Hakenkreuz-Embargo in Videospielen gefallen – Symbole nun auch in Deutschland möglich

Verfasst von Sincityslicker am 10.08.2018 um 09:00

 

Es ist ein denkwürdiger Tag für Videospieler in Deutschland. Seit den frühen 90er Jahren, nämlich seit „Wolfenstein“ damals auf den PC kam, hat das Bundesverfassungsgericht die Darstellung von verfassungsfeindlichen Symbolen wie Hakenkreuzen oder SS Runen in Videospielen kategorisch verboten. Der Umstand, dass laut deutschem Grundgesetz in Wissenschaft und Kunst keine Zensur stattfindet, hat hier auch nicht viel geholfen, weil Videospiele seinerzeit und leider auch noch bis weit in die 2000er Jahre hinein in Deutschland nicht als Kunst angesehen wurden.

Die Folge war die Verbannung sämtlicher Symbolik in Videospielen wie „Call of Duty“ oder „Medal of Honor“. Als wäre dieser Umstand nicht schon Zensur genug haben sich manche Spiele wie die „Wolfenstein“ Reihe sogar alternative Szenarien ausgedacht um der Zensur in Deutschland zu entgehen. So wurde aus den Nazis das „Regime“ und aus „Herr Hitler“ wurde „Herr Heiler“. Dass derlei Verschlimmbesserungen nicht nur eine Verwässerung der Thematik darstellen sondern auch einen Eingriff in die Grundrechte eines jeden volljährigen, mündigen Mediennutzers kann an dieser Stelle nicht oft genug Erwähnung finden.

Mittlerweile scheinen die Verantwortlichen der deutschen Justiz diesen Umstand allerdings eingesehen zu haben, die neue Strategie sieht eine Einzelfallprüfung von Videospielen auf die sogenannte Sozialadäquanzklausel vor. Diese Klausel besagt, dass verfassungsfeindliche Symbole erlaubt sind, wenn sie der Kunst, Wissenschaft, staatsbürgerlicher Aufklärung oder Geschichtsvermittlung dienen. Da Videospiele ohne jeden Zweifel eine Kunstform darstellen, dürften in Zukunft die meisten Spiele ohne derlei Zensuren auskommen, solange sie die Nazi-Symbolik nicht verharmlosen, verherrlichen oder in volksverhetzendem Kontext darstellen.

Was haltet ihr von der Entscheidung? Längst überfällig oder ist euch diese Art der Zensur egal? Schreibt es uns in die Kommentare.