Friday the 13th: Killer Puzzle [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 25.10.2018 um 13:13

 

Horror-Kult

 

Zusammen mit „Halloween“ steht die „Feitag der 13.“-Reihe seit Jahrzehnten an der Spitze des Horrorgenres und genießt einen unglaublichen Kultstatus unter den Fans.

Umso verwunderlicher ist es deshalb, dass die Reihe um den meuchelnden Jason nicht häufiger als Videospiel umgesetzt wurde.

Denn außer einem NES-Spiel und einem, auf Heimcomputern umgesetzten Titel in den 1980er Jahren wurde „Freitag der 13.“ Komplett vernachlässigt. Immerhin bekamen Fans im vergangenen Jahr mit „Friday the 13th: The Game“ endlich eine einigermaßen adäquate Umsetzung des Stoffes auf PS4 und Xbox One präsentiert. Dabei handelte es sich zwar um einen Mutliplayer-Titel mit einer vernachlässigbaren Kampagne und einigen technischen Problemen, näher an die Filme kam bisher aber wohl keines der Spiele aus dem Universum von Jason und dem Crystal Lake.

Nun erscheint für die Nintendo Switch ein Spiel, das sich dem Serienmörder aus einer anderen Perspektive heraus annimmt, denn bei „Friday the 13th: Killer Puzzle“ handelt es sich um ein Knobelspiel. 

 

Jason geht um

 

Wie schon aus den Filmen bekannt, geht es in „Friday the 13th: Killer Puzzle“ darum, mit Jason möglichst viele potentielle Opfer zu beseitigen. Hilfe bekommt er dabei vom Kopf seiner toten Mutter, die ihn mit hilfreiche Tipps versorgt. Dazu aber später mehr.

In insgesamt 12 Episoden mit Settings wie dem Crystal Lake Camp, einem Gefängnis, der Urzeit oder der Zukunft schlachtet ihr euch so durch jeweils 13 Level und müsst durch Verschieben eurer Spielfigur den Weg zu den Opfern finden.

So finden die Rätsel immer auf recht kleinem Raum statt, in dem ihr eure Figur dann von links nach rechts bzw. oben nach unten oder eben umgekehrt bewegt. Dabei „rutscht“ Jason immer soweit bis er auf ein Hindernis stößt. Um also zu den potentiellen Opfern zu kommen, ist so manches Mal einiges an Hirnschmalz nötig. Habt ihr alle Figuren in einem Level erledigt, erscheint das „Letzte Mädchen“. Dieser Kill wird in einer längeren Animation gezeigt und mit einem QTE abgeschlossen, in dem ihr den Cursor im Mordbereich zum stehen kommen lassen müsst.

 

 

Wildes Geschiebe

 

Das Grundprinzip von „Friday the 13th: Killer Puzzle“ ist also klar, doch natürlich bleibt es in den späteren Level nicht so einfach wie noch zu Beginn. Denn neben Hindernissen wie zum Beispiel Klohäuschen oder Bücherregalen kommen auch Gefahren auf Jason zu. So sind vor allem Wasser und Feuer tödlich für Jason, aber auch Polizisten nehmen ihn auf’s Korn wenn er vor ihnen steht. Mit der Hilfe von klingelnden Telefonen könnt ihr eure Opfer außerdem an eine andere Stelle auf der Karte locken oder ihr bewegt euch von der Seite an sie heran. Dann erschrecken sie nämlich und rennen davon. Taucht ihr hinter oder vor einem der Opfer auf, werden diese in einer kurzen Animation von Jason gekillt.

Wie auch schon in den Filmen bedient sich der Serienkiller an allerlei verschiedenen Waffen, die von harmlosen Hanteln oder einem Skateboard bis hin zu einer Feueraxt reichen. Die Waffen sind dabei in die Kategorien Bronze, Silber und Gold unterteilt und werden durch das Aufleveln von Jason freigespielt.

 

Blutlevel

 

Denn für jeden Mord erhält Jason Punkte, die euren Blutrauschlevel ansteigen lassen. Für jeden Stufenaufstieg bekommt ihr dann eine Holzkiste, die vier neue Waffen enthält. Dabei kann es vorkommen, dass ihr Waffen doppelt oder dreifach bekommt. Diese könnt ihr allerdings im Dreierpack gegen eine neue Waffe eintauschen.

Neben den zahlreichen Level mit unterschiedlichen Settings könnt ihr auch aus ebenso vielen Jason-Varianten wählen. Egal ob Zombie-Jason, Ripper-Jason oder Mittelalter-Jason, außer der optischen Unterschiede gibt es keine spielerelevanten Änderungen.

Solltet ihr einmal mit den Rätseln nicht weiterkommen, fragt einfach den Kopf eurer Mutter. Diese gibt euch entweder Tipps oder zeigt euch die komplette Lösung des jeweiligen Levels an. Per Druck auf die Y-Taste könnt ihr auch einen Zug zurücknehmen, so dass man Fehler leicht wieder beheben kann.

Habt ihr die zig Level des Hauptspiels beendet, gibt es mit „Mordmarathon“ und „Täglicher Tod“ noch zwei Modi, die für kurzweilige Unterhaltung sorgen sollten. Während man in ersterem einfach auf das Minispiel der Kampagne zurückgreift(stoppt den Cursor im Mordbereich und das so lange bis man scheitert), steht der zweite Modus für täglich wechselnde Herausforderungen, die euch neben Punkten für den Blutrauschlevel auch mit seltenen Waffen belohnen.

 

 

Killer-Grafik

 

Man sieht „Friday the 13th: Killer Puzzle“ grafisch die Smartphone-Herkunft deutlich an. So ist die Comic-Grafik gerade in den Level selbst recht schön gehalten, leider fallen in den Zwischensequenzen oder den Kill-Szenen die recht groben und großflächig texturierten Figuren mit ihren sparsamen Animationen negativ auf. 

Während manche Level wirklich detailreich und liebevoll gestaltet sind, gibt es aber auch viele triste Abschnitte, die nicht gerade schön anzusehen sind. Dafür stimmt aber die musikalische Untermalung, die sowohl mit schaurigen Melodien als auch markerschütternder Sprachausgabe glänzen kann. Vor allem diese tragen zu einer Stimmung bei, die den Filmen gut gerecht wird. 

Ansonsten sieht man dem User Interface die mobile Herkunft des Spiels schon recht deutlich an, was aber im Handheld-Modus der Switch für zufriedene Gesichter sorgen sollte. Auch technisch läuft der Titel sowohl im TV- als auch mobilen Betrieb einwandfrei. 

Auf typischen Smartphone-Kram wie Ingame-Währung oder Mikrotransaktionen verzichtet man bei „Friday the 13th: Killer Puzzle“ glücklicherweise.

 

FAZIT: Charmanter Killer-Spaß für zwischendurch!

 

„Friday the 13th: Killer Puzzle“ ist das optimale Spiel für unterwegs oder wenn man mal 15 Minuten Zeit zwischendurch hat. Kurz mal die Switch angeworfen und ein paar Level gespielt, vielleicht sogar ein paar neue Waffen abgestaubt. Perfekt!

Sicherlich bietet das Spiel keine besonders hübsche Optik, die einen vor allem in den Nahaufnahmen freiwillig in Jasons Messer treibt, aber meist sieht man das Geschehen ja sowieso aus einer größeren Entfernung und dann ist das – abhängig vom jeweiligen Level – schon recht ansehnlich. Klar, das Spielprinzip ist simpel und bietet sicherlich keine innovativen Neuerungen, aber für eine kurze Knobelrunde mit Horror-Faktor geht das schon in Ordnung. Und lasst euch auf keinen Fall von der kindlichen Optik täuschen. Die Morde sind immer sehr blutlastig und teilweise ganz schön gemein. Zartbesaitete Gemüter können den Gewaltgrad aber auch herunterdrehen.