Super Smash Bros. Ultimate [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 11.12.2018 um 09:45

 

Schund oder Super-Prügler?

 

Die „Super Smash Bros“-Serie spaltet schon seit Teil 1 für das N64 die Lager der Nintendo-Jünger in zwei Hälften. Selten war eine Entwicklung des Traditionsunternehmens so umstritten wie der Allstar-Prügler, der alle großen Namen wie Mario, Link oder Samus Aran unter einen Hut bringt.

Spätestens mit dem Gamecube-Teil erreichte der „Smash Bros“-Hype aber seinen Zenit, was auch dadurch unterstrichen wird, dass selbst der aktuelle Teil noch mit einem Controller des damaligen Spielewürfels ausgeliefert wird und dieser als unumstrittenes Eingabegerät für „Super Smash Bros.“ angesehen wird.

Der neueste Teil für die Switch ist, wie es der Titel schon vermuten lässt, nun die ultimative Version eines „Super Smash Bros.“, denn er vereint erstmals so viele Kämpfer auf einem Modul wie noch nie zuvor.

Doch kann das Spiel auch abseits der großen Kämpferauswahl mit Umfang und Langezeitmotivation punkten? Und wie spielt sich der Allstar-Prügler überhaupt? Lest es in unserem Test.

 

Eiskalte Händchen

 

Als sich Mario, Link & Co. Kyra, der Essenz des Lichtes, entgegenstellen, schickt diese ihre Meisterhände auf die Erde um die Körper aller Wesen zu stehlen. Egal ob der flinke Sonic, der bärenstärke Bowser oder Kugelblitz Pikachu, alle Helden fallen Kyra zum Opfer und werden zu Geistern.

Nur Kirby, der rosafarbene Allesfresser, kann sich den gefährlichen Energiestrahlen erwehren und muss nun im Kampf mit den sogenannten Dupli-Kämpfern deren Geister befreien und somit die Helden wieder zurückholen.

Dies ist zumindest die Handlung mit der euch „Super Smash Bros. Ultimate“ in den Abenteuermodus entlässt. Weitere Einzelheiten dazu gibt es zu einem späteren Zeitpunkt.

 

 

Aus dem Ring prügeln!

 

Doch worum geht es in „Super Smash Bros. Ultimate“ eigentlich? Alle Serien-Neulinge, die dabei an ein normales Prügelspiel mit Energiebalken denken, irren nämlich. So seid ihr bei dieser Prügelei eher darauf angewiesen, euren Gegner soweit zu schwächen, dass ihr diesen durch unterschiedliche Attacken aus dem Level katapultieren könnt. Zwar könnt ihr euren Feind auch KO schlagen, aber eigentlich geht es nur sekundär darum.

Die Level, die dabei aus vielen Spielen wie „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“, dem klassischen „Super Mario Bros.“ oder sogar „Sonic“ entliehen sind, haben häufig unterschiedliche Ebenen oder bewegen sich zum Beispiel über eine Rennstrecke aus „F-Zero“.

Während ihr euch mit bis zu drei anderen Mitstreitern in diesen Levels also ordentlich auf die Nase haut, erscheinen immer wieder Items, die euch im Kampf gegen diese helfen. Mit verschiedenen Waffen wie der Feuerblume oder dem NES-Zapper seid ihr aus der Distanz gefährlich, für den Nahkampf helfen euch dann Gegenstände wie stachelbespickte Mienen oder ein Laserschwert.

Für den regulären Kampf stehen euch ein normaler Angriffsbutton, eine Spezialbewegung sowie zwei Tasten für Sprünge, Greifen und ein Schild zur Verfügung. Die Kombination mit den verschiedenen Richtungen des Analogsticks lassen euch somit die unterschiedlichsten Angriffe ausführen so dass ihr immer perfekt auf den Feind reagieren könnt.

 

Ultimative Modi

 

Neben den 74 Kämpfern aus Spielen wie „Bayonetta“, „Wii Fit“, „Star Fox“ oder „Animal Crossing“ ist auch die Modi-Auswahl für ein Prügelspiel recht ordentlich. Während ihr unter dem Menüpunkt Smash klassische Matches oder Turniere mit bis zu acht Spielern bestreiten könnt, verstecken sich unter Weitere Modi das Training, das Erstellen eines Mii-Kämpfers und die klassische Kampagne.

Dreh- und Angelpunkt des Spiels ist aber der Abenteuer-Modus unter dem Menüpunkt Geister, in dem ihr Kämpfer und die namensgebenden Geister(früher Trophäen) einsammelt und euch über eine große Weltkarte zu den einzelnen Herausforderungen bewegt.  

Die Geister statten euren Kämpfer mit verschiedenen Eigenschaften aus, die ihr je nach Gegnertyp auswählen könnt und solltet. Durch erfolgreiche Kämpfe levelt ihr euren Geist außerdem in dessen Fähigkeiten auf und werdet so immer stärker. Dies kann aber auch über die Gabe von Snacks passieren, die ihr nach dem Beenden von Kämpfen erhaltet. Neben Gold und GP-Punkten bekommt ihr außerdem Wissenspunkte mit denen ihr euch bestimmte Gaben in einem Talentbaum kaufen könnt. Dadurch stärkt ihr zum Beispiel dauerhaft eure Angriffs- oder Abwehrwerte. Ihr sehrt, die Kämpfer können perfekt auf eure Bedürfnisse angepasst werden. 

 

Vom Internet und Truhen

 

Neben dem großen Abenteuermodus könnt ihr euch bei „Super Smash Bros. Ultimate“ natürlich auch online in die Kämpfe mit anderen Spielern aus Fleisch und Blut stürzen und dies in den unterschiedlichsten Disziplinen.

Aber auch für Offline-Spieler gibt es neben den bereits genannten Modi noch einen Menüpunkt, der zum Verweilen einlädt. So beherbergt die Truhe sämtliche Extras wie die umfangreiche Audiothek, abgespeicherte Wiederholungen, Tipps zum Gameplay, Filme, das Kampfbuch(Statistiken und Infos) und die Meilensteine. Letztere sind Herausforderungen für deren Erledigung ihr ein Bild plus Boni wie Gold oder Snacks für die Geister bekommt.

Mit dem Gold kann man im Shop übrigens nicht nur Snacks, Hilfs-Items oder Musikstücke freischalten, sondern bekommt auch die Möglichkeit auf den Erwerb von neuen Kostümen für euren Mii-Kämpfer. Bei der Erstellung dieses Charakters kann man aus drei unterschiedlichen Kampf-Klassen wählen und auf allerlei interessante Accessoires zurückgreifen. 

 

 

Technik-Drumherum

 

„Super Smash Bros. Ultimate“ sieht ziemlich gut aus. Dies beginnt bei den Zwischensequenzen, die gerne auch häufiger vertont hätten sein können und endet bei den zahlreichen unterschiedlichen Stages und Figuren. Auch die Menüs sind in einem interessanten Stil gehalten und glänzen mit einer aufgeräumten und sauberen Optik.  

Glaubt man nun dass bei den unterschiedlichen Stilen der Charaktere ein unharmonischer Look entstehen würde, täuscht man sich gehörig. Nintendo hat es richtig gut verstanden, die verschiedenen Figuren und Serien miteinander zu kombinieren ohne dass man an deren Grunddesign etwas verändern musste.

Die Effekte und die Musik in „Super Smash Bros. Ultimate“ passen gut zum Geschehen, einzig die ziemlich lahm inszenierte Oberwelt im Abenteuermodus wirkt etwas fehl platziert und optisch nicht gerade zeitgemäß. 

Wie weiter oben schon geschrieben sind die Videosequenzen nicht vertont, was sicherlich zu einem epischeren Gefühl beigetragen hätte. Zumindest gibt es zu Beginn und Ende der Kämpfe immer wieder mal ein paar deutsche Sprachfetzen eines Kommentators zu hören.

 

FAZIT: Hin- und Hergeschmissen

 

„Super Smash Bros. Ultimate“ ist ein zweischneidiges Schwert und spaltet die Fan-Lager zurecht. Denn auch wenn der aktuelle Teil für jeden Nintendo-Fan den passenden Charakter parat hält und der Umfang für ein Prügelspiel phänomenal ist, dürfte es beim Thema Gameplay viel Diskussionsstoff geben.

Denn in den Arenen wird „Super Smash Bros. Ultimate“ schnell zu einem reinen Buttonmashing und hektischen Durcheinander. Sind die Kämpfe mit zwei Figuren noch ganz ok, verliert man darüber vor allem auf dem kleinen Bildschirm im Handheld-Modus schnell die Übersicht. Wenn die Kamera dann auch noch aus dem Geschehen zoomt, hilft einem oft nur das Glück um gegen gegnerische Attacke zu bestehen. Und auch wenn die Steuerung mit ihren übersichtlichen Aktionen vor allem für Anfänger noch recht einsteigerfreundlich ist, wünsche ich mir bei vielen Aktionen eine schnellere Reaktion der Charaktere. 

Das größte Problem von „Super Smash Bros. Ultimate“ ist aber die recht hohe Einstiegshürde. Während das Grundprinzip und die Steuerung des Spiels eigentlich simpel sind, fehlt es an Tutorial-Videos zu einigen Gameplay-Features, auch der Trainingsmodus ist hier für Neueinsteiger ein absoluter Witz. Für Serien-Fans und alteingesessene „Smash Bros.“-Hasen ist der aktuelle Switch-Teil ein Fest, alle anderen sollten sich den Kauf gut überlegen!