Donkey Kong Country Tropical Freeze [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 03.06.2018 um 18:05

 

Is’ ja affig!

 

Der Affe Donkey Kong gehört bereits seit mehreren Jahrzehnten zu den Nintendo-Ikonen schlechthin und kam erstmals 1981 auf die Bildschirme dieser Welt. Danach folgten meist nur noch Gastauftritte ehe der britische Entwickler Rare 1994 dem Affen ein Jump’n’Run namens „Donkey Kong Country“ spendierte. Dieses stach damals auf dem SNES vor allem mit seiner sensationellen Renderoptik hervor, die Spielwelt und –figuren ungemein realistisch wirken ließ. Schon dieses Spiel hatte den Ruf, Spielerinnen und Spieler mit einem recht ordentlichen Schwierigkeitsgrad zu fordern, war aber mit etwas Übung gut zu meistern. Nach einigen Nachfolgern(ohne Rares Beteiligung), experimentellen Titel wie „Donkey Konga“ und weiteren Gastauftritten in Spielen oder Filmen kam Donkey Kong im Jahr 2014 auch auf der WiiU an. „Donkey Kong Tropical Freeze“ hatte ganz schnell den Ruf weg, eines der härtesten Jump’n’Runs überhaupt zu sein, blieb aber aufgrund der geringen Verbreitung der WiiU eher in der Versenkung. Nun veröffentlicht Nintendo das Spiel erneut für die Switch und fügt dieser Fassung einige interessante Neuerungen bei. Wir haben den affigen Spaß getestet und verraten euch, wie häufig die Switch oder der Controller Flugstunden genommen haben.

 

Die Eiszeit kommt!

 

Donkey, Diddy, Dixie und Cranky Kong können eigentlich nicht jammern. Gerade steigt die Geburtstagsfete von Donkey und die Vier feiern dies ausgiebig. Doch in der Nähe braut sich leider ein Unheil in Form von König Qual und seiner Viehkinger zusammen. Dieser lässt einen grausigen Eissturm auf die Insel der Kongs los und versetzt diese so in eine neue Eiszeit. Der damit aufkommende Orkan hat die Affenbande dabei auch noch weit hinweg geblasen so dass sich Donkey & Co. nun auf den Heimweg machen müssen um ihre Insel von König Qual zu befreien. 

 

 

B-A-BANANAS!

 

„Donkey Kong Country Tropcial Freeze“ ist ein klassisches Jump’n’Run wie es im Buche steht. So hüpft ihr euch durch mehrere Oberwelten, die in einzelne Levels unterteilt sind und stellt euch am Ende dieser Welten jeweils einem Bossgegner.

Während ihr so hüpft und rennt, sammelt ihr Bananen ein, die euch – auch ganz klassisch – bei 100 Stück ein Extraleben einbringen. Doch Donkey wäre kein Affe, wenn er nicht auch gut klettern könnte. So stellen sich euch allerlei fordernde Sprungpassagen in Abwechslung mit Passagen, in denen ihr den Affen an Lianen oder Hängen klettern lassen müsst. Ganz serientypisch werdet ihr auch immer wieder mal hinter das Steuer einer Lore gesetzt und müsst mit gut getimten Sprüngen Abgründe oder Fallen überwinden. Hin und wieder müsst ihr auch mal einen Abschnitt im feuchten Nass absolvieren, wobei ihr hier auf euren Sauerstoffvorrat achten müsst.

Da „Donky Kong Country Tropical Freeze“ voller Geheimnisse steckt, kann Donkey außerdem im Boden verankerte Hebel herausziehen, die dann ein besonderes Ereignis triggern oder mit beiden Fäusten wild auf den Boden stampfen.

Ein besonderes Merkmal der Serie war bisher auch immer der Support von NPCs, die in einem Fass stecken und befreit werden wollen. Und dieses Spiel bietet euch sogar gleich drei Helfer. Neben dem agilen Diddy Kong, der euch dank Jetpack einen Schub in der Luft geben kann, gibt es noch  Dixie und Cranky Kong. Die blonde Maid hält euch dank wirbelndem Zopf länger in der Luft, dank des Stocks von Opa Cranky könnt ihr in bester Dagobert Duck-Manier über spitze Dornen oder Stacheln hinweg hüpfen. Hinzu kommt eine charaktertypische Spezialattacke, um den Feinden Herr zu werden.

 

Echt funky!

 

Bisher also bleibt alles ziemlich gleich gegenüber der WiiU-Version, wenn es da nicht diese eine Besonderheit im Hauptmenü gäbe. Denn in diesem kann man neben der regulären Spielart auch den Funky Kong-Modus auswählen, dem man jedem Serien-Neuling oder Genre-Einsteiger empfehlen kann. Dieser macht das Spiel durch die zusätzliche Spielfigur Funky – im ursprünglichen Spiel der Ladenbesitzer – nämlich etwas leichter. Zwar bringen euch einige Sprungpassagen immer noch aus der Puste, aber Funky hat zusätzliche Fähigkeiten, die den Spielerinnen und Spielern das Leben leichter machen wird. So kann der bebrillte Surfer-Affe unter Wasser ohne Limit atmen, einen Doppelsprung vollführen oder dank Surfbrett sogar in der Luft schweben. Weiterhin bringt er statt der regulären zwei, ganze fünf Lebensherzen mit. Habt ihr euch für diesen Modus entschieden, gilt dieser aber über die ganze Spieldauer. Wollt ihr es wieder härter, müsst ihr einen neuen Spielstand anlegen. Zum Glück gibt es drei Speicherslots...

 

Es gibt viel zu tun!

 

Neben dem Sammeln von Bananen und dem Beseitigen der Feinde in den Levels, gibt es aber noch viele andere Dinge in den Levels zu erledigen. So könnt ihr wie in den früheren Serienteilen die Buchstaben K, O, N und G finden und müsst nun zusätzlich auf die Suche nach bis zu neun Puzzleteilen gehen. Diese sind teilweise hervorragend versteckt und sind häufig an verschiedene Bedingungen gefüllt. So erscheinen diese zum Beispiel in den Bonuslevels erst dann, wenn alle Bananen aufgesammelt wurden. 

Außerdem findet ihr in den Welten Münzen mit denen ihr im Shop zwischen den Levels einkaufen könnt. So könnt ihr euren Charakter mit bestimmten Fähigkeiten ausrüsten wie „Atme länger unter Wasser“ oder ihr kauft Items, die euch Zusatzherzen bescheren. Diese müsst ihr allerdings explizit vor dem Betreten eines Levels auch ausrüsten. 

Das Spiel belohnt erledigte Puzzles und gesammelte Buchstaben mit vielen Extras wie freischaltbaren Figuren, Dioramen oder Musikstücken. Außerdem lädt die Hatz nach den vielen Bonusitems in den Levels immer wieder zu einem Spielchen ein. Habt ihr eines übrigens erfolgreich gemeistert, könnt ihr dies in einem Speedrun auf Zeit spielen.

 

 

Tierisch gut!

 

Natürlich sieht man „Donkey Kong Country Tropical Freeze“ an, dass es schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat. Aber die Optik ist für ein Jump’n’Run richtig gut, bunte und detaillierte Levels lassen einem bei jedem Spielen etwas Neues entdecken. Die liebevoll gestalteten Welten kommen auf dem großen Bildschirm aber noch einmal besser rüber als im Handheld-Modus. Natürlich ist es bei solch einem fordernden Spiel das A und O, dass es flüssig läuft und das erledigt die Switch in jedem Moment. Sprünge in den Tod aufgrund von Rucklern oder ähnlichem erlebten wir in unserem Test zu keinem Moment. Ebenso ging es uns im kooperativen Zweispieler-Modus.

Die immer mal wieder zu sehenden CGI-Sequenzen sind nicht herausragend, aber recht schön, vor allem das Fell der Affen fiel hier positiv auf. Die Musik, die immer schon ein Steckenpferd der Serie war – man erinnere sich nur an die tollen Melodien aus Teil 1 – fallen hier etwas weniger auf, sind aber in den meisten Levels gut auf die Umgebung abgestimmt. 

 

FAZIT: Der alte Affe kann es noch!

 

Ja, „Donkey Kong Country Tropicla Freeze“ ist in seiner Ursprungsfassung ein knallharter Plattformer, der sicherlich so manche Nerven kosten wird. Denn hier gilt das Prinzip der 80er und frühen 90er: Man meistert das Level nur, wenn man es auswendig kennt! Da kann selbst „Dark Souls“ einpacken...

Und auch wenn viele vorab den Funky Kong-Modus kritisiert haben und meinten, dass das Spiel so viel zu leicht wäre, ist es von Nintendo ein netter Schachzug für die jüngere Spielerschaft oder Leute, die einfach ein bißchen Spaß haben wollen. Zwar sind Funkys Fähigkeiten wirklich über-...äh...affig und das Sterben dürfte selbst dem größten Genre-Neuling schwer fallen, aber auch in diesem Modus gibt es einige fordernde Stellen. Hinzu kommt eine absolut mängelfreie Technik und viel Motivation durch die Sammelobjekte  die Level zu 100% zu erledigen. „Donkey Kong Country Tropical Freeze“ präsentiert sich als Oldschool-Jump’n’Run in modernem Gewand und sollte in keiner Switch-Sammlung fehlen.

Ach ja...in unserem Test musste weder ein Controller noch eine Switch-Konsole Schaden erleiden. Alles kam friedlich zu einem Ende.