Bud Spencer & Terence Hill - Slaps and Beans [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 30.07.2018 um 10:05

 

Bud und Terence – Zwei Filmikonen in Pixelform!

 

In unzähligen Filmen aus den 1970ern und 1980ern prügelten sich Bud Spencer und Terence Hill durch die Sets und vor allem die deutschsprachigen Fassungen sorgten mit ihren skurrilen Sprüchen für zeitlose und unzählige Filmzitate.

Dennoch gab es trotz der großen Beliebtheit bisher keinerlei Umsetzung in Videospielform, zumindest offiziell. Doch dank einer sehr erfolgreichen Kickstarter Kampagne konnte das italienische Entwicklerstudio Trinity Team nun ein offizielles Spiel mit den beiden Film-Helden erschaffen. Nachdem der Titel nun schon seit einiger Zeit über Steam für den PC erhältlich ist, folgen nun die Konsolenversionen für PS4, Xbox One und Switch. Wir haben die Fassung für die Nintendo-Konsole für euch unter die Lupe genommen und verraten in unserem Test, ob „Bud Spencer & Terence Hill – Slaps and Beans“ die 20,-€ wert ist.

 

Der übliche Ärger für Filmstars

 

Während der Dreharbeiten ihres Filmes läuft für Terence Hill und Bud Spencer einiges nicht so wie geplant. Nachdem man einige (Film-)Schurken durch Saloons und Züge geprügelt hat, wollen sie sich ihre hart verdiente Gage abholen. Doch just in diesem Moment entführt der Gauner Mr. Tango die Assistentin des Regisseurs, die euch eigentlich auch bezahlen sollte. Also nehmen Bud und Terence die Verfolgung auf und stellen sich einigen Gefahren im Dschungel, beim Autorennen oder in Miami.

 

 

Kind der 80er und 90er

 

Das Genre der Beat’em Ups wurde durch Spiele-Hits wie „Double Dragon“ begründet und mündete dann in Knallern wie „Streets of Rage II“ bevor es irgendwie in der Versenkung verschwand und mittlerweile recht bedeutungslos in Videospielen ist. „Bud Spencer & Terence Hill – Slaps and Beans“ schlägt dabei in eine ähnliche Kerbe wie genannte Titel und lässt euch gemeinsam mit den beiden durch die Levels ziehen und böse Buben verprügeln.

Dabei seht ihr das Geschehen aus der, im Genre üblichen, leicht vertikalen Seitenansicht und könnt bei Bedarf zwischen Bud und Terence wechseln. Neben Standardmanövern, die beide beherrschen, z.B. leichter und harter Schlag und Blocken, haben die Zwei aber auch individuelle Fähigkeiten. Mit Bud könnt ihr Gegner nämlich aufnehmen und werfen, Terence hingegen hat einen Tritt-Move. Auch bei den Mini-Rätseln zwischendurch hat jeder der beiden eine eigene Funktion.

Trotz Block-Taste braucht ihr diese Aktion nur selten, denn erstens ist das Geschehen sowieso mit den vielen Gegnern viel zu hektisch dafür, zweitens ist das Spiel so leicht, dass euch ein bisschen Schaden nichts ausmacht. Dennoch belohnt der Einsatz des Blockens euch hin und wieder mit situationsabhängigen Animationen, die direkt aus den Filmen stammen. Ist eure blaue, dreistufige Energieleiste gefüllt, führt ihr mit der B-Taste außerdem charakterspezifische Moves aus wie Buds berühmte Faust auf den Kopf.

 

Wie im Film!

 

Sollte sich eure Energie dem Ende nahen, könnt ihr durch einen beherzten Schluck Bier, welches die Feinde oft fallen lassen, die Leiste wieder auffüllen. Das leere Glas nehmt ihr anschließend als Waffe für den Nah- oder Fernkampf. Auch andere Objekte wie Pfannen oder Queus sind in den Levels auffindbar.

Die verschiedenen Welten orientieren sich alle an Filmen des Duos und werden Fans dieser richtig glücklich machen. So gibt es unzählige Anspielungen und bekannte Charaktere zu sehen und zu entdecken. Doch nicht nur klassische Beat’em Up-Sidescroll-Level müsst ihr in „Slaps and Beans“ durchqueren, immer wieder lockern andere Herausforderungen das Spielgeschehen auf. So müsst ihr einmal ein Autorennen aus der Vogelperspektive bestreiten oder eine Verfolgungsjagd. Außerdem gibt es ein Wettessen im „Dance Dance Revolution“-Stil.

Wer die kurze Story beendet hat, kann sich im Hauptmenü unter dem Punkt Jukebox außerdem zahlreiche Originalsongs aus den Filmen anhören und im Optionsmenü die Outfits der beiden Protagonisten ändern.

 

 

Pixeloptik mit Schwächen

 

Gut gemachte Pixeloptik im Stil vergangener Tage kann, wenn man sie beherrscht, jede noch so tolle Optik aktueller Spiele übertreffen. Leider gehört die Grafik von Bud Spencer & Terence Hill – Slaps and Beans“ nicht zu dieser Kategorie. Zwar erinnert die Grafik stark an die Point’n Click-Adventure von Lucas Arts, erreicht aber nie deren Charme. Neben einigen gut gemachten Grafiken gibt es nämlich auch viele lieblos und schnell wiederholende Hintergründe und Figuren. 

Auch passen einige Darstellungen im UI gar nicht zusammen. Sind die Tasten für die normalen Quick Time Events noch recht hochauflösend dargestellt, ist zum Beispiel das Wettessen ein reiner Pixelbrei. Das schmälert den Eindruck schon sehr. 

Was auch leider gar nicht geht sind die zahlreichen Bugs, die es in unserem Test einmal sogar unmöglich machten, das Spiel fortzusetzen. So konnte man das Level nämlich nicht mehr auswählen und musste das Game neu starten. Dann gibt es Schriftzüge, die links und rechts über den Bildschirm hinausragen, fehlende Satzzeichen bei den Textboxen der Charaktere und starkes Ruckeln. 

 

FAZIT: Nur was für echte Fans!

 

Eigentlich sollte man Trinity Team loben, dass sie ein so verstaubtes Genre wie das klassische Beat’em Up wieder aus der Versenkung holen. Doch leider hat man hier vor lauter Fanservice den Feinschliff des Spiels vergessen.

Auch wenn es sehr sympathisch erscheint, dass man Original-Songs aus den Filmen und Kulissen davon für die Level ausgewählt hat, nervt das Gameplay recht schnell mit seinen langweiligen Kämpfen und den unendlich langen Dialogen. Diese orientieren sich zwar etwas an dem Charme der Film-Dialoge, aber sind durch ihre Inszenierung eher Schlaftablette als Muntermacher. Zumindest bei den Boss-Kämpfen hat man sich ein paar schöne Ideen ausgedacht und diese sind auch die Highlights des Spiels.

Zusammen mit den Schwächen in der Optik und der Technik bleibt so also nur ein halbgares Produkt, das definitiv nicht die 20,-€ wert ist, die dafür fällig werden. Natürlich muss man bedenken, dass dies ein Indie-Spiel einer kleinen Firma ist, allerdings gibt es genügend Gegenbeispiele in denen beeindruckendere Spiele mit weniger Budget geschaffen wurden.