Diablo III: Eternal Collection [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 12.11.2018 um 14:10

 

Qualität aus dem Hause Blizzard

 

Egal was Blizzard in den letzten Jahren angefasst hat, es wurde meistens ein richtig großer Hit, der dem Entwickler aus Kalifornien große Erfolge bescherte. Nachdem man mit „World of Warcraft“ das Genre der MMORPGs revolutionierte, eroberte man mit Spielen wie „Overwatch“ oder „Heroes of the Storm“ weitere Onlinespiel-Bereiche.

Doch auch offline konnte man mit Spielereihen wie „Warcraft“, „Starcraft“ und vor allem „Diablo“ unzählige Fans gewinnen und schuf nebenher unvergessliche Marken der Spiele-Branche, die für den PC und viele Konsolen erschienen.

Während man in den 1990er Jahren auch immer wieder Spiele für das SNES und Nintendo 64 veröffentlichte, versank die Partnerschaft mit Nintendo aber zusehends in der Bedeutungslosigkeit. Doch dank dem großen Erfolg der Switch ist Blizzard nun – zwanzig Jahre nach „Starcraft“ auf dem N64 – zurück auf einer Nintendo-Konsole und veröffentlicht sogleich einen ihrer größten Hits, „Diablo III“ in der Rundum-sorglos-Fassung.

Wie sich die mobile Monsterhatz schlägt und ob das Looten auch auf der Switch Spaß machen kann, verraten wir euch in unserem Test.

 

Zum Teufel!

 

Eines schönen Abends stürzt ein vermeintlicher Meteorit vom Himmel und bringt das Leben der Erd-Bewohner ganz schön durcheinander. Denn dieses Ereignis lässt die Toten wiederauferstehen und sorgt so für allerlei Chaos. Doch der angebliche Himmelskörper stellt sich als Mensch heraus, der aufgrund einer Amnesie gar nicht, was er auf der Erde zu suchen hat. Doch der Besucher aus dem Himmel birgt ein Geheimnis, das plötzlich die Grenzen zwischen den Welten verschwimmen lässt.

 

 

Teuflisch bewährt

 

Sechs Jahre nach dem Release von „Diablo III“ sollte das Spielkonzept eigentlich jedem Videospiel-Fan bekannt sein, dennoch wollen wir euch noch einmal kur das Grundprinzip erklären. 

Zunächst einmal geht es daran, sich einen Helden oder eine Heldin aus sieben verschiedenen Klassen zu erstellen. Neben Barbar, Kreuzritter, Dämonenjäger, Mönch und Totenbeschwörer stehen euch außerdem Hexendoktor und Zauberer zur Verfügung. Außerdem könnt ihr euch für einen normalen Helden entscheiden oder ihr erstellt einen Helden für den Saison-Modus. Auch Hardcore-Helden, die nach dem Ableben für immer weg sind, können konfiguriert werden.

Nach einem kurzen und – Blizzard-typisch – superschicken Intro wirft euch das Spiel in die zufallsgenerierten Dungeons und Level, die ihr fortan in isometrischer Draufsicht genießt und dabei allerlei Monter zurück in die Hölle schickt.

Dafür stellt euch „Diablo III Eternal Collection“ allerlei Waffen und Zaubertricks zur Verfügung, die wir euch anhand unseres Charakters Brana erklären wollen. Die Totenbeschwörerin verfügt am Anfang lediglich über drei Aktionen. So kann man per Druck auf den A-Knopf Eisspitzen aus dem Boden schießen lassen, das Betätigen der Schultertaste ZL lässt euch einen Eispfeil auf den Feind werfen. Letztere Aktion verbraucht aber Essenz, die ihr durch Gebrauch der regulären Attacke aber wieder auffüllen könnt. Schlussendlich kippt ihr euch mit R noch einen Heiltrank in den Rachen falls eure Energie mal knapp werden sollte.

Und das ist es auch schon. Weitere Angriffe wie eine Begleitgruppe aus Geisterskeletten oder das Einfrieren von Gegnern lernt ihr erst mit weiteren Stufenaufstiegen dazu. Und darum geht es schließlich in „Diablo“.

 

Looten & Leveln

 

So bekommt ihr für jeden erledigten Gegner nämlich nicht nur Erfahrungspunkte, die euren Charakter bis auf Level 70 aufleveln können, die Chance, dass diese nach ihrem Ableben auch noch wertvolle Objekte liegen lassen, ist ebenso gegeben.

Wie in vielen modernen Spielen heutzutage, hat man schon damals bei „Diablo“ die auffindbaren Objekte wie Waffen, Rüstungen, Ringe oder Amulette nach unterschiedlichen Seltenheitsstufen unterteilt. Viele Items bringen aber nicht nur bessere Grundwerte mit, sie statten euren Charakter unter anderem auch mit mehreren Zusatzeffekten aus, so dass ihr zum Beispiel mehr Erfahrungspunkte für besiegte Feinde bekommt oder sich die Chance auf kritische Treffer erhöht.

In den Level selber sind hin und wieder auch Säulen verteilt, die euch für eine bestimmte Zeit mehr XP farmen lassen, außerdem könnt ihr an den Kesseln eure Gesundheitspunkte auffüllen. 

Da man „Diablo III Eternal Collection“ mit bis zu vier Spielern aus Fleisch und Blut spielen kann, stehen euch auch im Singleplayer-Modus häufiger Verbündete zur Seite. So sind wir zum Beispiel mit unserer Totenbeschwörerin mittlerweile nicht nur mit den fünf Geisterskeletten und einem Huhn – fragt nicht – unterwegs, sondern bekommen auch immer wieder Begleitung von anderen NPCs. Auch diese können mit verschiedenen Items ausgestattet und verbessert werden und unterscheiden sich in ihren Fähigkeiten.

 

Community-Unterhaltung

 

Wie oben schon erwähnt, kann man „Diablo III Eternal Collection“ mit bis zu drei anderen Mitspielern genießen. Und das sowohl auf der Couch als auch online. Doch das ist längst nicht alles, denn in der Saisonreise könnt ihr in verschiedenen Etappen Aufgaben und Missionen erledigen und euch so weitere seltene Items erspielen, die ihr dann im Hauptspiel nutzen und sogar euren Freunden schicken könnt.

Im Hauptmenü findet ihr außerdem zahlreiche Punkte wie Filmsequenzen, Bestenlisten, euer Heldenprofil oder ein Menü, welches euch die kompletten Neuerungen der Eternal Collection nochmal deutlich erklärt. 

Generell ist „Diablo III“ vollgepackt mit Möglichkeiten und lädt mit der Gier nach einem perfekten Charakter zum erneuten Durchspielen ein. Es gibt nicht ohne Grund Menschen, die schon mehrere hundert Stunden mit ihrer Figur unterwegs sind. Haben wir gehört...

 

 

Die Hölle ist schön, aber alt!

 

Natürlich sieht man „Diablo III Eternal Collection“ sein Alter mittlerweile deutlich an. Während damals bei Erscheinen die bunte Optik sehr in der Kritik stand, stört diese eigentlich nicht wirklich, das Spiel wirkt optisch generell sehr rund und durchdacht. Obwohl Blizzard im Vorfeld ankündigte, dass man das User Interface auf die Begebenheiten des kleinen Switch-Screens anpassen würde, sind einige Schriften dennoch sehr klein geraten. Dies beschränkt sich meist aber auf wenige Menüpunkte, die wichtigen Symbole und Texte sind schon merklich deutlicher. 

Sowohl im Handheld- als auch Tabletmodus läuft das Spiel zu jeder Zeit sehr rund, Ruckler o.ä. waren während unseres Tests nicht zu bemerken. Auch die Auflösung im portablen Modus ist super und stellt die Figuren und Level super dar.

In Sachen Ton und Musik ist „Diablo III“ ebenfalls eine Bank. Die sehr gute englische Synchro – ein deutsches Sprachpaket gibt es im eShop kostenlos zum Download – und die herrlichen Kampfeffekte lassen ein stimmiges Gesamtbild entstehen.

Die Steuerung geht gut von der Hand, schon die anderen Konsolenversionen waren dank der Ausweichrolle, die auf dem rechten Analogstick liegt, in Sachen Handhabung toll durchdacht. Ob man das Action-Rollenspiel im Mehrspieler-Modus allerdings mit den kleinen JoyCons spielen sollte, ist fraglich. Als Notlösung sicherlich ganz nett, aber nicht sehr angenehm.

 

FAZIT: Auch lange nach Release lootet und levelt es sich großartig!

 

Bereits nach einer halben Stunde ist man bei „Diablo III Eternal Collection“ im Loot- und Level-Fieber. Dieses Spiel entwickelt durch sein einfaches, aber fesselndes Spielsystem plus den erwähnten Spielmechaniken solch eine Sogwirkung, dass man kaum die Switch aus der Hand legen kann. Und die Nintendo-Konsole ist einfach die perfekte Plattform dafür, denn man kann immer wieder zwischendurch mal eine kurze Runde einschieben und schon sind wieder zwei Stunden vorbei...

Dank den Saisons und der Motivation, immer neue und bessere Items zu finden, ist auch die Langzeitmotivation mehr als gegeben. Eigentlich kann man an der Switch-Version von „Diablo III Eternal Collection“ kaum etwas aussetzen. Doch, einen Punkt gibt es doch: leider zieht das Spiel ordentlich am Akku der Konsole und so kann man das gute Stück nach spätestens drei Stunden wieder an den Strom hängen. Das liegt aber noch einigermaßen im Rahmen und bewegt sich auf einem Level wie dem anderer AAA-Produktionen wie „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“.