Bravo Team

Verfasst von Playzocker am 24.08.2017 um 09:10

 

Wie auf Schienen

Wie schwer es ist, den kommenden Sonnenaufgang zu überleben mussten schon George Clooney und Quentin Tarantino am eigenen Leib erfahren. Wesentlich besser ging es den Charakteren des interaktiven Slasher-Films „Until Dawn“, mit dem das Team des britischen Entwicklerstudios Supermassive Games 2015 für Furore gesorgt hat, allerdings auch nicht. Anstatt andere Horrorszenarien auszuwälzen konzentrierte sich das Studio danach allerdings auf ein komplett anderes Konzept: die virtuelle Realität. Mit dem Puzzler „Tumble VR“ und dem Shooter „Until Dawn: Rush of Blood“ hat man die Tiefen der interaktiven Weiten bereits erforscht, nun folgt mit „Bravo Team“ ein weiterer Virtual Reality-Titel exklusiv für die PSVR. Bei diesem handelt es sich um einen Ko-Op Shooter, bei dem ihr mit einem Teamkameraden eine zweiköpfige Einheit steuert und euch gegen zahlreiche Soldaten behaupten müsst. Dabei könnt ihr euch im Gegensatz zu klassischen FPS allerdings nicht frei bewegen, seid allerdings auch nicht wie in einem Railshooter an eine vorgegebene Strecke gebunden. Stattdessen schickt euch das Spiel durch ein sehr lineares Level – im Fall unserer auf der gamescomn 2017 angespielten Demo eine Brücke – auf der zahlreiche Deckungsmöglichkeiten angebracht sind.

Can you see me?

Mittels des VR-Headset sehen wir uns um und können Gegner sowie Deckungen erspähen. In unseren Händen befindet sich der Aim Controller, der von dem Spiel hervorragend erkannt wird und der sowohl eure Bewegungen mit der Waffe als auch eure abgegebenen Schüsse fehlerfrei in das Spiel überträgt. Das Spielprinzip ist dabei denkbar einfach: Verschanze dich hinter einer Deckung und lasse dich nur kurz blicken um deine Gegner mit gezielten Schüssen unschädlich zu machen. Die Haptik des Controllers sowie dessen Feedback tragen eine Menge zum realistischen Look des Spiels bei. Auch wenn die Optik der PSVR aufgrund der Auflösung eingeschränkt ist überzeugt das Spiel mit grundsätzlich sehr guter Grafik und gelungenen Animationen. Die dreckige Optik des Schlachtfeldes sowie präzise Soundeffekte intensivieren die Atmosphäre des Spiels, wobei diese leider nicht durchgehend aufrechterhalten wird. Bei zahlreichen Aktionen wie dem Wechseln der Deckung, dem Wiederbeleben eines Kameraden oder dem Aufsammeln von Munition wechselt das Spiel allerdings für kurze Zeit in die dritte Person und unterbricht damit für kurze Zeit das Virtual Reality-Gefühl. Auch wenn diese Aktionen aus der Ego-Perspektive womöglich nicht so „schön“ ausgesehen hätten wäre es für eine nahtlose VR-Erfahrung trotzdem notwendig gewesen, den digitalen Kopf des eigenen Alter Ego nicht mehrmals die Minute wieder zu verlassen.

Kurzes Vergnügen!?

Das Ziel unserer Mission war es, ans andere Ende der Brücke zu kommen und unterwegs alle Gegner auszuschalten. Da man sich im Spiel nicht frei bewegen kann ist davon auszugehen, dass auch der Rest des Spiels so oder so ähnlich gestaltet wird. Die Gesamtspielzeit des fertigen Spiels soll sich auf ca. 3-4 Stunden belaufen. Sollte man keinen menschlichen Ko-Op Partner zur Verfügung haben stellt einem die KI einen Soldaten zur Seite. Anhand unserer 15minütigen Anspielzeit ist es schwer, sich ein Urteil über die Langlebigkeit und den Wiederspielwert von „Bravo Team“ zu machen. Dank der intuitiven Steuerung, der fehlerfrei ins Spiel übertragenen Kommandos und der überzeugenden Grafik hatten wir beim Anspielen eine Menge Spaß. Dieser sollte auch die Kampagne hindurch anhalten – inwiefern das Spiel allerdings replay value oder zusätzliche Herausforderungen bietet wurde derzeit noch nicht bekannt gegeben. Ein menschlicher Mitspieler und Voicechat sind allerdings auf jeden Fall von Vorteil. Dadurch gewinnt das Spiel durch die gemeinsame Planung, das Taktieren sowie (im schlimmsten Fall) das Wiederbeleben eines gefallenen Kameraden an Atmosphäre, Authentizität und damit natürlich auch an Spielspaß. Fakt ist allerdings, dass es sich bei „Bravo Team“ um ein reines PvE Co-Op Game handeln soll. Ein PvP Multiplayer-Modus ist nicht geplant, dieser würde aufgrund der eingeschränkten Fortbewegungsmöglichkeiten wohl auch kaum Sinn machen. 

Fazit: Mit einem menschlichen Mitspieler macht „Bravo Team“ eine Menge Spaß und nützt die Möglichkeiten von PSVR hervorragend aus. Einzig die kurze Spieldauer sowie die häufigen Perspektivenwechsel könnten Spielern ein großer Dorn im Auge sein.