Hyrule Warriors Definitive Edition [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 14.06.2018 um 10:36

 

Massenschlachten in Perfektion

 

Bereits seit dem Jahr 1997 veröffentlicht Omega Force Videospiele, die sich vorwiegend mit Massenschlachten beschäftigen. Dabei blieb man zu Beginn vor allem im feudalen Japan oder der chinesischen Geschichte, mittlerweile hat man das Spielprinzip aber auch auf allerlei andere Marken und Themen ausgebaut.

So brachte man im Jahr 2007 mit „Dynasty Warriors: Gundam“ das erste Spiel der Reihe auf den Markt, das auf einer beliebten Manga- und Anime-Vorlage basierte. Danach folgten Spiele zu „Fist of the North Star“, „Attack on Titan“ und sogar „Dragon Quest“, die ein wahres Fest für Fans darstellen, da sie ein wahres Feuerwerk an Fanservice abbrennen.

Im Jahr 2014 wagte man sich letztlich an Nintendos Vorzeigemarke „The Legend of Zelda“ und deren berühmte Figuren Link, Zelda und Ganondorf und veröffentlichte für die wenig erfolgreiche WiiU „Hyrule Warriors“. Auch ein 3DS-Ableger erblickte das Licht der Welt, brachte den Handheld technisch jedoch ordentlich ins Schwitzen. Nun legt man das Hack‘n‘Slay in der ultimativen Fassung für die Switch neu auf und wir verraten euch in unserem Test, wie sich Link & Co. in den Massenschlachten schlagen.

 

Rettet Hyrule!

 

Die Geschichte von „Hyrule Warriors“ beginnt ganz am Anfang als Link noch ein einfacher Soldat ist und durch seine Fertigkeiten beim Training mit den anderen Soldaten Impa und Zelda ins Auge fällt. Als schon bald Hyrule durch finstre Mächte angegriffen wird, greift der junge Held beherzt zu den Waffen und zieht in den Kampf gegen die Bedrohung. Dabei wird er nicht nur die Macht des Triforce entdecken und auf neue Gefährten treffen, denn plötzlich ist Prinzessin Zelda verschwunden und das Schicksal Hyrules liegt auf seinen Schultern.

 

 

Schwerter, Bomben, Festungen

 

Das Spielprinzip der „Warriors“-Titel basiert immer darauf, bestimmte Missionsziele auf einer vorgegebenen Karte zu erledigen. Diese sind mit diversen Stützpunkten und Festungen bestückt, die es von den Feinden zu erobern oder gegen diese zu verteidigen gilt. Die Gegner treten dabei immer in größeren Gruppen auf und werden meist von einem etwas stärkeren Anführer begleitet. Nachdem ihr diesen erledigt habt, spawnen auch die kleineren Feinde nicht mehr nach. Aber auch ihr selbst seid immer in einer Gruppe unterwegs, deren Figuren ihr durchwechseln und auf der Karte von einem zum anderen Punkt schicken könnt.

Zur Wehr setzt ihr euch in „Hyrule Warriors Definitive Edition“ mit allerlei Schwertern, Zauberstäben oder anderen Hieb- und Stichwaffen. Mit X und Y führt ihr die Angriffe aus, außerdem könnt ihr mit B ausweichen. Mit dem Erledigen von Feinden füllt ihr nicht nur eure Magieleiste, sondern auch eine Leiste für einen Spezialangriff, welcher Gegnermassen mit Leichtigkeit vom Schlachtfeld fegt. Jeder Charakter hat dabei einen anderen Angriff, je nach dessen genutzter Hauptwaffe.

Und Charaktere gibt es in „Hyrule Warriors“ in Hülle und Fülle. Neben klassischen Figuren wie Link, Zelda oder Impa, gibt es z.B. auch Linkle, Agnetha oder Cia zu spielen. Dies sorgt für einiges an Abwechslung auf dem Schlachtfeld und so kommt Langeweile nicht sehr schnell auf.

Viele der Figuren haben außerdem wählbare Outfits und können im Basar mit neuen Tränken oder Amuletten mit bestimmten Attributen versorgt werden. Auch die Waffen könnt ihr bei Bedarf wechseln, so bekommt man immer wieder mal neue Schneidewerkzeuge, die bessere Eigenschaften haben.

Neben euren Hauptwaffen und einigen magischen Fertigkeiten, findet ihr nach und nach auch Zusatzitems wie Bomben, Bumerang oder die Okarina. Mit letzterer könnt ihr euch auf der Karte herum teleportieren, die anderen Gegenstände sind im Kampf gegen die Feindhorden recht nützlich.

 

Legenden, die in Abenteuer ziehen

 

Herzstück von „Hyrule Warriors Definitive Edition“ ist der Legenden-Modus, der euch von einer Mission in die nächste führt und mit Zwischensequenzen die Geschichte weiter erzählt. Dabei folgt ihr nicht nur den Haupthelden, auch Sidequests mit Linkle auf ihrem Weg zur Heldin könnt ihr dabei erleben und auf andere, Serien-relevante Figuren wie dem Horror Kid aus „Majora’s Mask“ treffen. Die, in diesem Modus freigespielten Missionen, könnt ihr im freien Modus noch einmal nachspielen oder ihr stürzt euch gleich in den Abenteuer-Modus, der euch auf Karten von vergangenen „Zelda“-Spielen setzt. Diese konfrontieren euch mit Herausforderungen, aber belohnen euch auch mit vielen hilfreichen und mächtigen Gegenständen und Waffen.

Auf Herausforderungen setzt auch der gleichnamige Modus, in dem ihr eure eigenen Rekorde immer wieder von Neuem brechen könnt und so neue Bestmarken setzt. Auch Freunde von Koop-Action kommen mit „Hyrule Warriors Definitive Edition“ auf ihre Kosten, vor allem weil man in dieser Version auch gemeinsam am TV kämpfen kann.

Zuletzt bietet euch eine Galerie noch genauere Blicke auf die wählbaren Charaktere und zu guter Letzt designt ihr euch eure eigenen Feen-Gefährten, die zu einer mächtigen Waffe im Kampf gegen die Feindhorden werden können. Für Langzeitmotivation ist also gesorgt und so werden „The Legend of Zelda“-Fans vermutlich zig Stunden ins Abenteuer investieren.

 

 

Gegnermassen und Matsch

 

Das hohe Aufkommen an Gegnern haben die „Warriors“-Spiele schon immer damit bezahlt, dass die Grafik hin und wieder seine Probleme hatte. Und auch bei „Hyrule Warriors Definitive Edition“ merkt man, dass das Spiel für die wenig potente WiiU entwickelt wurde. So sind zwar vor allem die Figuren wirklich schön modelliert und die Action läuft sowohl im Handheld- als auch TV-Modus flüssig, aber dafür sind die Welten hin und wieder ganz schön hässlich und sehr simpel gestaltet. 

Gerade so einige Bodentexturen wirken durch die wenigen Details recht matschig und Animationen wie ein umfallender, riesiger Stein, der sich einfach in Luft auflöst, sind einfach nicht mehr zeitgemäß. 

Auch die Menüs sind durchaus etwas unübersichtlich gestaltet und gerade im Handheld-Modus ist die Schriftgröße viel zu klein gewählt. Dafür kann aber die musikalische Untermalung der Action überzeugen. Neben bekannten Themes aus der Serie pusht den Spieler die rockige Musik und treibt einen zu Bestleistungen an. Auch die bekannten Soundeffekte der Reihe werden verwendet und passen so zum Fanservice-Gedanken des Spiels.

 

FAZIT: Umfangreiche, aber etwas monotone Erweiterung des „Zelda“-Universums

 

Generell kann man sich über die Ableger der „Warriors“-Reihe nicht beschweren, denn dafür was diese an Fanservice und Detailversessenheit bieten, kann man Omega Force nur loben. Auch „Hyrule Warriors Definitive Edition“ macht hier keine Ausnahme, denn mit den ganzen Figuren aus der „Zelda“-Historie und dem Verwenden altbekannter Settings, wird das Spiel viele Fans richtig glücklich machen. Zusätzlich zu dem großen Umfang des Titels sollte es also ein perfektes Serien-Spinoff sein, oder?

Leider ist das Spielgeschehen an sich dann aber doch recht trist und nach einigen Stunden auf den Schlachtfeldern Hyrules kehrt etwas Langeweile ins Gameplay ein. Zwar gibt es immer wieder mal Abwechslung in Form von verschiedenen Missionen wie Beschützer-Aufträgen oder Feinden, die ein besonderes Angriffs- und Bewegungsmuster haben und nur mit speziellen Waffen besiegt werden können, aber alles in allem ist es eben ein einfaches Hack’n’Slay. Zum Glück bieten zumindest die verschiedenen Spielfiguren mit ihren unterschiedlichen Waffen neue Impulse und auf den höheren Schwierigkeitsgraden wird reines Buttonmashing auch nicht belohnt. Für Fans von Link, Zelda & Co. ist „Hyrule Warriors“ sicherlich ein sehr interessanter Titel, Serien-Neulinge sollten sich erst einmal das grandiose „Breath of the Wild“ auf der Switch anschauen.