Super Mario Party [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 18.10.2018 um 10:07

 

Party-Stimmung!

 

Schon im Jahr 1998 veröffentlichte Nintendo das erste „Mario Party“-Spiel, damals noch für das N64. Mittlerweile sind elf Serienteile für alle möglichen Konsolen des Unternehmens erschienen, darunter für Wii, Gameboy Advance und Gamecube, aber auch einige Spinoffs wie das 2017 veröffentlichte „Mario Party: The Top 100“ oder Skurrilitäten wie „Mario Party e“ kamen zwischen den Hauptteilen in den Handel.

Zu Beginn war vor allem Hudson Soft für die Entwicklung der Spiele zuständig, mittlerweile hat dies NDcube übernommen und ist nun auch für den elften Serienteil „Super Mario Party“ für die Nintendo Switch verantwortlich. Nachdem vergangene Teile der Reihe bei den Kritikern nicht mehr ganz so gut weg kamen, will man mit dem neuen Spiel endlich wieder an alte Erfolge anknüpfen. Ob dies gelingt und wie freundschaftsgefährdend „Super Mario Party“ wirklich ist, lest ihr in unserem Test.

 

Lass uns ein Spiel spielen!

 

Mario und seine Freunde – bzw. Kontrahenten – wollen mal wieder herausfinden, wer der beste Brettspieler im Königreich ist und veranstalten daher die „Super Mario Party“. In dieser könnt ihr entweder alleine oder mit bis zu vier Mitspielern aus Fleisch und Blut, neuerdings übrigens auch über das Internet, die virtuellen Spielbretter betreten und in über 80 Minispielen eure Kräfte messen.

Nachdem ihr euch für einen von zwanzig Charakteren und – im Fall des Einzelspielers – für einen Schwierigkeitsgrad entschieden habt, startet ihr an der Party-Plaza. Von dieser könnt ihr die jeweiligen Spielarten und Modi anwählen und dort offerieren sich nach und nach immer weitere Geheimnisse.

 

 

Modi-Party

 

Dreh- und Angelpunkt von „Super Mario Party“ ist natürlich der klassische Mario Party-Modus. In diesem könnt ihr aus fünf verschiedenen Spielbrettern auswählen, die alle  ihre Besonderheiten haben. So versperren euch in der Ruine große Felsbrocken den Weg, im Riesenobst-Paradies müsst ihr hingegen die Röhren auf kluge Art und Weise nutzen, um an die Sterne zu kommen.

Stichwort Sterne: wie in den Teilen zuvor geht es im klassischen Party-Modus auch wieder darum, dass man möglichst viele Sterne während der 10, 15 oder 20 Runden sammelt. Der Rest ähnelt klassischen Brettspielen. So zieht ihr euren Charakter die entsprechende Feldzahl auf dem Würfel und versucht dabei möglichst viele Münzen zu sammeln. Denn wer zu einem Stern kommt, muss 10 Münzen an Toadette zahlen.
Doch die Felder sind euch nicht immer wohlgesonnen. Während Ereignis-, Glücks- oder Verbündetenfelder dafür sorgen, dass ihr ein spezielles Item bekommt oder sich ein weiterer Charakter an eure Seite begibt und euch künftig mit einem zweiten Würfel unterstützt, gibt es auch nicht so gute Felder. Diese sorgen zum Beispiel für Münzabzug oder lassen euch im schlimmsten Fall einen Stern an eure Mitstreiter verlieren.

Zwischen jeder Runde wählt „Super Mario Party“ dann ein Minispiel aus, welches ihr entweder im 2 vs 2, 1 vs 3 oder Jeder gegen Jeden bestreitet.

Neben dem klassischen Modus gibt es aber auch noch andere Spielvarianten mit denen ihr euch die Zeit um die Ohren schlagen könnt. So bietet euch das Raft-Abenteuer einen feucht-fröhlichen Minispiel-Spaß, bei dem es auch um Zeit geht und auf der Beat-Bühne sorgen rhythmische Spiele für schweißtreibende Action vor dem Fernseher.

Neben einzeln anwählbaren Minispielen und einigen Spiel-Variationen ist der Freizeitraum sicherlich eines der spannendsten Features des Titels, denn dort zeigt Nintendo mal wieder, was man mit der Hardware der Switch alles anstellen kann.

 

Afterparty

 

Neben all diesen Modi, die ihr zuhause vor dem TV oder im Handheld-Modus bestreiten könnt, bietet euch „Super Mario Party“ wie oben schon erwähnt erstmals die Möglichkeit, online gegen andere Spieler anzutreten. In unserem Test funktionierte das recht gut und ohne Auffälligkeiten. Sicherlich hat man jedoch mehr Spaß, wenn man das verärgerte Gesicht der Mitspieler sehen kann, wenn man ihnen mal wieder einen Stern vor der Nase weggeschnappt hat.

Wer sich lieber in einem Zweierteam den Kontrahenten stellen möchte, kann dies bei der Partner-Party machen, für die seichte Unterhaltung zwischendurch ist die Stickersammlung, in der ihr verschiedene Bilder mit Aufkleber verzieren könnt, perfekt.

Während ihr euch auf der Plaza befindet, habt ihr Zugriff auf das Toad-Tablet von dem aus sich nicht nur alle Modi anwählen lassen, sondern ihr auch eine Übersicht über die erspielten Würfel, Juwelen und Party-Punkte habt. Vor allem die neuen Würfel bieten eine spannende  Neuerung im Spiel, denn ihr könnt für eure Spielfigur in jeder Runde einen neuen Würfel auswählen. Wollt ihr es klassisch mit der 1 bis 6 probieren oder einen Würfel nutzen, der euch mindestens vier Vierer aber auch zwei Nuller bietet? 

 

 

Nintendo-Standard

 

In Sachen Grafik und Präsentation kann man den Damen und Herren bei NDcube keinerlei Vorwürfe machen. Denn diese präsentiert sich auf dem hohen Standard-Niveau eines typischen Nintendo-Produktes. 

So sucht ihr Mängel wie ruckelnde Minispiele, grobe Texturen oder Grafikfehler vergebens, „Super Mario Party“ ist nämlich frei davon. Die Figuren sind schön modelliert, die Felder mit einigen liebevollen Details versehen und die musikalische Untermalung bietet viele bekannte Nintendo-Jingles und –Melodien.

„Super Mario Party“ könnt ihr lediglich mit den JoyCons spielen, diese müssen dazu natürlich auch von der Switch abgenommen werden. Spielen mit dem Pro Controller ist nicht möglich. Die Bewegungssteuerung wurde in den meisten Minispielen während unserer Testphase recht gut erkannt und wirkte zu keinem Zeitpunkt ungenau. 

 

FAZIT: „Super Mario Party“ is back!

 

Nach den eher enttäuschenden letzten Spielen der „Mario Party“-Reihe kann der Switch-Ableger endlich wieder überzeugen. Mit einer Vielzahl an Minispielen, deren Großteil recht unterhaltsam und nur selten blöd ist, und einem großen Umfang kann man das Spiel für unterhaltsame Abende nur empfehlen.

Mit einer Spielzeit von rund einer Stunde mit vier Teilnehmern und zehn Spielrunden bewegt man sich hier in einem sehr vernünftigen Rahmen, der auch für jüngere Spieler gut geeignet sein sollte. Da auch die Technik stimmt und man bei Nintendo mit dem überfälligen Onlinemodus endlich im 21.Jahrhundert angekommen ist, dürfte also alles stimmen, oder?

Aber nur fast. Denn natürlich diktiert bei diesem Spiel der König Zufall schon stark das Geschehen und dann braucht man ja auch noch Würfelglück. Für Leute, die bei so etwas immer schlecht abschneiden, könnte „Super Mario Party“ ziemlich nervig werden. Auch das nachträgliche Auszeichnen mit Sternen für den größten Pechvogel oder dem Spieler mit den meistgewonnenen Minispielen ist ein streitbares Feature. So werden nämlich nicht nach jeder Partie die selben Auszeichnungen verliehen. Es gibt immer nur zwei Kategorien in der noch ein Stern vergeben wird. Daher kann man sich nur sehr selten darauf einstellen wie das Spiel ausgeht und muss so eigentlich schon während der eigentlichen Party-Runde genügend Sterne sammeln, dass man am Ende nicht noch eingeholt wird. Sicherlich macht das die Siegerehrung noch einmal recht spannend, allerdings kann dies auch für viel Frust sorgen.