eine Freigabe für die ungeschnittene Fassung zu bekommen, war allerdings dennoch nicht möglich.

Bereits kurze Zeit nach Veröffentlichung der Spio/JK DVD folgte der nächste Rückschlag: Die Indizierung des Titels auf Liste B. Bei einer Liste B Indizierung wird der Film zudem der Staatsanwaltschaft übergeben, die (in diesem Fall erneut) über die strafrechtliche Unbedenklichkeit des Films zu entscheiden hat. Sollte dem Film diese nicht attestiert werden bzw. er als strafrechtlich bedenklich bezeichnet wird folgt durch ein Gericht die Beschlagnahme gemäß §131 StGb (Gewaltverherrlichung).

Dies ist bei Hostel 2 nun passiert. Ab diesem Zeitpunkt gilt der Verkauf bzw. auch der Verleih dieses Titels als strafbare Handlung. Bereits jetzt durchsucht die Polizei einige Videotheken mit dem Auftrag, Kopien dieses Films sicherzustellen. Kommt es nämlich zu einer Beschlagnahme eines Films, kann einem Videothekenbesitzer, der nicht rechtzeitig reagiert und das beschlagnahmte Medium aus seinem Sortiment entfernt, vorsätzliche Verbreitung gewaltverherrlichender Medien angekreidet werden. Sollte die Polizei bei ihren Durchsuchungen Kopien dieses Films sicherstellen kann sich der Besitzer der entsprechenden Videothek allerdings sicher sein, (in welcher Form auch immer) abgestraft zu werden.

Weiterführende Literatur zum Film Hostel 2:


Cover des beschlagnahmten Spio/JK Steelbooks:

Hier geht zu den genauen Details der DVD


Quelle: Marcus Popescu (Legend Films)