Earth Defense Force 5 [PS4]

Verfasst von Christian Suessmeier am 07.12.2018 um 13:05

 

Erde vs. Aliens

 

Die Geschichte von „Earth Defense Force“ beginnt im Jahr 2003 als Budget-Titel für die PS2, der als Teil der Reihe Simple 2000 erschien. Durch ihre trashige Art und den hohen Ballerfaktor erspielten sich die ersten Titel recht schnell einen gewissen Kultstatus und somit wurde seit der PS2 eigentlich jede große Plattform von einem „Earth Defense Force“-Titel beglückt.

Natürlich profitierte der Shooter von der immer besser werdenden Technik, denn somit konnte man die auftretenden Aliens und Monster in immer größeren Stückzahlen den tapferen Soldaten der Verteidigungskräfte entgegen schicken. Immer gleich blieb jedoch die recht cheesy Atmosphäre und Inszenierung, die Erinnerungen an alte Ufo-Filme aus den 1950ern weckte.

Nun steht mit „Earth Defense Force 5“ der neueste Teil ins Haus und wir haben uns nicht gescheut, uns in den Kampf gegen mutierte Spinnen, Riesenameisen und Ufos zu wagen. Unser Test verrät euch, ob und wie viel Spaß der Shooter macht.

 

Was für ein Start!

 

Euer erster Tag auf der neuen Arbeit könnte besser laufen. Denn eigentlich wolltet ihr als Sicherheitsdienst für die Earth Defense Force anfangen, aber eine Invasion riesiger Ameisen und seltsame, aus dem All fallende Säulen machen euch einen Strich durch die Rechnung. Wie aus dem Nichts bekommt ihr also eine Waffe in die Hände und müsst fortwährend die Erde gegen die außerirdischen Ankömmlinge verteidigen.

 Während sich euch zu Beginn vor allem riesige Insekten in den Weg stellen, bekommt ihr es später noch mit fliegenden Untertassen und um sich ballernden Frosch-Riesen zu tun.

 

Ballern was der Controller hergibt

 

Wie auch schon die Vorgänger ist auch „Earth Defense Force 5“ eine Ballerorgie vor dem Herrn. In klassischer Thirdperson-Ansicht steuert ihr eure Spielfigur durch riesige Areale, tötet die mutierten Feinde und sammelt deren Hinterlassenschaften in Form von Munition, Energie oder neuen Waffenteilen auf.

Vor dem Start eines jeden Levels könnt ihr dabei aus vier verschiedenen Klassen wählen. Der Ranger ist ein typischer Soldat mit Fern- und Nahkampfwaffe, mit den Wing Divern verfügt ihr über ein Jetpack und mehrere Waffen, die auf Energiestrahlen statt Blei setzen. Bei der Klasse des Air Raiders markiert ihr wichtige Zielpunkte auf der Karte und fordert Luftunterstützung an, der Fencer hingegen ist mit seinem Exoskelett perfekt auf  Nahkämpfe ausgelegt.

Wie schon erwähnt, könnt ihr euch durch das Erledigen der Missionen nicht nur neue Waffen verdienen, sondern verbessert auch deren Wirkung bzw. deren Magazingröße.

Nicht nur in Sachen Ausrüstung könnt ihr eure Verteidigungskräfte individualisieren, auch optisch kann man die Charaktere etwas an seine Vorlieben anpassen. Nun müsst ihr nur noch die gewünschte Schwierigkeit aus fünf verschiedenen Möglichkeiten wählen und schon kann es losgehen.

 

 

INVASION!!!

 

In den jeweiligen Level seid ihr aber nicht nur auf euch alleine gestellt. Meist bekommt ihr Begleitung durch andere Streitkräfte und sogar verschiedene Klassen. Der Radar oben rechts zeigt euch dabei immer an wo sich die nächsten Gegner befinden und ob sich diese in der Luft oder am Boden befinden. 

Meist kommen die Feinde dann in mehreren Wellen, selten gibt es einmal andere Missionsziele als alles zu zerstören was sich auf dem Bildschirm bewegt. Aber auch wenn ihr verschiedene Waffentypen zur Auswahl habt und sich die Kreaturen in ihren Angriffsmustern unterscheiden – Ameisen versprühen Säure, Spinnen wollen euch mit ihren Spinnfäden lahmlegen – versprühen die Missionen leider recht schnell Langeweile. Daran können auch die kurzen Level(meist spielt man nicht einmal zehn Minuten an einer Mission) und die Zusatzfahrzeuge nichts ändern. Vor allem die Fahrzeuge sind teilweise grauenhaft zu steuern und machen keinen Spaß bei der Alien-Abwehr!

 

Last-Gen auf Current-Gen

 

Nun könnte man denken, dass die Entwickler die Power der PlayStation4 zumindest annähernd ausnutzen könnten und so für einen optisch beeindruckenden Shooter sorgen würden. Doch leider sieht „Earth Defense Force 5“ aus als käme es frisch aus den Anfangstagen von PlayStation3 und Co. 

Steife Animationen, triste Level zwischen urbanen und ländlicheren Gegenden und eine sehr eingeschränkte Farbwahl lassen optisch keinerlei Spaß aufkommen. Zumindest läuft das Spiel auch bei größerem Feindaufkommen recht flüssig. Ärgerlich sind auch gelegentliche Ausreißer der Kamera, die bei bestimmten Ereignissen immer wieder auf diese fokussiert, dadurch aber häufig die kuriosesten Kameraeinstellungen entstehen wenn ihr kurz vorher den Stick für die Kamera bewegt habt. 

Musikalisch wird der Spielerschaft hier sicherlich auch kein Meisterwerk geliefert und vor allem die vielen Funksprüche mit ihren ständigen Knacksern nerven recht schnell. Immerhin passen diese thematisch zu der trashigen Art des Spiels, genau so wie die gelegentlichen Einspieler aus einer Nachrichtensendung.

 

FAZIT: Eintöniges PS3-Geballer!

 

„Earth Defense Force 5“ könnte ein richtig unterhaltsamer Ballerspaß sein...ist es aber nicht. Während man die lahme Optik bei einem mitreißenden Gameplay noch verzeihen würde, langweilt das Spiel leider spätestens bei Mission 5 mit dem immer gleichen Spielverlauf. Da helfen auch andere Waffen oder irgendwelche Zusatz-Fahrzeuge nichts, da vor allem Letztere auch nicht sonderlich gut umgesetzt sind.

Ein großer Pluspunkt ist allerdings die sehr trashige Inszenierung welche bei dem Design der verschiedenen Monster und Aliens beginnt und bei den Nachrichtenmeldungen oder den Funksprüchen der Teamkameraden aufhört. Aber vor allem mit diesem Punkt hätte man noch weitaus mehr machen können. 

Zumindest kann man auch mit mehreren Spielern gleichzeitig auf Invasorenjagd gehen und das sowohl on- als auch offline. Somit könnte das Spiel zumindest im Rahmen eines feucht-fröhlichen Spieleabends für ein paar unterhaltsame Stunden sorgen, ansonsten muss man leider sagen: Finger weg!