Nintendo Labo Robo-Set [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 10.06.2018 um 10:30

 

Nintendo liebt es zu experimentieren!

 

Auch wenn sich Sony und Microsoft in den letzten 10 Jahren den Videospiel-Thron im Heimbereich geteilt haben, spielt auch Nintendo immer noch eine gewichtige Rolle im Business. Besonders der Mut des Kyotoer Konzerns muss dabei immer wieder gelobt werden, denn seit der Wii und dem DS gab es eigentlich keine Konsole bzw. Handheld mehr aus dem Hause Nintendo, die den normalen Standards entsprach. Dadurch fanden Dinge wie Bewegungssteuerung, eingebaute Mikrofone oder Touchdisplays den Weg in die Games-Industrie und gehören heute zum modernen Standard.

Auch die Switch ist mit ihrer Mischung aus Handheld und stationärer Konsole wieder einmal eine kleine Revolution, doch mit Nintendo Labo setzt der Konzern nun noch  einen oben drauf. So kombiniert die Reihe eine Software mit aus Pappe zusammengesetzten Gerätschaften und erschafft so interaktive Objekte. In unseren beiden Reviews zu den Labo-Sets(das Multi-Kit findet ihr hier) klären wir, inwiefern Nintendo damit vielleicht wieder neue Maßstäbe für die Industrie setzt.

 

Wir sind die Roboter!

 

Wer hat als kleiner Junge nicht schon einmal davon geträumt seinen eigenen Roboter zu bauen? Oder vielleicht habt ihr sogar schon mit Hilfe von Lego-Steinen einen entworfen? Das Robo-Kit von Nintendo Labo schafft hier Abhilfe und versetzt euch sogar in die Rolle eines riesigen Mechs.

Doch beginnen wir von vorne...denn bevor man mit dem Mech an den Start gehen kann, muss man erst einmal einige Stunden mit dem Zusammenbau des Toy-Cons verbringen. Dies dauerte bei uns knappe drei Stunden und ging ähnlich gut von der Hand wie alle anderen Toy-Cons aus dem Multi-Set. Zwar musste man hier etwas mehr mit Fäden und Seilen arbeiten, aber auch das Robo-Kit besticht durch seine Einfachheit.

Das Set besteht aus einem Kopfteil, dem Visier, einem Rucksack und jeweils zwei Einheiten für Hände und Füße. Die Joy-Cons kommen anschließend ins Visier und den Rucksack.

Auch hier befindet sich die Anleitung auf dem Modul, welche man nach Herzenslust zoomen, drehen oder spulen kann. Noch einmal ein dickes Lob dafür! So macht man nutzerfreundliche und verständliche Anleitungen!

 

 

Zerstören, individualisieren, schwitzen!

 

Doch so lange man an dem Toy-Con baut, so kurz ist der eigentliche Spielspaß mit dem Titel. So gibt es einen Spielmodus, in dem ihr in einer Stadt in fünf Minuten so viel Zerstörung anrichten müsst, wie nur möglich, außerdem könnt ihr in einem Prüfungssektor verschiedene Aufgaben angehen wie „Zerstöre Feind XY mit Waffe ABC“. Durch erledigte Tests und absolvierte Level erhaltet ihr Erfahrungspunkte, die euren Roboter verbessern und ihr ihn so nach und nach individualisieren könnt. Wer beim Zocken gerne Fett verbrennt, kann sich außerdem vom Spiel anzeigen lassen, wie viele Kalorien man während der Roboter-Zerstörung verbraucht hat.

Euren Mech steuert ihr nämlich mit Händen und Füßen, durch Laufen auf der Stelle setzt ihren Roboter in Bewegung, linken und rechten Arm steuert ihr mit Bewegung eurer Extremitäten. Wollt ihr euch umdrehen, neigt ihr euch einfach zur Seite und schon schwenkt euer Roboter in die entsprechende Richtung. Dabei funktioniert die Bewegungssteuerung sehr gut.
Wie schon das Multi-Set, bietet euch auch dieses Labo-Set einen Entdecken-Bereich und das Geheimlabor und lädt so zu eigenen Experimenten ein.

 

Keine Offenbarung!

 

Wie auch schon beim ersten Set, besticht die Menüführung durch eine saubere und schöne Präsentation und vor allem eine sehr gute Bauanleitung. Auch die Bewegungssteuerung ist immer klar und präzise und funktionierte in unserem Test sauber.

Doch die Spielegrafik des Robo-Kits ist, wie auch schon die des Multi-Kits, zur zweckmäßig und auf mittlerem Smartphone-Niveau. Zwar läuft das Spiel immer sauber, aber die Szenario sind an Langeweile nicht zu überbieten und bieten leider keinerlei Tiefe. Mit etwas mehr Mühe hätte man daraus ein richtig cooles Mech-Spektakel machen können.

Was auch sehr nervte während des Tests war die Bedienung mit dem Joy-Con, der am Visier befestigt ist. Diesen hätte man lieber an einem der Züge für die Hand befestigen sollen. Und auch wenn man Rucksack, Visier und Hand- sowie Fußschlaufen auf jede Größe einstellen kann, ist vor allem das Rückenteil für einen 1,85m großen Erwachsenen irgendwie zu eng und unkomfortabel.

 

 

FAZIT: Könnte man mehr draus machen!

 

Wie auch schon beim Multi-Set muss man hier die Umsetzung Nintendos loben und dass man solch komplexe Mechanismen so einfach zusammensetzen kann. Auch der Entdecken-Teil samt Geheimlabor ist für Technik-Fans ein wahrer Segen, doch abseits davon biete das Robo-Set genauso wenig Abwechslung und Langzeitmotivation wie Set 01. Mit etwas mehr Spieltiefe hätte man aus dem Mech-Spiel viel mehr herausholen können. Vielleicht findet sich ja ein Indie-Entwickler, der sich dazu was überlegt und im eShop der Switch anbietet? Dazu müsste man aber auch einige der Steuerungselemente überdenken, denn vor allem den linken Joy-Con am Visier anzubringen, ist wirklich keine gute Idee gewesen.