Overcooked 2 [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 07.08.2018 um 10:05

 

Kochen bis die Konsole glüht!

 

Essen spielte in Videospielen schon immer eine Rolle. So nahm man in „Super Mario Bros.“ Pilze zu sich, um zu wachsen oder kocht sich in „The Legend of Zelda – Breath of the Wild“ verschiedene Gerichte, um gewisse Statuseffekte zu erhalten.

In Spielen wie „Pizza Connection“ oder „Burger Time“ dreht sich das komplette Handeln um die Zubereitung von Speisen, so richtig immersiv wurde dies aber erst mit dem Aufkommen der Bewegungssteuerung Anfang der 2000er. So schnippelte man in „Cooking Mama“ mit den entsprechenden Bewegungen Zutaten oder schwenkte diese in der Pfanne und dank zahlreicher Rezepte war die Auswahl des Essens auch sehr international. 

Vor gut zwei Jahren wurde das Genre erneut mit einem Titel bereichert, der sich dank Multiplayer-Part recht schnell einen entsprechenden Ruf erarbeitet hatte: „Overcooked“. Das spaßige Spielkonzept, in dem bis zu vier Spieler gleichzeitig in einer Küche gegen- oder miteinander kochen, revolutionierte erneut die Koch-Spiele und nun will Entwickler Ghost Town Games noch einmal einen oben drauf setzen. Ob dies gelingt, klären wir in unserem Test der Switch-Version von „Overcooked 2“.

 

Die Nacht der lebenden Unbroten

 

Das Zwiebelreich ist in Gefahr! Erneut! Denn der unachtsame König hat beim Rezitieren aus dem Kochbuch falsch gelesen und so eine Armee von Unbroten heraufbeschwört. Daher liegt es nun an euch das Königreich mit eurem Team aus fähigen Köchen zu retten. Also schwingt euch in euren Foodtruck und kocht um euer Leben!

 

 

Schneiden, kochen, werfen?!?

 

„Overcooked 2“ bietet euch neben einem Arcade- und Versus-Modus, beide übrigens sowohl off- als auch online als Koop spielbar, einen Story-Modus für Einzelspieler. In diesem schlüpft ihr in die Rolle von zwei Köchen, die ihr über das Spielfeld manövrieren müsst und Bestellungen abarbeitet.

Beginnt das Spiel noch einfach, indem ihr eigentlich nur Zutaten schneiden und auf Tellern anrichten müsst, steigt nach und nach das Repertoire an möglichen Zubereitungsarten. Aber auch die Arenen machen euch das Kochen schwer. Dank R-Taste wechselt ihr immer wieder zwischen den einzelnen Köchen hin und her und könnt so euren Arbeitsablauf optimieren. Links oben auf dem Bildschirm werden die Bestellungen samt Zutaten und Zubereitungsart angezeigt, die ihr dann nach und nach abarbeiten müsst. Ein Zeitlimit sitzt euch dabei immer im Nacken und sorgt für einiges an Tempo und Eile!

Für Sushi müsst ihr zum Beispiel zunächst den Reis kochen – auf das Anbrennen achten - , die Gurke oder den Fisch schneiden und letztlich beides samt einem Nori-Blatt auf dem Teller platzieren. Dann geht es zur Essensausgabe und ihr erhaltet für jede richtige Bestellung Punkte und auch mal Trinkgeld. Knifflig wird es dann wenn auch noch dreckiges Geschirr gespült werden will oder die Küche durch Hindernisse unterteilt ist. Dann hilft nur noch das Werfen der Lebensmittel zum anderen Koch. Ihr seht also, als Einzelspieler hat man einiges zu tun. Auch die Level, die einfach immer absurder werden, fordern euer Geschick, denn habt ihr schon mal auf einem Floss oder in einem Heißluftballon gekocht?

 

Oberwelt und Koop

 

Von Level zu Level bewegt ihr euch auf einer Karte in eurem Foodtruck. Diese wird erst nach dem Beenden eines Levels weiter aufgedeckt und enthält auch einige Bonuslevel und mit Rampen verstecke Bereiche.

Dank Sterne-System laden auch schon erledigte Level zum erneuten Spielen ein, um vielleicht den Rekord doch noch einmal um ein paar Punkte zu übertreffen. Sicherlich ist aber eines der Highlights des Spiels der Multiplayer-Part. So kocht ihr entweder gegen- oder miteinander und das mit bis zu vier Spielen. Dank der übersichtlichen Tastenbelegung geht dies auch mit den JoyCons der Switch ganz gut und in dem ganzen Chaos aus Absprache und Zeitdruck entsteht ein echtes Mehrspieler-Juwel! 

Wer keine Freunde aus Fleisch und Blut besitzt, kann dies auch über den Online-Modus machen, weiterhin kann man lokal auch drahtlos über die Switch mit anderen Konsolen-Besitzern spielen.

 

 

Comic-Tomaten

 

Der Look von „Overcooked 2“ ist perfekt für das Spiel gewählt. Neben den knuffigen Charakteren und einigen wirklich großartig inszenierten Welten, ist natürlich ein klares und deutliches Design der einzelnen Items wichtig, um unter Zeitdruck gleich das passende Objekt zu finden.

Und das gelang den Entwicklern von Ghost Town Games zweifellos, denn auch ohne große Erklärungen weiß man sofort, wo was zu finden ist und welchen Nutzen die verschiedenen Geräte haben. Wirklich toll!

Musikalisch wird die knallbunte Optik dabei recht passend untermalt, auch wenn es keine besonderen Ohrwürmer oder hervorstechende Melodien gibt. Das ist gutes Standard-Niveau.

Die Switch-Version begeisterte außerdem mit schnörkellosem Gameplay frei von Rucklern oder ähnlichem, auch die Steuerung – egal ob über JoyCon oder Pro Controller – ging gut von der Hand. Ebenso gab es keine merklichen Unterschiede zwischen Handheld- und TV-Betrieb.

 

FAZIT: Tolle Koch-Show!

 

„Overcooked 2“ ist ein tolles Spiel geworden. Dennoch muss man bei der Bewertung des Spiels sagen, dass dies ein Mischwert ist. So ist der Story-Modus für Singleplayer gut spielbar, wirkt natürlich durch das ständige Hin- und Herschalten der Köche ab und an unnötig stressig. Behält man aber die Ruhe und plant die Schritte einen nach dem anderen, hat man auch hier viel Erfolg.

Glanzstück ist und bleibt aber natürlich der Multiplayer-Part, der sicherlich für zahlreiche spaßige Stunden und für allerlei Gelächter sorgen wird. Hier entfaltet das Spielprinzip seine Stärken zu 100 Prozent. Auch die technische Umsetzung weiß zu gefallen und lässt nicht viel Kritik aufkommen. So gilt nun abschließend für die Wertung: spielt ihr alleine und nur wegen der Story „Overcooked 2“, zieht einen Punkt ab. Habt ihr aber hauptsächlich wegen den Mehrspieler-Modi zugeschlagen, könnt ihr ruhigen Gewissens noch einmal einen Punkt drauf packen.