Prey: Mooncrash [PS4]

Verfasst von Christian Suessmeier am 15.06.2018 um 09:46

 

Ohne Indianer, mit Erfolg

 

Als der neueste Teil von „Prey“ vor einigen Jahren angekündigt wurde, erwarteten natürlich viele Fans der alten Spiele, dass man hier wieder auf einen ähnlich skurrilen Mix setzt wie beim namensgebenden Erstling. In diesem schlüpfte man noch in die Rolle eines Indianers und musste sich an Bord eines Raumschiffs gegen feindliche Alienhorden wehren.

„Prey“ aus dem Jahr 2017 setzte aber auf allerlei andere Komponenten und griff zwar das Weltraum-Setting auf, aber mit ganz unterschiedlichen Ansätzen. Daher währte die Enttäuschung unter den Fans nicht lange, denn das Spiel war ein recht kluger Egoshooter mit Survivalelementen und fiesen Feinden, die sich in Alltagsgegenstände verwandeln konnten.

Ein knappes Jahr später kommt mit „Mooncrash“ nun ein DLC für „Prey“ in den Handel, der einen etwas anderen, aber frischen Ansatz verfolgt, das Fanlager vermutlich aber spalten wird.

 

Leben in der Simulation

 

Einige Zeit nach den Ereignissen auf der Weltraumstation Talos 1 schlüpft ihr in die Rolle des Hackers Peter, der im Auftrag seiner Firma Kasma Corp. herausfinden soll, was damals auf der Mondbasis Pythea passiert ist als diese von den Typhon attackiert wurde.

Dies geschieht in Form einer Simulation, die Peter immer und immer wieder mit verschiedenen Charakteren, die vor Ort waren, nacherleben kann. 

 

 

Vom Shooter zum Rogue-like

 

Auch wenn „Prey: Mooncrash“ im Grunde ein Shooter bleibt, ist der DLC mehr wie ein Rogue-like aufgebaut. So unterscheidet sich die Grundmechanik nicht vom Hauptspiel(den Test findet ihr übrigens HIER), aber das Drumherum macht den Unterschied.

So wählt ihr zu Beginn einen von fünf Charakteren, nämlich den Volontär. Dieser hat, bezogen auf PSI und Vitalität, durchschnittliche Werte vorzuweisen und muss von euch quasi von der Mondbasis gebracht werden.  Wie in einem Rogue-like üblich beginnt ihr mit quasi keinerlei Ausrüstung und müsst diese nach und nach in den vier Arealen finden. Da ihr am Anfang relativ ungeschützt seid, beißt ihr auch recht schnell ins Gras. Doch auch dieser Aspekt gehört zum Gameplay, denn dank erbeuteter Simulationspunkte sichert ihr euch zum Start des nächsten Versuchs eine bessere Grundausstattung. So werdet ihr nach und nach besser, doch auch die auffindbaren Objekte und Feinde ändern sich mit jedem Durchlauf.

Habt ihr den Volontär retten können, schaltet ihr weitere vier Charaktere frei, die alle eine spezielle Fähigkeit haben. So schlüpft ihr noch in die Rolle der Direktorin, der Reinigungskraft, der Technikerin und einem Sicherheitsmitarbeiter. 

Auch ein kleines Zeitlimit gibt es beim Erkunden der Mondbasis, denn die Ausrüstung mit der ihr die Simulation nacherlebt, leidet unter technischen Problemen. Diese werden in Form der Beschädigungsstufe angezeigt.

 

Technik aus dem All

 

Die technische Umsetzung von „Prey: Mooncrash“ kann nicht großartige kritisiert werden, basiert sie doch auf der selben Engine wie auch schon das Hauptspiel im vergangenen Jahr. Was jedoch auch hier wieder extrem auffällt, sind die fürchterlich langen Ladezeiten. Dabei sind die Areale noch nicht einmal sonderlich aufwändig inszeniert, sondern eher trist. Wie man sich den Mond eben so vorstellt...

Ansonsten läuft das Spiel aber recht flüssig und die Musik in Form sphärischer elektronischer Klänge ist immer noch ein absoluter Genuss für die Ohren. Da das Spielprinzip von „Mooncrash“ im Gegensatz zum Hauptspiel etwas einfacher gestaltet ist, fällt hier jedoch die sehr überladene Steuerung ein. Gerade für ein Rogue-like hätte man hier die Tastenbelegung nochmal überdenken können.

 

 

FAZIT: Nette Beigabe!

 

„Prey: Mooncrash“ könnte den ein oder anderen Fan des storylastigeren Hautspiels etwas enttäuschen, denn viel Geschichte wird uns hier nicht präsentiert. Dafür muss man Bethesda und die Entwickler der Arkane Studios für ihren Mut loben, in einem DLC das eigentliche Spielprinzip über den Haufen zu werfen und quasi ein neues Genre zu präsentieren.

Technisch gibt es, wie weiter oben schon geschrieben, außer den Ladezeiten nichts zu meckern und aufgrund der freispielbaren Charaktere hat man sicherlich mehrere Stunden Spaß mit „Prey: Mooncrash“. Hat euch das Hauptspiel aus dem Jahr 2017 gut gefallen, solltet ihr dem DLC auf alle Fälle mal eine Chance geben. Dieser ist auf der PS4 übrigens knapp 15GB groß und kostet im PSN Store 19,99€.