Splatoon 2 Octo Expansion [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 18.06.2018 um 15:46

 

Farb-Spielerei

 

Die WiiU von Nintendo war einer der größten Flops in der Geschichte des Konzerns aus Kyoto, doch hin und wieder schielte man als Besitzer einer Xbox One oder einer PS4 neidisch auf die Nintendo-Hardware. Schuld daran waren einige Exklusivtitel für die WiiU, allen voran „Splatoon“.

Der spaßige Farb-Shooter kombinierte dabei die im Trend liegenden Online-Shooter mit Paintball und einer sehr japanophilen Optik. Und letztlich war die gewagte Mischung ein absoluter Erfolg von Nintendo, vor allem in Japan kannte der Hype keine Grenzen. Mittlerweile gibt es nicht nur einen Manga zum Spiel, sondern auch den zweiten Teil für die Nintendo Switch und kürzlich erschien mit „Splatoon 2 Octo Expansion“ der erste große DLC, der sich vom Umfang her sehen lassen kann. Ob auch die spielerische Qualität stimmt, verraten wir euch in unserem Test.

 

Die Reise ins gelobte Land

 

Ohne Erinnerung erwacht ihr in einem dunklen U-Bahn-Tunnel und habt keine Ahnung wie ihr dorthin gekommen oder wer ihr seid. Nach einigen Minuten trefft ihr aber zum Glück auf den betagten Käpt’n Kuttelfisch, der seine Freizeit nicht nur gerne mit Freestyle-Raps verbringt, sondern euch auch helfen kann, zurück nach Inkopolis zu kommen. Nachdem ihr eine erste Prüfung bestanden habt, geht ihr an Bord einer U-Bahn, der Tiefseebahn. Anschließend müsst ihr jede Herausforderung der insgesamt 80 Stationen bewerkstelligen, um in eure Heimat zurück zu kehren. Vielleicht erfahrt ihr dann ja auch, wer ihr eigentlich seid?

 

 

Von Gurken-Punkten und U-Bahnen

 

Wie im Hauptspiel beginnt ihr „Octo Expansion“ erst einmal mit der Charaktererstellung und könnt so entweder mit einem weiblichen oder männlichen Octoling auf das Abenteuer gehen.

Die U-Bahn gilt dabei als Hub, von dem ihr in die jeweilige Herausforderung startet, wobei hier meist mehrere anwählbar sind. Habt ihr eines der Level erfolgreich absolviert, schaltet ihr das Nächste frei. Die einzelnen Herausforderungen sind unterschiedlich gestaltet. So müsst ihr einmal einen bestimmten Gegnertyp in einem Level ausschalten, mal unter Zeitdruck einen Parcours absolvieren. Ein anderes Mal bewegt ihr mit gezielten Schüssen aus eurer Waffe eine Kugel vom Start bis zum Ziel und wehrt euch gegen Feinde. 

Die Level sind also sehr unterschiedlich und teilweise sehr herausfordernd. Wie im Hauptspiel auch, besitzt ihr drei Leben für eine Herausforderung, allerdings arbeitet „Octo Expansion“ außerdem mit den sogenannten Cornichon-Punkten. Denn für das Spielen eines Levels müsst ihr eine bestimmte Anzahl dieser Punkte bezahlen, mindestens aber 100. Scheitert ihr mit den drei Leben, müsst ihr diese erneut zahlen, für das Abschließen eines Levels bekommt ihr aber wiederum viele Punkte gutgeschrieben. 

Neben einer Zielvorgabe für die jeweilige Herausforderung, seid ihr meist auch an eine oder mehrere Waffen gebunden.

 

Bewährtes Konzept

 

Das Spielkonzept von „Splatoon 2 Octo Expansion“ entspricht weitestgehend dem des Hauptspiels. So benutzt ihr also eure Farbschuss-Waffen um Gegner wegzuballern, hüpft auf Trampolinen über Abgründe oder gleitet auf Farbbahnen herum.

Außerdem sammelt ihr auch wieder Rüstungsgegenstände, die euch etwas besser gegen feindlichen Beschuss schützen und die wertvollen Kaviarkugeln sind auch wieder am Start.

In der Tiefseebahn habt ihr außerdem Zugriff auf euren Kommunikator, den C-Kom. Über diesen wählt ihr die Level an, ändert das Aussehen eurer Figur oder verschafft euch einen Überblick über Souvenirs, die ihr in den Level finden könnt.  Habt ihr den DLC heruntergeladen, findet ihr den Zugang übrigens hinten recht am Inkopolis-Marktplatz und müsst nur den sonderlichen Geräuschen aus dem Untergrund lauschen. Nach dem Beenden von „Octo Expansion“ könnt ihr übrigens neue Figuren und Items im Multiplayer einsetzen.

 

 

Düstere Tiefsee

 

Der Look der Erweiterung von „Splatoon 2“ ist recht düster gehalten und mit vielen Neonfarben gespickt. Präsentierten sich die meisten der Welten im Hauptspiel noch recht farbenfroh, sind eure Farbkleckser meist der einzig bunte Aspekt in den Herausforderungen. Schon das Logo deutet aber an, dass man eine leichte 80er Jahre-Ästhetik schaffen will, dafür wäre ein netter Synthwave-Soundtrack natürlich passend gewesen, worauf leider verzichtet wurde. Trotzdem ist der Sound wieder hervorragend gewählt und passend zum verrückten Spiel-Konzept.

Technisch kann man an „Octo Expansion“ nichts meckern, wie das Hauptspiel präsentiert sich dieses als flüssiges und flottes Spiel, das so rundum Spaß macht. 

 

FAZIT: Prima Erweiterung, die fordert

 

„Splatoon 2 Octo Expansion“ ist die perfekte Erweiterung für Fans des Spiels, denn mit den zusätzlichen 80 Herausforderungen und den neuen Figuren sowie Items stellt der DLC ein tolles Gesamtpaket auf die Tentakel. 

Technik und Gameplay entsprechen dabei dem hohen Niveau des Hauptspiels(den Test findet ihr übrigens HIER) und die neuen Level werden euch für einige Stunden an die Switch fesseln. Zwar hätte man die Sache mit den Cornichon-Punkten nicht unbedingt gebraucht – dieses Feature fühlt sich auch viel zu sehr nach Free-to-play an – und einige der Herausforderungen sind wirklich knackig, aber das dürfte den Gesamt-Spielspaß für die meisten nicht sonderlich beeinflussen.